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Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine NagelMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Der methicillinresistente Staphylococcus aureus (MRSA) ist – wie der "normale" Staphylococcus aureus – ein weit verbreiteter Keim, der auf der Haut sowie den Schleimhäuten der oberen Atemwege bei Menschen und Tieren siedelt.
MRSA-Bakterien sind von ihrem Erscheinungsbild nicht von anderen Staphylokokken zu unterscheiden. Auch in ihren Eigenschaften gleichen sie anderen Staphylococcus-aureus-Keimen. Der einzige Unterschied ist die Fähigkeit der MRSA-Erreger, vielen Antibiotika stand zu halten, also resistent zu sein. Antibiotika sind Wirkstoffe, die Bakterien abtöten oder in ihrem Wachstum hemmen.
Gegen MRSA-Bakterien sind bestimmte Antibiotika – die sogenannten Beta-Laktam-Antibiotika – meist unwirksam. Die MRSA-Bakterien stellen dabei ein bestimmtes Eiweiß her, welches sie vor der Wirkung des Antibiotikums schützt. Häufig ist ein MRSA-Keim gleichzeitig gegen verschiedene Antibiotika resistent (Multiresistenz). MRSA-Infektionen sind deswegen meist sehr schwierig zu behandeln.
Eine MRSA-Übertragung findet in Deutschland hauptsächlich im Krankenhaus oder Pflegeeinrichtungen statt (nosokomial). Dabei spielt der direkte Kontakt von Mensch zu Mensch eine wichtige Rolle. Typisch für MRSA ist zum Beispiel die Übertragung durch die Hände von MRSA-besiedelten Personen wie Pflegepersonal in Klinik oder Altenheim. Aber auch kontaminierte Gegenstände (wie Katheter, Atemschläuche, Versorgungsschläuche von medizinischen Geräten, Badetücher) oder Flüssigkeiten (Leitungswasser) können MRSA übertragen, da die Bakterien verschiedenen Oberflächen sehr gut anhaften. In einigen Ländern, zum Beispiel in den USA, kommt es seit den letzten Jahren auch immer häufiger zu einer MRSA-Übertragung außerhalb von Krankenhäusern.
Ungefähr vier bis zehn Tage nach einer Infektion mit MRSA treten die ersten Symptome auf. Bei Personen, die von MRSA besiedelt sind (Kolonisation) muss es nicht zu Beschwerden kommen. Teilweise leben die Keime dauerhaft auf Haut und Schleimhäuten, ohne Symptome hervorzurufen. Unter Umständen – etwa wenn das Immunsystem geschwächt ist – können MRSA-Keime jedoch später noch zu einer Infektion und zu Symptomen führen.
Eine Ansteckungsgefahr durch MRSA-infizierte Personen besteht vor allem, wenn bereits Symptome einer MRSA-Infektion ausgebrochen sind. Aber auch Menschen, die MRSA-Bakterien tragen, ohne Symptome zu zeigen, können andere Menschen mit dem Erreger infizieren.
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