Anzeige

Anzeige

MRSA-Infektion: Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (14. April 2015)

Erreger

Der methicillinresistente Staphylococcus aureus (MRSA) ist – wie der "normale", nichtresistente Staphylococcus aureus – ein weit verbreiteter Keim, der häufig auf der Haut sowie den Schleimhäuten der oberen Atemwege bei Menschen und Tieren siedelt.

MRSA-Bakterien sind von ihrem Erscheinungsbild her nicht von anderen Staphylokokken zu unterscheiden. Auch in ihren Eigenschaften gleichen sie anderen Staphylococcus-aureus-Keimen. Der einzige Unterschied ist, dass MRSA-Bakterien gegen viele Antibiotika unempfindlich, also resistent sind. Denn die Keime stellen ein bestimmtes Eiweiß her, welches sie vor der Wirkung des Antibiotikums schützt. Bestimmte Antibiotika  sind dadurch häufig unwirksam. Zudem ist ein MRSA-Keim oft gleichzeitig gegen verschiedene antibiotische Wirkstoffe resistent (Multiresistenz). MRSA-Infektionen sind deswegen meist schwierig zu behandeln.

Übertragung

Eine Übertragung von MRSA-Keimen findet in Deutschland hauptsächlich im Krankenhaus oder in Pflegeeinrichtungen statt (als sog. nosokomiale Infektion). Dabei spielt der direkte Kontakt von Mensch zu Mensch eine wichtige Rolle. Typisch für MRSA ist zum Beispiel die Übertragung durch die Hände von MRSA-besiedelten Personen, etwa durch Pflegepersonal in Klinik oder Altenheim. Aber auch verunreinigte Gegenstände (wie Katheter, Atemschläuche, Versorgungsschläuche von medizinischen Geräten, Badetücher) oder Flüssigkeiten (z.B. Leitungswasser) können MRSA übertragen, da die Bakterien an verschiedenen Oberflächen sehr gut haften. In einigen Ländern (z.B. in den USA) kommt es in den letzten Jahren zudem immer häufiger zu einer MRSA-Übertragung außerhalb von Krankenhäusern.

Inkubationszeit

Ungefähr vier bis zehn Tage nach einer MRSA-Infektion treten die ersten Symptome auf. Bei Personen, die nicht von MRSA infiziert, sondern lediglich besiedelt sind (sog. Kolonisation), kommt es dagegen oft lange gar nicht zu Beschwerden. Teilweise leben die Keime einfach dauerhaft auf Haut und Schleimhäuten, ohne Symptome hervorzurufen. Unter Umständen – etwa wenn das Immunsystem geschwächt ist – können MRSA-Keime jedoch später noch zu einer Infektion und zu Symptomen führen.

Ansteckungsgefahr

Eine Ansteckungsgefahr durch MRSA-infizierte Personen besteht vor allem, wenn bereits Symptome einer MRSA-Infektion ausgebrochen sind. Aber auch Menschen, die MRSA-Bakterien tragen, ohne Symptome zu zeigen (und sich deswegen der Besiedelung meist nicht bewusst sind), können den Keim auf andere Personen übertragen.



Anzeige