Morbus Sudeck (CRPS I): Medikamente

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (29. April 2015)

Typisch für Morbus Sudeck (CRPS I) ist ein über Wochen und Monate bestehender Dauerschmerz, weshalb zur Therapie auch eine wirksame Schmerzbekämpfung durch Medikamente gehört. Medikamente sind bei Morbus Sudeck deshalb wichtig, weil die Dauerschmerzen die Seele (Psyche) belasten – dies birgt das Risiko, dass der Schmerz langwierig (chronisch) verläuft. Die Behandlung hat den Zweck, den Kreislauf zunächst zu unterbrechen.

Für die Morbus-Sudeck-Therapie spielen vor allem folgende Medikamente eine wichtige Rolle:

  • Glukokortikoide: Diese Medikamente wirken entzündlungslindernd und abschwellend und sind daher besonders in den frühen entzündlichen Stadien von Morbus Sudeck geeignet, die durch Rötung, Überwärmung und Schwellung (Ödem) gekennzeichnet sind. Bewährt hat sich zum Beispiel, Prednisolon anfangs hoch dosiert einzusetzen und die Dosis dann langsam herunterzufahren. Als Dauertherapie sind Glukokortikoide jedoch nicht geeignet.
  • Bisphosphonate: Auch diese Mittel (z.B. wie Alendronat, Clodronat, Pamidronat) helfen gegen entzündliche CRPS-Symptome und verbessern so die Schmerzen sowie die Funktion der betroffenen Extremität.
  • Ketamin: Dies ist ein empfohlenes Schmerzmittel gegen (Nerven)schmerzen bei Morbus Sudeck.
  • Gabapentin: Auch dieser Wirkstoff kann gegen (Nerven)schmerzen sowie gegen Sensibilitätsstörungen zum Einsatz kommen.
  • Dimethylsulfoxid-Creme: Hiermit können Sie Schmerzen örtlich behandeln, indem Sie die betroffene Extremität mehrfach (5-mal) täglich eincremen.

Je nach Art Ihrer Beschwerden können gegen Morbus Sudeck auch Medikamente mit anderen Wirkstoffen zum Einsatz kommen:

  • Gegen Dauerschmerz in Zusammenhang mit Entzündungen helfen auch nicht-steroidale Antirheumatika .
  • Bei Dauerschmerz ohne Entzündung können Sie synthetische Morphinderivate wie Tramadol bekommen.
  • Gegen Dauerschmerz und Schlafstörungen sind Antidepressiva geeignet.
  • Sehr starke Schmerzen, die auf andere Mittel nicht ansprechen, lassen sich durch Opioide behandeln.
  • Bei Schmerzen, die durch eine Störung des Sympathikus (= ein Teil des nicht vom Willen beeinflussbaren Nervensystems) bedingt sind, können Clonidin-Pflaster helfen, indem sie eine Hemmung des sympathischen Nervensystems bewirken.
  • Gegen Muskelkrämpfe kann der Arzt Ihnen das muskelentspannende Mittel Baclofen in die Flüssigkeit spritzen, die das Rückenmark umspült.

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