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Morbus Scheuermann (Scheuermann-Krankheit)

Veröffentlicht von: Till von Bracht (28. April 2016)

© iStock

Der Morbus Scheuermann (Scheuermann-Krankheit) ist eine häufige Wachstumsstörung der Wirbelsäule, die typischerweise bei Jugendlichen auftritt: Meistens beginnt die Erkrankung zwischen dem 11. und 13. Lebensjahr. Kennzeichnend für Morbus Scheuermann ist ein Rundrücken im Bereich der Brustwirbelsäule – umgangssprachlich wird hierbei häufig auch von einem „Buckel“ gesprochen.

Eine gewisse Krümmung der Wirbelsäule nach hinten ist im Brustbereich völlig normal: diese Krümmung bezeichnet man als Kyphose (griech. kyphos = gekrümmt, gebückt). Bei der Scheuermann-Krankheit ist diese Kyphose – bedingt durch das ungleichmäßige Wachstum der Wirbelsäule – jedoch stärker ausgeprägt als normal

Genauer gesagt entsteht Morbus Scheuermann dadurch, dass die vordere Kante der Wirbelkörper langsamer wächst als die hintere. Die betroffenen Wirbelkörper bilden dann eine Keilform – die Wirbelsäule wächst sozusagen schief.

Typischerweise findet die Keilwirbelbildung, die immer mehrere Wirbelkörper gleichzeitig betrifft, in der Brustwirbelsäule statt. Morbus Scheuermann kann aber auch (in selteneren Fällen) durch eine krankhafte Kyphose im Bereich der Lendenwirbelsäule zu einem ausgeprägten Flachrücken führen. 

Eine anatomische Darstellung zur Entwicklung einer Kyphose. © iStock

Im Anfangsstadium bleibt die Scheuermann-Krankheit meist unbemerkt – schließlich ist eine gewisse Krümmung der Wirbelsäule normal. Bedingt durch eine Wachstumsstörung der Wirbelsäule entwickelt sich beim Morbus Scheuermann allerdings ein ausgeprägter Rundrücken.

Warum Morbus Scheuermann genau entsteht, ist noch unklar. Vermutlich spielen mehrere Einflussfaktoren ein Rolle – zum Beispiel

  • erblich bedingte Veränderungen,
  • hormonelle Veränderungen
  • sowie Überlastungen der Wirbelsäule (etwa bei Turnern). 

Die schlaffe Haltung von Kindern im Wachstumsalter mit herabhängenden Schultern und verkürzter Brustmuskulatur können ebenfalls die Entstehung der Scheuermann-Krankheit begünstigen.

Je nachdem, wie stark die Wirbelsäulenverkrümmung fortgeschritten ist, lässt sich der Morbus Scheuermann in drei Stadien einteilen. Im Anfangsstadium bleibt die Erkrankung der Wirbelsäule oft unbemerkt – erst im späteren Stadium von Morbus Scheuermann treten ein deutlicher Rundrücken und unter Umständen Rückenschmerzen auf. 

Meist lässt sich der Morbus Scheuermann durch krankengymnastische Übungen wirksam behandeln. Ziel der Übungen ist es, den Rücken aufzurichten – zum Beispiel durch

  • Sport (wie etwa Haltungsturnen), 
  • gezieltes Muskeltraining der Bauch- und Rückenmuskulatur
  • und rückenfreundliche Sitzmöbel.

Solange das Wachstum nicht abgeschlossen ist, kann der Arzt einen mittelstark ausgeprägten Morbus Scheuermann im Bereich der Brustwirbelsäule auch mithilfe eines Korsetts behandeln. Eine Operation ist nur in sehr seltenen Fällen notwendig. 

Die Prognose des Morbus Scheuermann ist insgesamt gut; Spätfolgen in Form vermehrter Rückenschmerzen oder gar einer Beeinträchtigung der Lungenfunktion treten nur bei stark ausgeprägten Wirbelsäulenverkrümmungen auf.

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