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Morbus Scheuermann (Scheuermann-Krankheit)

Morbus Scheuermann (Scheuermann-Krankheit): Therapie

Stand: 31. März 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Beim Morbus Scheuermann (Scheuermann-Krankheit) stehen grundsätzlich verschiedene Maßnahmen zur Therapie zur Verfügung: krankengymnastische Übungen (Physiotherapie), das regelmäßige Tragen eines Korsetts und eine Operation. Welche Behandlung für Sie oder Ihr Kind am besten geeignet ist, hängt vor allem davon ab, wie stark die Wirbelsäule verkrümmt ist und welcher Bereich der Wirbelsäule vom Morbus Scheuermann betroffen ist.

Die Physiotherapie ist bei einem leicht ausgeprägten Morbus Scheuermann als alleinige Therapie oder bei einer stärker ausgeprägten Wirbelsäulenverkrümmung zusätzlich zur Korsettbehandlung sinnvoll. Das Ziel der Übungen besteht darin, den Rücken aufzurichten. Dies ist so lange möglich, bis das Wachstum abgeschlossen ist. Die Aufrichtung kann aktiv durch gezieltes Muskeltraining, beispielsweise der Bauch- und Rückenmuskulatur, erfolgen.

Solange das Wachstum nicht abgeschlossen ist, ist bei einem mittelstark ausgeprägten Morbus Scheuermann im Bereich der Brustwirbelsäule eine Korsettbehandlung geeignet. Auch bei einem Morbus Scheuermann im Bereich der Lendenwirbelsäule kommt eine Therapie mit Korsetts oder speziellen Gipsanfertigungen in Betracht. Die Korsettbehandlung zielt ebenso wie die Physiotherapie darauf ab, den durch Morbus Scheuermann verkrümmten Rücken aufzurichten. Anders als krankengymnastische Übungen wirken Korsetts hierbei passiv. Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung der Scheuermann-Krankheit ist allerdings, dass Sie das Korsett auch wirklich regelmäßig tragen.

Neben den Maßnahmen, die aktiv oder passiv auf die Aufrichtung der Wirbelsäule abzielen, sind bei einem Morbus Scheuermann als unterstützende Behandlung Veränderungen im Alltag ratsam. Dazu gehört vor allem bei Kindern eine der Körpergröße angepasste Höhe von Schreibtisch und Stühlen. Eine geneigte Schreibtischplatte ist für die Haltung ebenfalls günstiger als eine flache.

Morbus Scheuermann macht nur in seltenen Fällen eine Operation zur Therapie nötig: Dies kann vor allem bei einer stark ausgeprägten Kyphose (nach hinten gerichtete Krümmung) im Bereich der Lendenwirbelsäule der Fall sein. Auch im Erwachsenenalter – nach Abschluss des Wachstums – ist die Korrektur der Wirbelsäulenverkrümmung meist nur noch operativ möglich. Ob eine Operation bei der Scheuermann-Krankheit notwendig und sinnvoll ist, ist in jedem Einzelfall sorgfältig zu überprüfen, da der operative Eingriff eine Vielzahl von Risiken birgt.

Weiterlesen: Morbus Scheuermann (Scheuermann-Krankheit): Verlauf

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