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Morbus Scheuermann (Scheuermann-Krankheit)

Morbus Scheuermann (Scheuermann-Krankheit): Definition

Stand: 31. März 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Morbus Scheuermann (Scheuermann-Krankheit) ist per Definition eine vorwiegend bei männlichen Jugendlichen vorkommende Wachstumsstörung der Wirbelsäule, die zur Bildung von Keilwirbeln, Verschmälerung der Bandscheiben und Wirbelsäulenverkrümmung führt:

Die Brustwirbelsäule weist eine normalerweise nur gering ausgeprägte, nach hinten gerichtete Krümmung auf: eine sogenannte Kyphose (griech. kyphos = "gekrümmt", "gebückt"). Die nach vorne gerichtete Krümmung der Hals- und Lendenwirbelsäule bezeichnet man als Lordose (griech. lordos = "vorwärts gekrümmt"). Typisch für Morbus Scheuermann ist eine krankhaft verstärkte Kyphose im Bereich der Brustwirbelsäule beziehungsweise ein Rundrücken. Eine Abflachung der Lordose, also eine Kyphose im Lendenbereich, die zu einem ausgeprägten Flachrücken führen kann, tritt bei der Scheuermann-Krankheit dagegen sehr viel seltener auf.

Weil der Morbus Scheuermann überwiegend in der Zeit zwischen Pubertät und Erwachsenenalter (d.h. im späteren Abschnitt des Jugendalters = sog. Adolenszenz) auftritt, bezeichnet man die Erkrankung auch als Adoleszentenkyphose oder juvenile Kyphose (juvenil = jugendlich, für junge Menschen charakteristisch). Bei Frauen liegt die Adoleszenz zwischen dem zwölften und dem 21. Lebensjahr, bei Männern zwischen dem 14. und 25. Lebensjahr. Die Bezeichnung Morbus Scheuermann geht auf den dänischen Röntgenologen H. W. Scheuermann (1877-1960) zurück.

Häufigkeit

Der Morbus Scheuermann (Scheuermann-Krankheit) ist die häufigste Wirbelsäulenveränderung bei Jugendlichen. Die Angaben zur Häufigkeit schwanken stark, da es schwierig ist, die normale (physiologische) Krümmung der Brustwirbelsäule nach hinten (Kyphose) von der krankhaften (pathologischen) Kyphose zu unterscheiden und der Morbus Scheuermann nicht unbedingt zu Schmerzen führt. Schätzungsweise sind bis zu 15 Prozent der Bevölkerung betroffen, wobei Jungen häufiger vertreten sind als Mädchen.

Weiterlesen: Morbus Scheuermann (Scheuermann-Krankheit): Ursachen

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