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Morbus Osler

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. Dezember 2014)

© Jupiterimages/Stockbyte

Morbus Osler ist eine seltene Gefäßkrankheit, die sich vor allem auf Blutgefäße der Haut und Schleimhaut auswirkt: Die betroffenen Gefäße sind erweitert und dünnwandig. Dadurch reißen sie leicht ein, was zu Blutungen führt.

Der Morbus Osler hat viele Namen: Man bezeichnet die Gefäßerkrankung nach den verschiedenen Ärzten, welche die Gefäßveränderungen beschrieben haben, zum Beispiel als Osler-Syndrom, Morbus Rendu-Osler oder Morbus Osler-Weber-Rendu und nach ihren Eigenschaften als hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie (HHT).

Die Bezeichnung hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie verrät, dass Morbus Osler:

  1. erblich (bzw. hereditär) bedingt ist und somit zu den Erbkrankheiten gehört,
  2. durch Erweiterungen kleinster Gefäße (sog. Kapillaren) gekennzeichnet ist, die als stecknadelkopf- bis reiskorngroße rote Flecken in der Haut und Schleimhaut erscheinen (sog. Teleangiektasien), und
  3. diese Gefäßerweiterungen leicht verletzlich sind und schnell zu Blutungen (sog. Hämorrhagien) führen.

Neben den Gefäßerweiterungen kommt es bei Morbus Osler typischerweise auch zu Kurzschlussverbindungen zwischen Arterien und Venen. Sind innere Organe von den Gefäßerweiterungen und -kurzschlüssen betroffen, kann dies zu lebensbedrohlichen Blutungen führen.

Das häufigste und meist auch das erste Symptom für Morbus Osler ist wiederholtes Nasenbluten. Je nach Ausmaß kann es eine Blutarmut (Anämie) verursachen. Die kleinen Gefäßerweiterungen sind als kleine, rötliche bis blau-violette und unregelmäßig geformte Flecken überwiegend im Gesicht (v.a. Haut und Schleimhaut von Mund und Nase) zu sehen, gehäuft auch an den Fingerkuppen. Ihre Anzahl nimmt mit steigendem Lebensalter, etwa bis zum 50. Lebensjahr, ständig zu. Grundsätzlich können die Gefäßveränderungen aber alle inneren Organe betreffen – die möglichen Folgen reichen zum Beispiel …

Die bei Morbus Osler eingesetzte Therapie zielt darauf ab, die Symptome zu lindern. Ihre Ursache – den Schaden an der Erbanlage – kann man nicht beheben.

Die Behandlungsmaßnahmen richten sich nach den jeweiligen Beschwerden: Bei Blutungen in der Nase oder im Magen-Darm-Bereich kann zum Beispiel eine Laserbehandlung Abhilfe schaffen. Um das Nasenbluten zu behandeln, bietet sich auch eine Hauttransplantation an. Ist der Morbus Osler mit ausgedehnten Kurzschlussverbindungen zwischen Arterien und Venen in inneren Organen verbunden, kann man diese möglicherweise durch einen angiographischen Eingriff verschließen. Gelingt dies nicht, kann es nötig sein, die betroffenen Bereiche in einer Operation zu entfernen.

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