Morbus Osler: Symptome

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. Dezember 2014)

Wie stark beim Morbus Osler die Symptome ausgeprägt sind, ist von Fall zu Fall sehr unterschiedlich: Das Ausmaß der erblichen Blutgefäßerkrankung kann sogar innerhalb einer Familie, deren Mitgliedern alle denselben Gendefekt haben, erheblich variieren.

In erster Linie ist der Morbus Osler durch folgende Symptome gekennzeichnet:

  • sichtbar erweiterte Blutgefäße in Haut und Schleimhäuten (sog. Teleangiektasien)
  • häufiges Nasenbluten infolge einer gesteigerten Verletzlichkeit und Brüchigkeit der Gefäßwände
  • Blutarmut (Anämie), die bei regelmäßigen Blutungen auftreten kann

Die als Teleangiektasien bezeichneten Gefäßerweiterungen betreffen die kleinsten Gefäße (sog. Kapillaren). Im Allgemeinen treten diese Morbus-Osler-Symptome in der Pubertät oder erst im Erwachsenenalter in Erscheinung. Typischerweise handelt es sich um rote bis blau-violette, flache, unregelmäßig geformte Flecken von 1 bis 4 Millimetern, die überwiegend im Gesicht (und zwar in der Haut und Schleimhaut von Mund und Nase) auftreten, gehäuft auch an den Fingerkuppen.

Die Anzahl dieser für Morbus Osler typischen Flecken nimmt mit steigendem Lebensalter etwa bis zum 50. Lebensjahr ständig zu.

Daneben können die Gefäßerweiterungen bei Morbus Osler auch innere Organe und Gewebe betreffen: In einigen Fällen sind beispielsweise die Gefäße in der Schleimhaut des Verdauungstrakts erweitert. Zudem können sich bei Morbus Osler praktisch überall größere Veränderungen an den Blutgefäßen (sog. arterio-venöse Kurzschlüsse) bilden: Diese kommen bei etwa 5 bis 20 Prozent der Betroffenen vor – besonders in der Lunge, im Gehirn und im Verdauungstrakt. Entsprechend kann der Morbus Osler weitere Symptome verursachen.

Welches Ausmaß die Morbus-Osler-Symptome haben und wo sie auftreten, hängt unter anderem von der genauen Ursache der Erbkrankheit ab:

  • Wenn die ursächliche Erbgutschädigung den als Endoglin-Gen bezeichneten Träger der Erbanlage betrifft, ist die Wahrscheinlichkeit von Gefäßveränderungen der Lunge höher (etwa 30 Prozent) als bei einem defekten ALK-1-Gen (3 Prozent).
  • Wenn ein geschädigtes ALK-1-Gen die Krankheitsursache ist, sind die Anzeichen von Morbus Osler insgesamt milder.

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