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Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom)

Komplikationen

Stand: 28. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom) kann im weiteren Verlauf mit verschiedenen Komplikationen verbunden sein, die zum einen durch den Morbus Hodgkin selbst entstehen, zum anderen die Folge der Therapie sein können.

Erkrankungsbedingte Komplikationen hängen in erster Linie davon ab, welche Körperregionen vom Morbus Hodgkin betroffen sind und wie sich die Erkrankung im weiteren Verlauf ausbreitet: Je nachdem, wo die Lymphome liegen und wie groß sie sind, können sie durch Druck auf benachbarte Strukturen deren Funktion beeinträchtigen.

Eine gegen Morbus Hodgkin eingesetzte Strahlentherapie oder Chemotherapie kann Nebenwirkungen und Komplikationen mit sich bringen, die darauf zurückzuführen sind, dass die Behandlung nicht nur die Krebszellen zerstört, sondern auch gesundes Gewebe schädigt. Auch die Verträglichkeit einer Therapie spielt eine entscheidende Rolle im Hinblick auf die Nebenwirkungen.

Eine Strahlentherapie von Morbus Hodgkin kann die Haut reizen und im weiteren Verlauf zu Haarausfall in der bestrahlten Region führen. Weitere Reaktionen können Entzündungen der Schleimhäute, Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit sein. Mögliche Spätfolgen nach Bestrahlung der entsprechenden Regionen sind Herz- und Lungenentzündung, Schilddrüsenunterfunktion und Unfruchtbarkeit. Letzteres tritt dann auf, wenn die Eierstöcke oder Hoden während der Bestrahlung nicht ausreichend geschützt sind oder die Strahlendosis zu hoch ist.

Die Nebenwirkungen einer Chemotherapie von Morbus Hodgkin sind dadurch bedingt, dass die Verabreichung der Medikamente systemisch (den Gesamtorganismus betreffend) erfolgt und sie somit auf den ganzen Körper wirken. Besonders betroffen sind die Gewebe mit einem schnellen Zellumsatz. Hierzu gehören vor allem das Knochenmark, das lymphatische Gewebe, die Keimdrüsen, die Schleimhäute und die Haut mit Hautanhangsgebilden (= Haare und Nägel). Häufig verursachen die verabreichten Medikamente Übelkeit und Erbrechen. Ist das blutbildende Knochenmark geschädigt, kommt es zu einem Abfall der Blutzellen mit unter anderem mangelhafter Immunabwehr (d.h. erhöhter Infektionsgefahr), Blässe, Schwäche und schneller Ermüdung. Sind die Keimdrüsen betroffen, kann dies die Betroffenen vorübergehend oder dauerhaft unfruchtbar machen. Schäden der Schleimhäute können Beschwerden im Magen-Darm-Trakt verursachen, aber auch Wunden im Mund-Rachen-Raum. Zu den unerwünschten Begleiterscheinungen gehören auch Haarausfall und Wundheilungsstörungen der Haut.

Ein besonderes Risiko der Strahlen- und Chemotherapie des Morbus Hodgkin besteht darin, dass sich möglicherweise ein Zweitkarzinom entwickelt. Dies kann Leukämie, aber auch Lungenkrebs, Brustkrebs oder Schilddrüsenkrebs sein.

Weiterlesen: Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom): Verlauf – Nachsorge

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