Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom): Therapie

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (29. Februar 2016)

Wie die Therapie von Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom) im Einzelfall genau aussieht, hängt unter anderem vom Stadium der Erkrankung ab. Zur Behandlung kommen grundsätzlich

Das Ziel der Morbus-Hodgkin-Therapie besteht darin, das befallene Gewebe zu zerstören und so die Krebserkrankung zu heilen. Die kombinierte Behandlung aus Chemo- und Strahlentherapie verspricht bei Morbus Hodgkin gute Heilungschancen.

Da das Hodgkin-Lymphom eine Systemerkrankung ist, sich also auf ein ganzes Organsystem auswirkt, kann man es nicht operativ behandeln. Eine Operation kommt zur Therapie nur dann in Betracht, wenn Lymphome so groß sind, dass sie Nachbarstrukturen (z.B. die Luftröhre) in ihrer Funktion beeinträchtigen.

Chemotherapie

Eine Chemotherapie kommt bei Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom) häufig zum Einsatz.

In der Regel werden mehrere, in einem bestimmten Schema miteinander kombinierte Medikamente – sogenannte Zytostatika – miteinander kombiniert. Zytostatika beeinflussen die Zellteilung. Da sich Krebszellen besonders rasch vermehren, sprechen sie besonders gut auf Zytostatika an.

Aber die Medikamente schädigen auch gesunde Zellen, zum Beispiel das blutbildende System im Knochenmark. Dadurch können Nebenwirkungen auftreten. Welche Nebenwirkungen das sind, hängt unter anderem von den Wirkstoffen und von der Dosis ab. Oft kann der Arzt Nebenwirkungen durch Medikamente vorbeugen oder aber bereits vorhandene Beschwerden lindern.

Die Chemotherapie erfolgt in regelmäßigen Abständen, sogenannten Zyklen. Dabei wechseln sich Phasen, in denen die Medikamente verabreicht werden, mit behandlungsfreien Phasen ab. Die Zytostatika erhält der Patient meist über eine Infusion. In der behandlungsfreien Zeit, die circa zwei Wochen umfasst, kann sich der Körper regenerieren.

Das Bild zeigt eine Infusion. © Jupiterimages/Digital Vision

Die Chemotherapie gehört zum Standard, wenn es um die Behandlung von Morbus Hodgkin geht.

Wie viele Zyklen insgesamt nötig sind, ist individuell verschieden. Und auch die Zusammenstellung der Medikamente variiert. Insbesondere kommen zwei Schemata zur Anwendung: das ABVD-Schema und das BEACOPP-Schema. Die Buchstaben in den Namen stehen jeweils für einen bestimmten Wirkstoff, der verabreicht wird.

Während der chemotherapeutischen Morbus-Hodgkin-Therapie ist es unerlässlich, das Blutbild regelmäßig zu kontrollieren. Sind bestimmte Grenzwerte der Blutkörperchen und Blutplättchen unterschritten, ist es ratsam, entweder die Dosis zu verringern oder den zeitlichen Abstand zwischen zwei Chemotherapiezyklen zu verlängern.

Strahlentherapie

Als alleinige Behandlungsmethode kann eine Strahlentherapie nur infrage kommen, wenn Morbus Hodgkin noch nicht weit fortgeschritten ist. Meist erfolgt die Bestrahlung

  • zusammen mit einer Chemotherapie oder
  • im Anschluss an eine Chemotherapie.

Die Strahlentherapie kann ambulant erfolgen. Dabei werden bestimmte Bereiche – etwa die befallenen Lymphknoten – von außen radioaktiv bestrahlt. Die Krebszellen nehmen dabei Schaden, sodass sie sich nicht mehr vermehren können.

Die Morbus-Hodgkin-Therapie durch Bestrahlung zielt darauf ab, das Tumorgewebe zu zerstören. Bei der Strahlentherapie werden zwar auch gesunde Zellen in Mitleidenschaft gezogen, sie können sich aber schneller erholen als Krebszellen. Tumorzellen, die im Vergleich zu gesunden Zellen primitiver und anfälliger sind, sterben eher ab.

Die Strahlentherapie kann mit Nebenwirkungen verbunden sein, so zum Beispiel Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Schäden an der Haut.

Hochdosis-Chemotherapie mit Stammzelltransplantation

Eine hochdosierte Chemotherapie mit Stammzelltransplantation kann sinnvoll sein, wenn

  • die bisherige Behandlung mit Chemo- und Strahlentherapie nicht ausreichend gewirkt hat oder
  • wenn der Morbus Hodgkin erneut aufgetreten ist.

Vor der Chemotherapie entnimmt der Arzt Stammzellen aus dem Blut seines Patienten, die er nach der Chemotherapie wieder überträgt (sog. autologe Stammzelltransplantation). Durch die hohe Dosis der Zytostatika können Krebszellen besonders gut bekämpft werden – allerdings ist die Behandlung auch mit stärkeren Nebenwirkungen verbunden.

Ziel der Behandlung ist, durch eine hoch dosierte Chemotherapie alle Tumorzellen abzutöten, um dann dem Körper über die Knochenmarktransplantation wieder gesunde, zur Blutbildung fähige Zellen (Blutstammzellen) zuzuführen.

Die Hochdosis-Chemotherapie kommt in der Regel nur dann infrage, wenn der Patient nicht älter als 60 Jahre ist und wenn er noch keine gravierenden körperlichen Beeinträchtigungen aufweist.


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