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Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom)

Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom): Definition

Stand: 28. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom) bezeichnet per Definition eine Tumorerkrankung aus der Gruppe der bösartigen (malignen) Lymphome. Zu dieser Gruppe gehören auch die Non-Hodgkin-Lymphome. Ein malignes Lymphom ist ein bösartiger Tumor, der seinen Ursprung im lymphatischen System hat. Das lymphatische System ist Teil des Immunsystems; zu den sogenannten lymphatischen Organen zählen zum Beispiel die Lymphknoten, die Milz und die Mandeln. Maligne Lymphome können aus allen Organen mit lymphatischem Gewebe entstehen; Morbus Hodgkin geht aller Wahrscheinlichkeit nach von den Lymphknoten aus.

Morbus Hodgkin ist unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt: Thomas Hodgkin (1798-1866), Pathologe und Anatom in London, beschrieb 1832 die später nach ihm benannte Erkrankung (Morbus Hodgkin, Hodgkin-Lymphom, Hodgkin-Krankheit, hodgkinsche Krankheit) als Pseudo-Leukämie. Eine weitere Bezeichnung lautet Lymphogranulomatose. Auch wenn – nicht ganz korrekt – von Lymphdrüsenkrebs oder Lymphknotenkrebs die Rede ist, sind bösartige Lymphome wie Morbus Hodgkin gemeint.

Die Zellen des lymphatischen Gewebes, von denen jedes Hodgkin-Lymphom abstammt, sind die sogenannten Lymphozyten. Sie gehören zu den weißen Blutkörperchen und sind für die Immunabwehr verantwortlich. Es gibt zwei verschiedene Arten von Lymphozyten, die bei der Immunabwehr unterschiedliche Aufgaben erfüllen: die B-Lymphozyten und die T-Lymphozyten. Morbus Hodgkin entsteht durch eine Entartung der B-Lymphozyten.

Im Unterschied zum Non-Hodgkin-Lymphom ist Morbus Hodgkin durch typische Zellen gekennzeichnet, die man feingeweblich (histologisch) nachweisen kann:

  • Hodgkin-Zellen: einkernige Tumorzellen, die veränderte B-Lymphozyten darstellen
  • Reed-Sternberg-Zellen: mehrkernige Tumorzellen, die durch Zusammenschluss mehrerer Hodgkin-Zellen entstehen

Morbus Hodgkin kann sich vom lymphatischen Gewebe der befallenen Lymphknoten über die Lymphbahnen ausbreiten. Die teilweise verbackenen Lymphknoten können benachbarte Strukturen unmittelbar in Mitleidenschaft ziehen. In fortgeschrittenen Stadien sind oft auch nicht-lymphatische Organe – durch sich über die Blutbahnen ausbreitende Tumorzellen – befallen.

Weiterlesen: Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom): Definition – Häufigkeit

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