Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom): Definition

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (29. Februar 2016)

Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom) zählt zu den bösartigen (malignen) Lymphomen. Ein malignes Lymphom ist ein Tumor, der seinen Ursprung im sogenannten lymphatischen System hat. Das lymphatische System ist Teil des Immunsystems; zu den sogenannten lymphatischen Organen zählen zum Beispiel die Lymphknoten, die Milz und die Mandeln.

Maligne Lymphome können aus allen Organen mit lymphatischem Gewebe entstehen; Morbus Hodgkin geht meist von den Lymphknoten aus.

Jedes Hodgkin-Lymphom stammt von bestimmten Zellen des lymphatischen Gewebes ab – den sogenannten Lymphozyten. Die Lymphozyten gehören zu den weißen Blutkörperchen und sind für die Immunabwehr verantwortlich. Es gibt zwei verschiedene Arten von Lymphozyten, die bei der Immunabwehr unterschiedliche Aufgaben erfüllen: die B-Lymphozyten und die T-Lymphozyten. Morbus Hodgkin entsteht durch eine Entartung der B-Lymphozyten.

Morbus Hodgkin kann sich vom lymphatischen Gewebe der befallenen Lymphknoten über die Lymphbahnen ausbreiten und benachbarte Strukturen unmittelbar in Mitleidenschaft ziehen. In fortgeschrittenen Stadien gelangen die Tumorzellen über die Blutbahn in andere Körperbereiche, sodass auch nicht-lymphatische Organe befallen sein können, so etwa die Leber.

Hodgkin-Lymphom und Non-Hodgkin-Lymphom

Nicht jedes bösartige Lymphom ist auch ein Hodgkin-Lymphom – vielmehr unterscheiden Ärzte zwischen Hodgkin-Lymphomen und Non-Hodgkin-Lymphomen.

Im Unterschied zum Non-Hodgkin-Lymphom ist Morbus Hodgkin durch typische Zellen gekennzeichnet, die man feingeweblich (histologisch) nachweisen kann:

  • Hodgkin-Zellen: einkernige Tumorzellen, die veränderte B-Lymphozyten darstellen
  • Reed-Sternberg-Zellen: mehrkernige Tumorzellen, die durch Zusammenschluss mehrerer Hodgkin-Zellen entstehen

Findet der Arzt solche Zellen nicht, handelt es sich um ein Non-Hodgkin-Lymphom.

Morbus Hodgkin ist nach dem Londoner Pathologen und Anatom Thomas Hodgkin (1798-1866) benannt, der die Erkrankung auch als "Pseudo-Leukämie" beschrieb. Andere Bezeichnungen für Morbus Hodgkin sind zum Beispiel Hodgkin-Krankheit, hodgkinsche Krankheit oder Lymphogranulomatose. Auch wenn – nicht ganz korrekt – von Lymphdrüsenkrebs oder Lymphknotenkrebs die Rede ist, sind bösartige Lymphome wie Morbus Hodgkin gemeint.

Häufigkeit

Im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen ist Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom) eine seltene Krebsform: Von 100.000 Menschen erkranken pro Jahr 2 bis 3 an Morbus Hodgkin, bei Kindern ist die Krankheit noch seltener.

2008 diagnostizierten Ärzte bei 2.000 Menschen in Deutschland Morbus Hodgkin, was im Vergleich zu Krebsarten wie etwa Darmkrebs – der jährlich bei weit über 60.000 Personen auftritt – eine relativ geringe Zahl ist. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst