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Morbus Dupuytren (Dupuytren-Kontraktur)

Stand: 14. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die Hände nicht richtig nutzen zu können, mag sich kaum jemand vorstellen. Für Betroffene mit Morbus Dupuytren (Dupuytren-Kontraktur) ist dies jedoch Alltag. Denn bei der Erkrankung kommt es zu Veränderungen im Bindegewebe der Hand. Als Folge lassen sich einzelne oder mehrere Finger immer weniger strecken und krümmen sich Richtung Handinnenfläche. In Deutschland leben circa 1,3 bis 1,9 Millionen Menschen mit einer Dupuytren-Kontraktur.

Man sieht eine Hand.
Wer Morbus Dupuytren hat, kann nicht ohne Weiteres alle Finger ausstrecken.

Auch wenn Menschen mit Morbus Dupuytren in der Regel keine Schmerzen haben, leiden sie oft stark unter den Einschränkungen, die durch die Erkrankung entstehen. Die Hände nicht richtig einsetzen zu können, ist für die meisten Menschen eine große Belastung. Denn Hände sind nicht nur Tast- und Greiforgane, sondern dienen auch der Kommunikation und Interaktion.

Der Alltag der Betroffenen ist in vielen Situationen beeinträchtigt: So kann bereits einfaches Händeschütteln unangenehm werden, wenn man gezwungen ist, jemandem mit nach innen gekrümmtem Finger die Hand zu geben. Viele macht das verlegen. Die Fingerversteifung stört bei den meisten grundlegenden Aufgaben der Hand, so zum Beispiel bei einfachem Zugreifen – etwa beim Schalten und Lenken im Auto. Auch das Tippen auf einer Tastatur oder das Greifen einer Computermaus ist schwierig.

Morbus Dupuytren tritt vor allem bei Menschen im 4. bis 6. Lebensjahrzehnt auf. Die Erkrankung entwickelt sich sehr langsam und in Schüben. Anfangs ist die Fingerstreckung noch nicht eingeschränkt und die Erkrankung macht sich vor allem durch Knötchen oder bindegewebige Stränge in der Handfläche bemerkbar. Zu Beginn der Dupuytren-Kontraktur halten viele diese für einfache Schwielen.

Auf Dauer wird die Fingerstreckung immer stärker erschwert und der betroffene Finger verkrümmt sich immer mehr zur Handinnenfläche hin. Je nach Ausprägung beeinträchtigt das die Funktion der Hand unter Umständen stark.

Bei den meisten Patienten sind vor allem der Ringfinger und der kleine Finger von der Dupuytren-Kontraktur betroffen. Die Beschwerden treten in der Regel an beiden Händen auf, wobei sich der Morbus Dupuytren hier in einem unterschiedlichen Tempo entwickeln kann.

Je nachdem, wie stark die Fingerstreckung erschwert ist, lässt sich Morbus Dupuytren in verschiedene Stadien einteilen. Sobald die Fingerstreckung um mehr als 30 Grad beeinträchtig ist oder der Betroffene die Handfläche nicht mehr flach auf den Tisch legen kann, empfehlen Mediziner als Therapie der Dupuytren-Kontraktur häufig eine Operation. Die chirurgischen Maßnahmen sollen Hand und Finger wieder beweglich machen.

Aber auch nicht-operative Maßnahmen können bei Morbus Dupuytren zum Einsatz kommen, so etwa die Injektion eines Enzyms (Kollagenase) oder die sogenannte Nadelfasziotomie. Beide Methoden haben gemeinsam, dass sie die Struktur der bindegewebigen Stränge aufbrechen. Im Anschluss an beide Verfahren streckt der Arzt die Finger manuell. Bei der Enzym-Spritze geschieht dies durch Kollagenase, ein Enzym, dass das Kollagen der Stränge auflöst. Bei der Nadelfasziotomie durchtrennt der Arzt mit einer speziellen Nadel die Stränge mechanisch.

In früheren Stadien der Dupuytren-Kontraktur kann versucht werden, ein Fortschreiten der Erkrankung mithilfe von Röntgenbestrahlung aufzuhalten. Viele Betroffene mit Morbus Dupuytren zögern einen Arztbesuch jedoch lange (manchmal jahrelang) heraus, sodass diese Therapie-Form nicht für alle Patienten infrage kommt.

Weiterlesen: Morbus Dupuytren (Dupuytren-Kontraktur): Definition

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