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Morbus Dupuytren (Dupuytren-Kontraktur)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (08. Oktober 2013)

Die Hände nicht richtig nutzen zu können, mag sich kaum jemand vorstellen. Für Betroffene mit Morbus Dupuytren (Dupuytren-Kontraktur) ist dies jedoch oft Alltag. Denn bei der Erkrankung kommt es zu Veränderungen im Bindegewebe der Hand. Als Folge lassen sich einzelne oder mehrere Finger immer weniger strecken und krümmen sich Richtung Handinnenfläche. In Deutschland leben schätzungsweise 1,3 bis 1,9 Millionen Menschen mit Morbus Dupuytren.

Zwar haben Dupuytren-Betroffene in der Regel keine Schmerzen, dennoch leiden sie oft stark unter den Einschränkungen, die durch die Erkrankung entstehen. Die Hände nicht richtig einsetzen zu können, ist für die meisten Menschen eine große Belastung. Denn Hände sind nicht nur Tast- und Greiforgane, sondern dienen auch der Kommunikation und sozialen Interaktion.

Der Alltag der Patienten ist in zahlreichen Situationen beeinträchtigt: Bereits einfaches Händeschütteln kann schwierig werden, wenn man gezwungen ist, jemandem mit nach innen gekrümmtem Finger die Hand zu geben. Viele macht das verlegen. Die Fingerversteifung stört bei den meisten grundlegenden Aufgaben der Hand, so zum Beispiel beim Zugreifen – etwa beim Schalten und Lenken im Auto. Auch das Tippen auf einer Tastatur oder das Greifen einer Computermaus ist schwierig.

Morbus Dupuytren tritt vor allem bei Menschen im 4. bis 6. Lebensjahrzehnt auf. Die Erkrankung entwickelt sich sehr langsam und in Schüben. Anfangs ist die Fingerstreckung noch nicht eingeschränkt und die Erkrankung macht sich vor allem durch Knötchen oder bindegewebige Stränge in der Handfläche bemerkbar. Zu Beginn der Dupuytren-Kontraktur halten viele diese einfach für Schwielen. Nach und nach wird es dann schwieriger, den Finger zu strecken und der betroffene Finger verkrümmt sich immer mehr zur Handinnenfläche hin. Je nach Ausprägung beeinträchtigt das die Funktion der Hand zum Teil stark.

Bei den meisten Patienten sind vor allem der Ringfinger und der kleine Finger von der Dupuytren-Kontraktur betroffen. Die Beschwerden treten in der Regel an beiden Händen auf, wobei sich der Morbus Dupuytren hier bei rechter und linker Hand unterschiedlich schnell entwickeln kann.

Je nachdem, wie stark die Fingerstreckung erschwert ist, lässt sich Morbus Dupuytren in verschiedene Stadien einteilen. Sobald die Fingerstreckung um mehr als 30 Grad beeinträchtig ist oder der Betroffene die Handfläche nicht mehr flach auf den Tisch legen kann, empfehlen Mediziner als Therapie der Dupuytren-Kontraktur häufig eine Operation. Die chirurgischen Maßnahmen sollen Hand und Finger wieder beweglich machen.

Aber auch nicht-operative Maßnahmen können bei Morbus Dupuytren zum Einsatz kommen, so etwa die sogenannte Nadelfasziotomie oder die Injektion eines Enzyms (Kollagenase). Beide Methoden haben gemeinsam, dass sie die Struktur der bindegewebigen Stränge aufbrechen. Bei der Enzym-Spritze geschieht dies durch die Kollagenase, ein Enzym, welches das Kollagen der Stränge auflöst. Bei der Nadelfasziotomie durchtrennt der Arzt die Stränge dagegen mechanisch mit einer speziellen Nadel. Im Anschluss an beide Verfahren streckt der Arzt die Finger manuell.

In frühen Stadien der Dupuytren-Kontraktur kann eine Behandlung mit Röntgenstrahlen das Fortschreiten der Erkrankung zum Teil aufhalten. Viele Betroffene mit Morbus Dupuytren zögern einen Arztbesuch manchmal jahrelang heraus, sodass diese Therapie-Form nicht für alle Patienten infrage kommt.






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