Morbus Dupuytren (Dupuytren-Kontraktur): Therapie

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (05. Januar 2017)

Operative Maßnahmen

Ab einer gewissen Beugeeinschränkung der Finger durch Morbus Dupuytren (Dupuytren-Kontraktur) besteht die Therapie in der Regel in einer Operation der Hand. Ärzte empfehlen eine OP im Allgemeinen:

  • ab einer Fingerbeugung von 30 Grad.
  • wenn der Betroffene die Hand nicht mehr flach auf den Tisch legen kann.

Die operative Maßnahme soll die Beweglichkeit der Finger wieder herstellen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den chirurgischen Eingriff durchzuführen:

  • Der Arzt durchtrennt den Bindegewebsstrang, der die Bewegungseinschränkung verursacht.
  • Der Arzt schneidet den Bindegewebsstrang heraus, der die Bewegungseinschränkung verursacht.
  • Der Arzt schneidet die fächerförmige Bindegewebeplatte der Hand (sog. Palmaraponeurose) teilweise oder komplett heraus.

Zum Teil verläuft die Heilung nach der Operation recht langwierig. Rückfälle sind häufig, treten jedoch seltener auf, wenn bei der Operation Gewebe großzügiger entfernt wurde. Mögliche Komplikationen infolge einer Operation bei Morbus Dupuytren können zum Beispiel sein:

  • Nervenverletzungen
  • Gefäßverletzungen
  • Probleme mit der Wundheilung
  • ungünstige Vernarbung (Narbengewebe schrumpft und verhärtet sich, sog. Narbenkontraktur)

Nach der Operation hilft Physiotherapie den Betroffenen dabei, rasch wieder mehr Beweglichkeit in den Fingern beziehungsweise der Hand zu erlangen.

Nicht-operative Maßnahmen

Auch nicht-operative Methoden stehen zur Verfügung, um Morbus Dupuytren zu behandeln beziehungsweise dessen Fortschreiten aufzuhalten, zum Beispiel:

  • Nadelfasziotomie: Hierbei sticht der Arzt in mehreren Sitzungen mit speziellen Nadeln in die verhärteten Stränge und zerstört diese zum Teil, sodass die Strangreste durch das Strecken des Fingers einreißen können.
  • Enzym-Spritze: Bei dieser Methode injiziert der Arzt in mehreren Sitzungen ein Enzym (Kollagenase) in die verhärteten Stränge, das diese auflöst, da die Stränge hauptsächlich aus Kollagen bestehen. Später streckt der Arzt den Finger dann manuell. Hinweis: Aktuell ist diese Methode in Deutschland nicht mehr im Einsatz, da das dafür zugelassene Kollagenase-Produkt 2012 aus dem Vertrieb genommen wurde. Ausschlaggebend hierfür war das Ergebnis einer Nutzenbewertung, laut dem die Behandlung mit Kollagenase für den Patienten keinen Zusatznutzen im Vergleich zu anderen üblichen Therapien hat.
  • Strahlentherapie: Im Rahmen einer Strahlentherapie setzt man die verkrümmten Finger in mehreren Sitzungen einer Röntgenstrahlung aus. Dies soll das Fortschreiten der Dupuytren-Kontraktur verlangsamen und kann vor allem im Anfangsstadium der Erkrankung helfen. Die Strahlung behindert die knötchenbildenden Zellen daran, sich zu vermehren. Viele Betroffene suchen jedoch erst mit fortgeschrittener Erkrankung den Arzt auf, sodass diese Therapieform oft nicht infrage kommt.

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