Morbus Dupuytren (Dupuytren-Kontraktur): Was ist das?

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (05. Januar 2017)

Bei Morbus Dupuytren (Dupuytren-Kontraktur) verändert sich die fächerförmige Bindegewebeplatte der Hand (sog. Palmaraponeurose) derart, dass ihre faserige Struktur verlorengeht. Als Folge verdicken beziehungsweise verhärten sich die Fingersehnen zu Strängen und es bilden sich Knötchen, während gleichzeitig die Bindegewebeplatte der Hand schrumpft.

Diese Vorgänge können die Beweglichkeit der Finger stark einschränken und diese verkrümmen, sodass eine Streckung einzelner oder mehrerer Finger teilweise nicht mehr möglich ist. Schmerzen treten dabei in der Regel nicht auf. Meist sind beide Hände von der Dupuytren-Krankheit betroffen.

Schon gewusst?
Die Bezeichnung Morbus Dupuytren geht auf den französischen Chirurgen Baron Guillaume Dupuytren (1777-1835) zurück. Er beschrieb als Erster, wie man die Verkürzung der Finger-Beugesehnen operativ behandeln kann.

Stadien bei Morbus Dupuytren

Stadium Einschränkung der Fingerstreckung bei Morbus Dupuytren
0 keine Einschränkungen, gesunde Hand
N Beim Betroffenen liegen bindegewebige Stränge oder Knötchen in der Handfläche vor, die Fingerstreckung ist jedoch noch nicht behindert.
1 Die Fingerstreckung ist um 1 bis 45 Grad beeinträchtigt.
2 Die Fingerstreckung ist um 45 bis 90 Grad beeinträchtigt.
3 Die Fingerstreckung ist um 90 bis 135 Grad beeinträchtigt.
4 Die Fingerstreckung mehr als 135 Grad beeinträchtigt.


Häufigkeit

Morbus Dupuytren tritt weltweit auf. In Deutschland sind schätzungsweise 1,3 bis 1,9 Millionen Menschen von der Erkrankung betroffen. Bei Männern kommt es zudem etwa fünfmal häufiger zu Morbus Dupuytren als bei Frauen beziehungsweise tritt dieser bei Männern in etwas jüngeren Jahren auf. In der Regel befinden sich die Betroffenen zum Zeitpunkt der Erkrankung in ihrer zweiten Lebenshälfte, meist zwischen dem 40. bis 80. Lebensjahr. In manchen Familien tritt die Dupuytren-Krankheit gehäuft auf.


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