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Morbus Crohn

Komplikationen

Stand: 19. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Bei Morbus Crohn kann es im weiteren Verlauf zu verschiedenen Komplikationen kommen, die in erster Linie den Darm betreffen. Dazu gehören:

  • Fisteln (in etwa 30 bis 50 Prozent der Fälle von Morbus Crohn): Fisteln sind spontan entstandene, schlauchartige Verbindungen zwischen einem Hohlorgan und der Körperoberfläche (äußere Fistel) oder zwischen zwei Hohlorganen (innere Fistel). Fisteln heilen schlecht und können immer wieder auftreten. Zeichen für eine Fistelbildung bei Morbus Crohn sind zum Beispiel verschmutzte Unterwäsche, Stuhl im Urin, bei Frauen auch Stuhlabgang über die Scheide. Fisteln sind meist relativ schmerzlos.
  • Abszessbildung (bei etwa 20 Prozent der Fälle von Morbus Crohn): Ein Abszess ist eine Eiteransammlung in einer nicht vorgebildeten Gewebshöhle. Abszesse bilden sich vor allem im Analbereich und sind äußerst schmerzhaft.
  • Darmverschluss (Ileus): Der Darmverschluss kann zwei Ursachen haben: Es bilden sich Narben oder es entstehen entzündliche Schwellungen infolge von Morbus Crohn. Im letzteren Fall kann sich der Verschluss zurückbilden, wenn es möglich ist, über eine Magensonde den gestauten Darminhalt abzusaugen. Eine Operation ist dann nicht mehr notwendig.
  • Konglomerattumor: Wenn entzündete Darmschlingen miteinander verkleben, entsteht der Eindruck einer Geschwulstbildung, die man als Konglomerattumor bezeichnet. Dieser ist als eine Art Walze von außen durch die Bauchdecke tastbar und kann bereits bei der körperlichen Untersuchung auffallen. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um eine bösartige Neubildung.
  • Darmdurchbruch (Perforation): Der Darmdurchbruch ist eine lebensbedrohliche Komplikation von Morbus Crohn und erfordert eine sofortige Operation.
  • Schwere Darmblutungen: Die Blutverluste bei Darmblutungen lassen sich in der Regel durch Bluttransfusionen ausgleichen. In seltenen Fällen ist eine Operation notwendig.

Komplikationen bei Morbus Crohn können auch außerhalb des Darms auftreten, sind aber seltener:

  • Nierensteine oder Gallensteine
  • Gelenkentzündungen mit typischen Gelenkschmerzen
  • Entzündungen am Auge
  • Entzündungen der Gallenwege (häufiger bei Männern)
  • Hautveränderungen in Form von schmerzhaften, rötlich-blauen Hautknötchen, die vor allem an den Unterschenkeln auftreten (sog. Erythema nodosum)

Weiterlesen: Morbus Crohn: Vorbeugen

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