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Morbus Crohn

Morbus Crohn: Therapie

Stand: 19. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Da Morbus Crohn in Schüben verläuft, hängt die Therapie in hohem Maße davon ab, ob gerade ein akuter Schub vorliegt oder nicht und wie schwer der Schub ist (d.h. ob eine leichte, mäßige oder hohe Entzündungsaktivität besteht). In jedem Fall kommen gegen den Morbus Crohn vor allem Medikamente zum Einsatz, wobei verschiedene Mittel zur Verfügung stehen. Begleitend zur medikamentösen Behandlung ist außerdem eine Psychotherapie beziehungsweise eine psychosomatische Betreuung sinnvoll. Darüber hinaus macht die chronische Entzündung des Magen-Darm-Trakts in ihrem Verlauf oft operative Maßnahmen erforderlich.

Grundsätzlich zielt die Morbus-Crohn-Therapie darauf ab,

  • die Symptome zu verringern,
  • die Zeitabstände zwischen den Krankheitsschüben zu verlängern,
  • Komplikationen zu vermeiden und
  • operative Eingriffe so lange wie möglich hinauszuschieben.

Bis zu 70 Prozent der Menschen mit Morbus Crohn sind durch die Therapie beschwerdefrei. Eine völlige Heilung der chronisch-entzündlichen Erkrankung ist bisher jedoch nicht möglich.

Medikamente

Mittel gegen Durchfall

Führt Morbus Crohn zu akuten Beschwerden, besteht die Therapie zunächst darin, den Durchfall durch Medikamente zu stoppen. Wirksame Mittel gegen Durchfall sind die sogenannten Antidiarrhoika (z.B. Loperamid).

Entzündungshemmer

Bei einem akuten Morbus-Crohn-Schub stehen zur Therapie außerdem verschiedene Medikamente zur Verfügung, die als Entzündungshemmer wirken:

  • Kortison: Während der entzündlichen Krankheitsschübe kommen oft entzündungshemmende Kortisonpräparate zum Einsatz.
  • Aminosalicylate: Weitere geeignete Medikamente gegen Morbus Crohn – vor allem wenn der Dickdarm von der Darmentzündung betroffen ist – sind Sulfasalazin oder Mesalazin. Diese Mittel kommen in Form von Tabletten, Zäpfchen oder Einläufen (Klistieren) zum Einsatz.
  • Mittel zur Hemmung des Zellwachstums (sog. Zytostatika): In manchen Fällen ist zur Therapie auch der Wirkstoff Methotrexat empfehlenswert – er hemmt das Zellwachstum.
  • Wirkstoffe, die das Immunsystem unterdrücken (sog. Immunsuppressiva): Bei hoher Entzündungsaktivität eignen sich etwa Azathioprin oder 6-Mercaptopurin (6-MP) zur Morbus-Crohn-Therapie.
  • Antibiotika: Bei Fistelbildungen und Eitereinschlüssen ist zum Beispiel das Antibiotikum Metronidazol zur Behandlung von Morbus Crohn geeignet.

Um weitere Morbus-Crohn-Schübe zu verhindern beziehungsweise den nächsten Schub hinauszuzögern, empfiehlt es sich, bestimmte Medikamente über einen längeren Zeitraum (auch wenn die akuten Beschwerden nachgelassen haben) einzunehmen. Azathioprin oder 6-Mercaptopurin wirken hier am besten. Ratsam ist eine mehrjährige Therapie (mindestens 4 bis 5 Jahre).

Ein relativ neues Medikament ist Infliximab, ein Antikörper gegen den Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha). TNF-alpha ist ein Botenstoff, der an Entzündungsreaktionen beteiligt ist. Infliximab kann in sehr schweren Fällen weiterhelfen, wenn Azathioprin und Steroide wie Kortison bei der Morbus-Crohn-Therapie nicht ausreichend wirken. Infliximab zählt zu den sogenannten Biologika, das heißt, der Aufbau des Wirkstoffs ähnelt körpereigenen Antikörpern, die entzündungshemmend wirken. Wendet man den Wirkstoff regelmäßig an, kann Infliximab dazu beitragen, dass die infolge der Entzündung an der Darmschleimhaut entstandenen Schäden heilen. Dadurch sind Operationen und damit verbundene Krankenhausaufenthalte bei Morbus Crohn seltener notwendig; außerdem ist ein Verzicht auf die weitere Behandlung mit Kortikosteroiden möglich.

Weiterlesen: Morbus Crohn: Therapie – Operation

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