Morbus Bechterew (bechterewsche Krankheit, Spondylitis ankylosans)

Morbus Bechterew (bechterewsche Krankheit, Spondylitis ankylosans)

Morbus Bechterew (bechterewsche Krankheit, Spondylitis ankylosans): Ursachen

Stand: 15. November 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Morbus Bechterew (bechterewsche Krankheit, Spondylitis ankylosans) entsteht durch eine krankhafte Immunreaktion des Organismus, aus der sich eine chronische Entzündung, vor allem der Wirbelsäule, entwickelt. Ursachen hierfür sind Erbanlagen und Umwelteinflüsse beziehungsweise ein zwischen ihnen gestörtes Wechselspiel:

Bei etwa 95 Prozent der Menschen mit Spondylitis ankylosans findet sich ein bestimmtes Erbmerkmal namens HLA-B27. Dieses Erbmerkmal kommt auch bei etwa 7 bis 8 Prozent der gesunden Bevölkerung vor. Doch sein gehäuftes Vorkommen bei Menschen mit Morbus Bechterew weist darauf hin, dass die Entstehung der Krankheit zumindest teilweise auf Vererbung beruht. Das heißt: Der Erbfaktor HLA-B27 begünstigt den Morbus Bechterew – entweder direkt oder über andere (noch unbekannte) Erbfaktoren, die wiederum die Ursachen für die Krankheit sind.

HLA-B27 gehört zu einer bestimmten Gruppe von Teilchen (Molekülen), die eine wichtige Rolle bei der Infektionsabwehr und der Unterscheidung des Immunsystems zwischen "fremd" und "eigen" spielen. Ähnlich wie die Blutgruppen bleiben sie ein Leben lang gleich, sind aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Das HLA-B27-Molekül hat eine dreidimensionale Form, in der es bestimmte Bakterien, vor allem die Erreger von Durchfall und Harnröhrenentzündungen (z.B. Yersinien, Salmonellen, Chlamydien) einschließt und sie damit für bestimmte Abwehrzellen des Immunsystems (die T-Lymphozyten) erkennbar macht. Diesen Abwehrzellen gelingt es jedoch nicht, die eingeschlossenen Bakterienbestandteile wirksam zu beseitigen, sodass eine chronische Entzündung entsteht. Dies kann der Auslöser für die Spondylitis ankylosans sein: Tatsächlich fanden sich bei Menschen mit Morbus Bechterew und anderen verwandten Erkrankungen solche durch HLA-B27 aktivierte Abwehrzellen (sog. zytotoxische T-Lymphozyten), die chronische Entzündungen verursachen können. Die chronische Entzündung, die bei Morbus Bechterew aus ungeklärten Ursachen vor allem die Wirbelsäule betrifft, führt zu einer allmählichen Verknöcherung der Weichteile zwischen den Wirbelkörpern und zur Zerstörung der betroffenen Gelenke.

Weiterlesen: Morbus Bechterew (bechterewsche Krankheit, Spondylitis ankylosans): Ursachen – Weitere Ursachen

Das könnte Sie auch interessieren

Orthopädische Erkrankungen

Orthopädische Erkrankungen

Erfahren Sie im Überblick mehr über orthopädische Erkrankungen und wie sie behandelt werden! mehr ...

Weitere Themen:

Am häufigsten gelesen

Leben mit Krebs

Leben mit Krebs

Im Themenspecial finden Betroffene und Angehörige Informationen zu modernen Therapieformen sowie zur aktuellen Krebsforschung. mehr ...

Weitere Themen:

Disclaimer:

© 2012 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.