Morbus Bechterew (bechterewsche Krankheit, Spondylitis ankylosans)

Morbus Bechterew (bechterewsche Krankheit, Spondylitis ankylosans)

Morbus Bechterew (bechterewsche Krankheit, Spondylitis ankylosans): Symptome

Stand: 15. November 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Im frühen Stadium von Morbus Bechterew (bechterewsche Krankheit, Spondylitis ankylosans) sind die Symptome häufig wenig kennzeichnend. Hauptsymptom von Morbus Bechterew ist der entzündliche Rückenschmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule. Dieser Schmerz zeigt folgende Merkmale:

  • Er setzt vor dem 45. Lebensjahr ein,
  • er beginnt langsam,
  • er dauert länger als drei Monate an,
  • sein morgendliches Schmerzmaximum ist verbunden mit einer Morgensteifigkeit der Wirbelsäule,
  • er bessert sich durch Bewegung.

Die Rückenschmerzen sitzen zu Beginn eines Morbus Bechterew fast immer tief (Kreuzschmerzen). Der Grund: Die bechterewsche Krankheit beginnt in der Regel mit einer Entzündung der Iliosakralgelenke (sog. Sakroiliitis). Das Iliosakralgelenk verbindet das Kreuzbein mit dem Becken. Später treten die Symptome auch an der restlichen Wirbelsäule auf, die sich zu versteifen beginnt.

Morbus Bechterew kann sich von Fall zu Fall unterschiedlich entwickeln: Teils bleiben die Symptome ausschließlich auf den Bereich der Wirbelsäule beschränkt, wobei in einigen Fällen von Morbus Bechterew schubweise auftretende Entzündungsschmerzen vorherrschend sind, in anderen Fällen die fortschreitende Versteifung der Wirbelsäulengelenke im Vordergrund steht. Manchmal kann sich die Spondylitis ankylosans auch auf andere Gelenken und Organe auswirken – dann können folgende Symptome auftreten:

  • Etwa 40 Prozent aller Fälle von Morbus Bechterew gehen mit einer Arthritis in Gelenken der Gliedmaßen einher: Dann schmerzen die großen Gelenke wie Knie, Hüften und Schultern und sind entzündet. Vor allem die Hüften können durch die Entzündung schon in jungen Jahren zerstört werden.
  • Etwa 20 bis 30 Prozent aller Menschen mit Spondylitis ankylosans entwickeln Enthesiopathien: Dann entzünden sich Sehnen, Sehnengleitgewebe und Schleimbeutel und schmerzen. Beispielsweise reagiert die Achillesferse sehr häufig mit Schmerzen auf Druck (Achillodynie). Auch ein Fersensporn entwickelt sich oft.
  • In etwa 30 bis 50 Prozent der Fälle von Morbus Bechterew findet sich eine Iridozyklitis: Diese wiederkehrende Entzündung der vorderen Augenkammer und der Regenbogenhaut (vordere Uveitis) kann durch Verklebungen die Sehkraft einschränken. Die typischen Symptome sind gerötete Augen, Schmerzen und Lichtempfindlichkeit. Menschen mit dem Erbmerkmal HLA-B27 haben manchmal immer wieder auftretende Iridozyklitiden ohne andere Anzeichen von Morbus Bechterew.
  • Die bechterewsche Krankheit kann auch mit einer Herzbeteiligung einhergehen: Selten entzündet sich die Hauptschlagader (sog. Aortitis), was zu Klappenfehlern der Aortenklappe (Aorteninsuffizienz) führt. Häufiger treten Herzrhythmusstörung, vor allem der Vorhöfe, mit anfallartigem Herzrasen (supraventrikuläre Tachykardien) und Störungen der Reizleitung (AV-Block) auf. Gefährlich sind diese Rhythmusstörungen jedoch sehr selten.

Nur in Einzelfällen tritt bei Morbus Bechterew eine milde Lungenfibrose, vor allem in den Lungenoberfeldern, auf. Und Durchfälle sind mögliche Symptome einer milden Dickdarmbeteiligung (Colitis).

Weiterlesen: Morbus Bechterew (bechterewsche Krankheit, Spondylitis ankylosans): Diagnose

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