Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans): Diese Symptome sind typisch

Veröffentlicht von: Till von Bracht (07. September 2016)

Die mit Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans) verbundenen Symptome sind im frühen Stadium oft wenig kennzeichnend. Das Hauptsymptom von Morbus Bechterew ist der entzündliche Rückenschmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule.

Typisch für die Rückenschmerzen bei Morbus Bechterew ist, dass:

  • sie vor dem 45. Lebensjahr einsetzen,
  • langsam beginnen,
  • länger als drei Monate andauern,
  • ihr morgendliches Schmerzmaximum mit einer Morgensteifigkeit der Wirbelsäule verbunden ist und
  • sie sich durch Bewegung bessern.

Anfangs treten die Rückenschmerzen bei Morbus Bechterew fast immer als tief sitzende Kreuzschmerzen auf. Der Grund: Die Spondylitis ankylosans beginnt in der Regel mit einer Entzündung der Iliosakralgelenke (sog. Sakroiliitis). Das Iliosakralgelenk verbindet das Kreuzbein mit dem Becken. Später verursacht der Morbus Bechterew die schmerzhaften Symptome auch an der restlichen Wirbelsäule, die sich zu versteifen beginnt.

Die Schmerzen können über eine lange Zeit kommen und gehen – nach einem akuten und schmerzhaften Krankheitsschub bilden sich die Symptome häufig zurück, sodass viele Betroffene wieder in ihre normale Haltung zurückkehren können. Selbst nach einer Krankheitsdauer von 40 Jahren kommen neun von zehn Morbus-Bechterew-Patienten im Alltag ohne fremde Hilfe aus.

Die Morbus-Bechterew-Symptome können sich von Fall zu Fall unterschiedlich entwickeln. Teils bleiben die Beschwerden des Morbus Bechterew ausschließlich auf den Bereich der Wirbelsäule beschränkt: Dabei herrschen in einigen Fällen schubweise auftretende
Entzündungsschmerzen
vor, während in anderen Fällen die fortschreitende Versteifung der Wirbelsäulengelenke im Vordergrund steht.

Teils wirkt sich die Spondylitis ankylosans auch auf andere Gelenken und Organe aus. Dann können zusätzlich folgende Beschwerden auftreten:

  • In etwa 40 Prozent aller Fälle ruft Morbus Bechterew Symptome einer Arthritis in Gelenken der Gliedmaßen hervor: Dann schmerzen die großen Gelenke wie Knie, Hüften und Schultern und sind entzündet. Vor allem die Hüften können durch die Entzündung schon in jungen Jahren zerstört werden.
  • Etwa 20 bis 30 Prozent aller Menschen mit Spondylitis ankylosans entwickeln Enthesiopathien: Dann entzünden sich Sehnen, Sehnengleitgewebe und Schleimbeutel und schmerzen. Beispielsweise reagiert die Achillesferse sehr häufig mit Schmerzen auf Druck (Achillodynie). Oft bildet sich bei Morbus Bechterew auch ein Fersensporn.
  • In etwa 30 bis 50 Prozent der Fälle verursacht Morbus Bechterew wiederholt Symptome einer Iridozyklitis – wie gerötete Augen, Schmerzen und Lichtempfindlichkeit. Die wiederkehrende Entzündung der vorderen Augenkammer und der Regenbogenhaut (vordere Uveitis) kann die Sehkraft einschränken. Bei Menschen mit dem Erbmerkmal HLA-B27 tritt eine Iridozyklitis manchmal immer wieder auf – ohne andere Anzeichen einer Spondylitis ankylosans.
  • Beim Morbus Bechterew sind auch Symptome einer Herzbeteiligung möglich: Selten entzündet sich die Hauptschlagader (sog. Aortitis), was zu Klappenfehlern der Aortenklappe (Aorteninsuffizienz) führt. Häufiger treten Herzrhythmusstörung, vor allem der Vorhöfe, mit anfallartigem Herzrasen (supraventrikuläre Tachykardien) und Störungen der Reizleitung (AV-Block) auf. Gefährlich sind diese Rhythmusstörungen jedoch sehr selten.

Des Weiteren können Durchfälle bei Morbus Bechterew als Symptome einer milden Dickdarmbeteiligung (Colitis) auftreten. In Einzelfällen ruft die Spondylitis ankylosans auch eine milde Lungenfibrose hervor.


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