Morbus Bechterew (bechterewsche Krankheit, Spondylitis ankylosans)

Morbus Bechterew (bechterewsche Krankheit, Spondylitis ankylosans)

Morbus Bechterew (bechterewsche Krankheit, Spondylitis ankylosans): Definition

Stand: 15. November 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Der Begriff Morbus Bechterew (bzw. bechterewsche Krankheit) bezeichnet per Definition eine chronische, entzündlich-rheumatische Erkrankung, die zwar auch die Gelenke der Arme und Beine, die Sehnen und Sehnenansätze, die Regenbogenhaut der Augen und – seltener – innere Organe betreffen kann. Vor allem ist beim Morbus Bechterew aber die Wirbelsäule dauerhaft entzündet und kann zunehmend versteifen. Aus diesem Grund nennt man die bechterewsche Krankheit auch Spondylitis ankylosans oder ankylosierende Spondylitis:

  • Eine Spondylitis ist eine Wirbelentzündung,
  • ankylosans bedeutet versteifend.

Obwohl die Spondylitis ankylosans eine rheumatische Erkrankung ist, sind bei den Betroffenen im Blut keine Rheumafaktoren festzustellen – sie sind seronegativ. Dieses Merkmal trifft auch auf andere rheumatische Erkrankungen zu, die mit dem Morbus Bechterew weitere Symptome gemeinsam haben – wie chronische entzündliche Rückenschmerzen und/oder Arthritis der Gelenke der Gliedmaßen. Deshalb fasst man diese Erkrankungen in einer Gruppe namens seronegative Spondylarthropathien oder auch Spondylarthritiden zusammen.

Jede seronegative Spondylarthropathie beziehungsweise Spondylarthritis ist dadurch gekennzeichnet, dass bei den Betroffenen gehäuft ein bestimmtes Erbmerkmal – HLA-B27 – vorliegt (daher bezeichnet man sie auch als HLA-B27-assoziierte Spondylarthropathien). Zur Gruppe der seronegativen Spondylarthropathien zählen neben Morbus Bechterew unter anderem:

  • die reaktive Arthritis, die im Anschluss an eine bakterielle Infektion des Magen-Darm-Trakts oder der ableitenden Harnwege auftritt (z.B. mit Durchfallerregern wie Yersinien, Salmonellen oder mit bestimmten Erregern von Harnröhrenentzündungen wie Chlamydien),
  • die Arthritis oder Spondylitis, die bei entzündlichen Darmerkrankungen (wie Morbus Crohn) vorkommt,
  • die Arthritis oder Spondylitis, die sich im Rahmen einer Schuppenflechte (Psoriasis) entwickelt (sog. Psoriasis-Arthritis).

Häufigkeit

Morbus Bechterew (bechterewsche Krankheit, Spondylitis ankylosans) tritt mit einer Häufigkeit von etwa 0,1 bis 0,9 Prozent auf. Meistens beginnt die entzündlich-rheumatische Erkrankung im Alter zwischen 15 und 35 Jahren.

Weiterlesen: Morbus Bechterew (bechterewsche Krankheit, Spondylitis ankylosans): Ursachen

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