Morbus Perthes: Häufige Hüfterkrankung bei Kindern

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (13. Oktober 2016)

© Jupiterimages/iStockphoto

Morbus Perthes ist eine relativ häufige Hüfterkrankung, die meist zwischen dem 3. und 12. Lebensjahr auftritt. Bei dieser Erkrankung ist das Knochengewebe im Bereich des Hüftkopfs nicht mehr ausreichend durchblutet. Je früher Morbus Perthes behandelt wird, desto besser ist die Prognose!

Wenn ein Kind bei körperlicher Aktivität anfängt zu hinken und ihm Hüfte, Knie oder Oberschenkel wehtun, könnte das ein Hinweis auf Morbus Perthes sein. Morbus Perthes entsteht während des kindlichen Wachstums. Weil das Knochengewebes nicht mehr richtig durchblutet ist, sterben Teile des Hüftkopfs ab (sog. Hüftkopfnekrose). Der Bewegungsradius der Hüfte ist dadurch meist eingeschränkt.

Mit der Zeit bildet sich wieder neue Knochensubstanz – dabei ist Geduld gefragt, denn dieser Prozess kann einige Monate bis mehrere Jahre dauern. Während dieser Regenerationsphase ist der Hüftkopf nicht voll belastbar und weniger stabil, sodass er sich verformen kann. Da die Gefahr besteht, dass das Hüftgelenk dauerhaft Schaden nimmt, ist eine frühzeitige Therapie besonders wichtig.

Der Verlauf von Morbus Perthes hängt von vielen Faktoren ab, so unter anderem vom Alter des Kindes, aber auch davon, wie viel Gewebe abgestorben ist und wie stark die Bewegungseinschränkung ist. Während Morbus Perthes bei vielen Kindern ohne Folgen ausheilt, bleibt bei anderen der Hüftkopf verformt, was körperliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen kann – zum Beispiel einen vorzeitigen Gelenkverschleiß der Hüfte. Um dies zu verhindern, ist manchmal eine Operation vonnöten, in welcher der Chirurg die Fehlstellung korrigiert.

Illustration: Anatomie des Beckens mit Darstellung des Hüftkopfs © LifeART image/2001/ Lippncott Williams & Wilkins all rights rese

Bei Morbus Perthes stirbt das Gewebe des Hüftkopfes ab – manchmal sind auch beide Hüftköpfe betroffen. Der Hüftkopf bildet gemeinsam mit der Hüftpfanne das Hüftgelenk.

Benannt nach einem Arzt

Morbus Perthes (lat. morbus = Krankheit) wurde nach dem deutschen Chirurgen Georg Clemens Perthes benannt, der die Erkrankung Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckte. Morbus Perthes ist auch unter dem Begriff Perthes-Calvé-Legg-Krankheit beziehungsweise Morbus Legg-Calvé-Perthes bekannt, da zwei weitere Forscher etwa zeitgleich mit dem Deutschen die Krankheit beschrieben: Jacques Calvé, ein französischer Orthopäde, und Arthur T. Legg, ein Chirurg aus Amerika. Manchmal bezeichnen Mediziner Morbus Perthes auch als "idiopathische kindliche Hüftkopfnekrose" (idiopathisch = ohne erkennbare Ursache) beziehungsweise "juvenile Hüftkopfnekrose" (juvenil = jugendlich).


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