Morbus Menière: Flüssigkeitsstau im Innenohr

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (04. April 2017)

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Morbus Menière (Menière-Krankheit) ist eine Erkrankung des Innenohrs, die zu Anfällen von starkem Drehschwindel, Tinnitus und Schwerhörigkeit führen kann. Häufig betreffen die Symptome nur ein Ohr.

Teilweise spüren Betroffene während eines Anfalls auch ein Druckgefühl im Ohr. Je nachdem, wie stark die Schwindelgefühle sind, kommt es während eines Anfalls zusätzlich zu starker Übelkeit und Erbrechen.

Bei manchen Betroffenen können zwischen den Menière-Anfällen längere Zeitabschnitte liegen, manchmal Monate oder Jahre. Bei anderen treten mehrere Anfälle in einem kurzen Zeitraum gehäuft auf, etwa ein paar Tage hintereinander. Zwischen den Anfällen bessern sich die Beschwerden anfangs meist noch, später kommt es häufig zu einer bleibenden Hörminderung und dauerhaften Ohrgeräuschen. Insgesamt ist die Menière-Krankheit relativ selten, es kommt jedoch bei Betroffenen mit Drehschwindel häufiger zu Fehldiagnosen.

Die Symptome, die während eines Menière-Anfalls auftreten, haben ihre Ursache im Innenohr. Hier kommt es im sogenannten Labyrinth zu einem Flüssigkeitsstau. Im Labyrinth finden sich auch das Gleichgewichts- und das Hörorgan. Mithilfe der Flüssigkeit im Labyrinth können normalerweise Signale über Bewegungen und Positionen des Körpers an das Gehirn weitergeleitet werden, ebenso wie über Geräusche.

Morbus Menière: Aufbau des Ohrs

Aufbau des Ohrs: Bei Morbus Menière staut sich in einem Teil des Labyrinths Flüssigkeit an.

Durch den Flüssigkeitsstau im Labyrinth (sog. endolymphatischer Hydrops) gerät die Signalweiterleitung jedoch durcheinander und führt als Folge zu Beschwerden wie Schwindel, Tinnitus und Hörproblemen. Warum sich bei Menière-Betroffenen die Flüssigkeit im Labyrinth aufstaut, ist bislang nicht bekannt.

Welchen Verlauf die Menière-Krankheit nimmt, lässt sich nur schwer sagen. Während Morbus Menière bei manchen Betroffenen in einem leichten Stadium stehen bleibt, verstärken sich die Beschwerden bei anderen über die Jahre stetig. Nach einigen Jahren bleibt jedoch der Drehschwindel häufig irgendwann aus. Mediziner sprechen dann von einer "ausgebrannten Menière-Krankheit" oder einem "ausgebrannten Labyrinth".

Ein akuter Menière-Anfall dauert durchschnittlich zwischen 20 Minuten und 4 Stunden. Während eines akuten Anfalls besteht die Behandlung in der Regel aus Bettruhe und Medikamenten, die dem Schwindel beziehungsweise Übelkeit und Brechreiz entgegenwirken.

Für Betroffene, bei denen die Anfälle sehr häufig auftreten, gibt es verschiedene medikamentöse und operative Methoden, mit denen man die Funktion des Labyrinths vorübergehend ausschalten oder dauerhaft herabsetzen kann.


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