Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (05. Januar 2015)

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Unter dem Begriff Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) versteht man eine Entwicklungsstörung an einzelnen bleibenden Zähnen, deren genaue Ursache bislang unbekannt ist. Der Zahnschmelz der betroffenen Zähne wirkt verfärbt und ist weicher und poröser als normal.

Bei der MIH kommt es meist bereits kurz nach dem Durchbruch der ersten bleibenden Backen- und / oder Schneidezähne zu Beschwerden, also etwa ab einem Alter von sechs Jahren. Während die Milchzähne meist noch vollkommen gesund aussehen, wirken die betroffenen bleibenden Zähne trotz guter Zahnpflege plötzlich gelblich-bräunlich bis cremig-weiß. Das ist nicht nur ein ästhetisches Problem.

Die betroffenen Zähne weisen eine Störung des Zahnschmelzes auf – er ist weicher und poröser als bei gesunden Zähnen. Zum Teil platzen ganze Stücke vom Zahnschmelz einfach durch die normale Druckbelastung beim Kauen ab. Unbehandelt entwickelt sich bei Kindern mit MIH rasch Karies.

Der defekte Zahnschmelz führt außerdem dazu, dass die Zähne extrem empfindlich sind und bereits bei leichten Heiß-Kalt-Wechseln oder auch bei mechanischen Reizen wie beim Zähneputzen mit Schmerzen reagieren. Das macht eine gründliche Zahnpflege für die Kinder oft schwierig.

Welche Ursachen die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation hat, konnte noch nicht geklärt werden. Experten gehen jedoch davon aus, dass nicht eine einzelne Ursache zu der Zahn-Entwicklungsstörung führt, sondern mehrere Faktoren zusammenspielen müssen.

Im Vergleich zu gesunden Zähnen setzt sich der Zahnschmelz bei den betroffenen Zähnen anders zusammen: Der Gehalt an Calcium und Phosphat ist deutlich niedriger. Das wirkt sich nachteilig auf die Festigkeit des Zahnschmelzes aus – er wird weich und porös.

Je nachdem wie stark ausgeprägt die Schmelzdefekte sind und bei wie vielen Zähnen sie auftreten, kann die Behandlung unterschiedlich aussehen. Mögliche Maßnahmen sind zum Beispiel:

Je früher man die Zahnschmelzdefekte behandelt, desto eher kann man größeren Schäden an den Zähnen vorbeugen. Engmaschige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt sollen sicherstellen, dass neue Schäden am Schmelz rasch erkannt werden. Meist erfolgen diese im Abstand von drei Monaten.

Außerdem ist es wichtig, dass die betroffenen Kinder ihre Zähne zuhause möglichst gründlich und konsequent pflegen. Hier ist die Aufmerksamkeit und Mitarbeit der Eltern gefordert.


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