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Mittelohrentzündung (Otitis media)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. November 2015)

© Jupiterimages/iStockphoto

Bei einer Mittelohrentzündung ist die Schleimhaut im Mittelohr entzündet, was zu stechenden Ohrenschmerzen und Fieber führt. Verantwortlich für die Erkrankung können sowohl Bakterien (v.a. Streptokokken und Haemophilus influenzae) als auch Viren sein. 

Häufig beginnt eine Mittelohrentzündung mit einer anderen Infektionskrankheit – zum Beispiel mit einer Erkältung, einer Grippe oder einer Rachenentzündung. Die Erreger steigen dann vom Nasen-Rachen-Raum ins Mittelohr auf und führen dort zu einer Entzündung. 

Der medizinische Fachausdruck für eine Mittelohrentzündung lautet Otitis media.

Eine Mittelohrentzündung kann für die Betroffenen sehr unangenehm sein – vor allem Kleinkinder und Babys leiden sehr unter den Ohrenschmerzen und können den Eltern die ein oder andere schlaflose Nacht bereiten. 

Die charakteristischen Symptome einer Otitis media sind:

Am häufigsten tritt eine Mittelohrentzündung bei Kleinkindern und Babys auf, da bei ihnen die Verbindung zwischen Mittelohr und Rachenraum (Ohrtrompete) noch sehr kurz ist. Innerhalb der ersten drei Lebensjahre erkranken etwa zwei von drei Kindern an einer Mittelohrentzündung.

Doch auch als Erwachsener kann man noch eine Otitis media bekommen – etwa nach einer lang anhaltenden und heftigen Erkältung.

Wenn Kleinkinder unter einer Mittelohrentzündung leiden, wachen sie oft nachts von den Ohrenschmerzen auf. Sie schreien, haben Fieber und können nicht mehr einschlafen. Manchmal klagen die Kinder auch über Bauchschmerzen. Bei Babys zeigen sich die Symptome einer Mittelohrentzündung häufig an ihrem Verhalten: Sie werfen den Kopf von einer Seite auf die andere, sind unruhig, weinerlich und greifen sich oft ans Ohr (Ohrzwang).

Die gute Nachricht: Eine akute Mittelohrentzündung ist in der Regel nicht "gefährlich", sondern "nur" sehr schmerzhaft: Meist heilt eine akute Otitis media innerhalb von einigen Tagen vollständig ab – auch ohne den Einsatz von Antibiotika. 

Antibiotika: ja oder nein?
Antibiotika galten lange Zeit als Standardbehandlung bei einer Mittelohrentzündung. Heutzutage weiß man jedoch, dass eine harmlose Otitis media häufig spontan wieder abheilt. Vor allem bei Kindern ab zwei Jahren und bei Erwachsenen empfiehlt es sich daher, den Verlauf der Mittelohrentzündung zunächst zu beobachten.

Den meisten Kindern helfen Medikamente gegen Schmerzen und Fieber am besten – zum Beispiel mit dem Wirkstoff Paracetamol oder Ibuprofen. Bei regelmäßiger Anwendung in richtiger Dosierung haben bereits nach 24 Stunden 85 von 100 Kindern keine Ohrenschmerzen mehr. Verschlimmern sich jedoch die Symptome, sollten Ärzte doch noch ein Antibiotikum verordnen. Auch bei Kindern unter zwei Jahren ist eine Behandlung mit Antibiotika häufig ratsam. 

Eine grafische Darstellung der Anatomie des Ohres. Bei einer Mittelohrentzündung steigen häufig Bakterien vom Nasen-Rachen-Raum auf bis in das Mittelohr.

Die Ohrtrompete verbindet das Mittelohr mit dem hinteren Rachenraum. Über diese Verbindung können Krankheitserreger aus dem Nasen-Rachen-Raum ins Mittelohr aufsteigen und eine Mittelohrentzündung auslösen.

Generell ist es empfehlenswert, bei Verdacht auf eine Mittelohrentzündung immer einen Hals-Nasen-Ohrenarzt aufzusuchen. Denn durch eine rechtzeitige Behandlung lässt sich meist einer Folgeerkrankung vorbeugen. Um eine akute Mittelohrentzündung zu behandeln, verschreibt der Arzt häufig

  • abschwellende Nasentropfen,
  • Schmerzmittel,
  • fiebersenkende Mittel
  • Antibiotika (vor allem bei Kindern unter zwei Jahren) und
  • empfiehlt Wärme direkt am Ohr (z.B. durch Rotlicht).

Diese Maßnahmen führen in der Regel dazu, dass die Beschwerden der Otitis media innerhalb weniger Tage abklingen. Um den Heilungsprozess bei einer Mittelohrentzündung zu unterstützen, helfen manchmal auch Hausmittel wie Zwiebelsäckchen.

In jedem Fall ist es wichtig, sich bei einer Mittelohrentzündung ausreichend zu schonen, bis sich die Beschwerden bessern. Wenn Sie auch nach Abklingen der Mittelohrentzündung das Gefühl haben, nicht richtig hören zu können, ist es ratsam, noch einmal einen Hals-Nasen-Ohrenarzt zur Nachkontrolle aufzusuchen.

Ist eine Mittelohrentzündung ansteckend?

Die Mittelohrentzündung selbst ist nicht ansteckend. Allerdings kann man sich mit den Infektionen, die der Otitis media zugrunde liegenden, anstecken – zum Beispiel bei einer bakteriellen Entzündung der oberen Atemwege.

Im Verlauf der Mittelohrentzündung kann in manchen Fällen das Trommelfell des Ohrs einreißen (Perforation), wodurch die Schmerzen plötzlich nachlassen. Eiter entleert sich dann über den Gehörgang nach außen. Die Folge einer solchen Perforation kann eine andauernde Mittelohrentzündung sein. Ärzte sprechen dann von einer chronischen Otitis media.

Weitere seltene, aber mögliche Komplikationen: Wenn sich die Mittelohrentzündung in den angrenzenden Knochen, den sogenannten Warzenfortsatz (Mastoid), ausbreitet, kann eine Mastoiditis entstehen. In solchen Fällen muss der Hals-Nasen-Ohrenarzt häufig die entzündeten Stellen mittels eines operativen Eingriffs aus dem Knochen entfernen.



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