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Mittelohrentzündung (Otitis media)

Veröffentlicht von: Till von Bracht (19. November 2014)

Eine Mittelohrentzündung (Otitis media) ist eine akute Erkrankung des Ohrs, die meist durch Bakterien, aber auch von Viren ausgelöst wird.

Am häufigsten tritt eine Mittelohrentzündung bei Kindern im Säuglings- und Kleinkindalter auf – innerhalb der ersten drei Lebensjahre erkranken zwei von drei Kindern an einer Otitis media. Erwachsene sind seltener von einer Mittelohrentzündung betroffen.

Eine Mittelohrentzündung kann für die Betroffenen sehr unangenehm sein. Die Symptome einer Otitis media sind:

Die gute Nachricht: Die Mittelohrentzündung selbst ist nicht ansteckend.

Um eine akute Mittelohrentzündung zu behandeln, verschreibt der Arzt häufig

  • Antibiotika (vor allem bei Kindern unter zwei Jahren),
  • abschwellende Nasentropfen,
  • Schmerzmittel und
  • empfiehlt Wärme direkt am Ohr (z.B. durch Rotlicht).

Diese Maßnahmen führen in der Regel innerhalb weniger Tage dazu, dass die Beschwerden der Otitis media abklingen. Um den Heilungsprozess bei einer Mittelohrentzündung zu unterstützen, helfen manchmal auch Hausmittel wie Zwiebelsäckchen.

Antibiotika galten lange Zeit als Standardbehandlung bei einer Mittelohrentzündung. Heutzutage weiß man jedoch, dass eine harmlose Otitis media häufig spontan wieder abheilt – auch ohne die Gabe von Antibiotika. Vor allem bei Kindern ab zwei Jahren empfiehlt es sich daher, den Verlauf der Mittelohrentzündung zunächst zu beobachten. Verschlimmern sich jedoch die Symptome, sollten Ärzte doch noch ein Antibiotikum verordnen.

Die Mittelohrentzündung verläuft in der Regel ohne Komplikationen – bleibende Schäden kommen nur selten vor. Vielmehr heilt die Otitis media meist folgenlos ab. In manchen Fällen kann das Trommelfell des Ohrs im Verlauf der Mittelohrentzündung einreißen (Perforation), wodurch die Schmerzen plötzlich nachlassen. Eiter entleert sich dann über den Gehörgang nach außen. Die Folge einer solchen Perforation kann eine andauernde Mittelohrentzündung sein. Ärzte sprechen dann von einer chronischen Otitis media.

Weitere seltene, aber mögliche Komplikationen: Wenn sich die Mittelohrentzündung in den angrenzenden Knochen, den sogenannten Warzenfortsatz (Mastoid), ausbreitet, kann eine Mastoiditis entstehen. In solchen Fällen muss der Hals-Nasen-Ohrenarzt häufig die entzündeten Stellen mittels eines operativen Eingriffs aus dem Knochen entfernen.

Die Mittelohrentzündung selbst ist nicht ansteckend. Allerdings kann man sich mit den Infektionen, die der Otitis media zugrunde liegenden, anstecken – zum Beispiel bei einer bakteriellen Entzündung der oberen Atemwege.

In jedem Fall ist es wichtig, sich bei einer Mittelohrentzündung ausreichend zu schonen, bis sich die Beschwerden bessern. Wenn Sie auch nach Abklingen der Mittelohrentzündung das Gefühl haben, nicht richtig hören zu können, ist es ratsam, noch einmal einen Hals-Nasen-Ohrenarzt zur Nachkontrolle aufzusuchen.






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