Milcheiweiß­allergie (Kuhmilchallergie) bei Babys und Kindern: Verlauf

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (12. Januar 2016)

Eine Milcheiweißallergie (Kuhmilchallergie) hat gerade bei Säuglingen und Kleinkindern meistens einen günstigen Verlauf. Wenn die allergieauslösenden Stoffe (Allergene), also Milcheiweiße, gemieden werden, entwickeln bis zu acht von zehn betroffenen Kindern spätestens bis zur Schulzeit, meistens bereits im Laufe des zweiten Lebensjahres, eine spontane Heilung. Diese beruht darauf, dass in dieser Zeit der Magen-Darm-Trakt vollständig ausreift und nicht mehr so anfällig für Allergene ist wie zuvor.

15 Prozent der Kinder entwickeln jedoch eine Persistenz, das heißt, die Milcheiweißallergie bleibt bestehen. Hiervon sind besonders Kinder betroffen, die neben der Kuhmilchallergie auch Asthma oder einen chronischen Schnupfen (Rhinitis) haben.

Bei Kindern mit Milcheiweißallergie besteht außerdem ein erhöhtes Risiko (40-80%), im Laufe der Zeit weitere Allergien, besonders Lebensmittelallergien, zu entwickeln.

Um die Symptome der Milcheiweißallergie zu lindern beziehungsweise ganz zu vermeiden, müssen Kuhmilchallergiker eine spezielle Diät einhalten, die alle Milchprodukte und Lebensmittel, die Milcheiweiße enthalten, ausschließt. Bei Säuglingen ist das relativ einfach: Sie werden gestillt oder erhalten spezielle hydrolysierte Säuglingsnahrung oder eine Nahrung auf Basis von non-allergenen Aminosäuren.

Bei älteren Kindern mit einer Milcheiweißallergie sollte man jedoch wissen, welche Lebensmittel "gut" (+) und welche "schlecht" (-) geeignet sind.

Tab. 1: gute (+) und schlechte (-) Lebensmittel für Kinder mit Milcheiweißallergie

Lebensmittel"gut" (+)"schlecht" (-)
Getränke • Wasser,
• Tee,
• reine Obst- und Gemüsesäfte
• Fruchtsäfte, die Molke enthalten,
• Instantgetränke
Milch & Milchprodukte • extensiv hydrolysierte Ersatznahrung (ehF) oder Nahrungen auf Basis von Aminosäuren (Aminosäureformula für Säuglinge und Kleinkinder),
• Mandelmilch,
• Reismilch,
• Hafermilch,
• mit Calcium angereicherte Sojaprodukte (ältere Kinder),
• Hydrolysatnahrung (Säuglinge und Kleinkinder),

in einigen Fällen verträglich:
• Ziegen-, Schaf- oder Stutenmilch
• Kuhmilch und Kuhmilchprodukte,
• HA-Nahrung (partiell hydroylsiert),
• Sojanahrungen im 1. Lebensjahr
Fleisch & Fisch • alle frischen, gekühlten oder geräucherten Fleisch- und Fischarten • Fleisch- und Fisch-Fertiggerichte und -konserven,
• Salami,
• Wurst,
• marinierter Fisch, mariniertes Fleisch
Ei & Fette • Eier,
• Margarinen ohne Milchzusatz (Packungsaufschrift beachten),
• Speiseöle,
• Pflanzenfette,
• Schmalz
• normale Margarinen,
• Butter,
• Butterschmalz,
• Pfannkuchen,
• Rührei
Obst & Gemüse • Kartoffeln,
• jedes Obst und Gemüse
• Pommes frites,
• Kroketten,
• Kartoffelfertiggerichte (z.B. Kartoffelpüree, Kartoffelpuffer, Klöße),
• Gemüse-Fertiggerichte wie Rahm- und Pfannengemüse oder Aufläufe
Getreide & -produkte • Reiswaffeln,
• Getreidemehl,
• Stärke,
• Reis,
• Nudeln,
• Cornflakes,
• Salzstangen,
• Weizengrieß,
• Weißbrot,
• Knäckebrot,
• spezielle milchfreie Backwaren
• Backwaren,
• Croissants,
• Kuchen,
• Torten,
• Milchbrötchen,
• Zwieback,
• Gebäck,
• Fertigteige,
• Backmischungen,
• Paniermehl,
• Schokoladenmüsli,
• Getreide-Fertiggerichte
Anderes • Marmelade,
• Honig,
• Zuckerrübensirup,
• Frucht- und Kaugummi,
• Blockschokolade,
• Popcorn,
• milchfreier Ketchup (Packungsaufschrift beachten),
• Kakaopulver,
• Sorbet,
• Gewürze und -mischungen ohne Milchzusatz,
• milchfreie Puddingpulver,
• Traubenzucker,
• Wassereis,
• milchfreie Kekse
• Nuss-Nougat-Creme,
• Schokolade,
• die meisten Fertigsaucen und Dressings,
• Mayonnaise,
• Ketchup,
• Fertigpizza,
• Tütensuppen,
• Gewürze mit Milchzusatz

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