Milcheiweiß­allergie (Kuhmilchallergie) bei Babys und Kindern: Diagnose

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (12. Januar 2016)

Um eine Milcheiweißallergie (Kuhmilchallergie) zu diagnostizieren, braucht es einen allergologisch spezialisierten Kinderarzt.

Wenn Sie mit Ihrem Kind aufgrund verschiedener Symptome den Kinderarzt aufsuchen, wird dieser zunächst Fragen zur Krankheitsgeschichte und zu den Beschwerden stellen. Besteht aufgrund der Symptome ein Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie, ist es sinnvoll, über eine Zeit von etwa zwei bis vier Wochen ein Symptom- und Nahrungstagebuch zu führen. Kann der Kinderarzt den Verdacht auf eine Milcheiweißallergie einschränken, wird er Ihrem Kind zunächst eine 14-28-tägige kuhmilchfreie Ernährung empfehlen.

Im Anschluss an die kuhmilchfreie Ernährung wird eine sogenannte gezielte Provokation durchgeführt: Unter ärztlicher Aufsicht wird das Lebensmittel, das vermutlich die Allergie auslöst, verabreicht. Bei schweren Symptomen wird eine solche Provokation unter stationärem Aufenthalt durchgeführt.

Weiteren Aufschluss können Blutuntersuchungen geben. Die Kuhmilchallergie ist in einigen Fällen eine durch sogenannte IgE-Antikörper (Immunglobulin E) vermittelte allergische Reaktion. Bei Kontakt mit dem Allergen bildet der Körper spezifische IgE-Antikörper, die im Blut nachgewiesen werden können. Wenn ein bestimmter Schwellenwert an IgE-Antikörpern im Blut überschritten wird, ist eine Allergie sehr wahrscheinlich. Trotzdem sind weitere Allergietests, wie der Prick-Test oder der Intrakutan-Test, nötig, um die Diagnose einer Milcheiweißallergie zu sichern.

Die nicht-IgE-vermittelten Allergien sind im Blut nicht nachweisbar, kommen aber bei Kindern sehr häufig vor. Hier gibt der Bluttest keine Aussage über das Vorliegen einer Allergie. In allen Verdachtsfällen ist die sogenannte Eliminationsdiät die wichtigste Maßnahme zu Diagnosestellung.

Achtung: Sowohl die Eliminationsdiät als auch die gezielte Provokation müssen unter ärztlicher Aufsicht erfolgen! Suchen Sie immer einen Kinderarzt auf, wenn Sie vermuten, dass Ihr Kind allergisch auf bestimmte Nahrungsmittel reagiert, und verzichten Sie auf Eigenregie.

Prick-Test

Beim Prick-Test markiert der Arzt die Haut am Unterarm oder am Rücken mit einem speziellen Stift. Dort tropft er dann verschiedene Testlösungen oder das Lebensmittel auf und sticht mit einer feinen Nadel die Haut unter dem Tropfen an. Keine Sorge: Außer einem kurzen Pieken wird das Kind nichts spüren. Um einen Vergleich zu den Proben mit Allergenen zu haben, trägt der Arzt eine Kochsalzlösung (keine Hautreaktion) und eine Histaminlösung (i.d.R. immer eine Hautreaktion) auf benachbarte Hautstellen auf.

Wenn sich nach 15 bis 20 Minuten eine Rötung oder Schwellung (Quaddel) an einer oder mehreren der getesteten Hautstellen bildet, vergleicht der Arzt die Reaktion mit der Histaminkontrolle. So kann er die Stärke der Allergie beurteilen.

Der Prick-Test lässt sich auch als sogenannter Prick-in-Prick-Test durchführen. Dabei sticht der Arzt die Prick-Lanzette zuerst in die zu untersuchenden Substanz und dann anschließend in die Haut. Mit diesem Test können aber nur die Sofortreaktionen erfasst werden.

Intrakutan-Test

Beim Intrakutan-Test spritzt der Arzt industrielle Testlösungen, welche die Allergene enthalten, direkt in die Haut. Zur Kontrolle und um die Reaktion dieses Allergietests besser zu beurteilen, trägt er gleichzeitig sowohl eine Kochsalzlösung (keine Hautreaktion) als auch eine Histaminlösung (i.d.R. immer eine Hautreaktion) auf benachbarte Hautstellen auf. Nach 15 bis 20 Minuten überprüft er die Hautreaktionen. Liegt eine Allergie vor, ist die Haut dort, wo das Allergen eingespritzt wurde, geschwollen und gerötet. Mit diesem Test können aber nur die Sofortreaktionen erfasst werden.


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