Sie befinden sich hier:

Startseite > Krankheiten > Milcheiweißallergie bei Babys und Kindern > Definition

Milcheiweißallergie (Kuhmilchallergie) bei Babys und Kindern

Milcheiweißallergie bei Babys und Kindern: Definition

Stand: 22. März 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Eine Milcheiweißallergie oder Kuhmilchallergie ist eine Allergie gegen bestimmte Eiweiße (Proteine) in Kuhmilch. Es gibt auch andere Milchallergien, jedoch ist die Kuhmilchallergie die häufigste.

In Kuhmilch kommen verschiedene Eiweiße vor, die allergische Reaktionen hervorrufen können:

  • Kasein
  • β-Laktoglobulin
  • α-Laktoglobulin
  • Rinder-Serumalbumine
  • Laktoferrin
  • Immunglobuline

Die meisten Kuhmilchallergien beruhen auf einer Allergie gegen Kasein und β-Laktoglobulin, seltener auf die restlichen Proteine. Häufig reagiert der Betroffene allergisch auf mehrere Milchallergene, meistens in der Kombination Kasein, β-Laktoglobulin und α-Laktoglobulin.

Die Milcheiallergie kann zum einen eine Allergie vom Typ I sein. Das heißt, das Baby oder Kind zeigt gewöhnlich nach Kontakt zum Allergen innerhalb von Minuten erste Symptome (Sofortreaktion). Bei Kindern mit Milcheiweißallergie ist diese jedoch zu etwa 50 Prozent eine Allergie vom Typ IV: Hier zeigt sich erst nach wenigen Stunden bis Tagen eine Reaktion (Spätreaktion).

Typ-I-Allergien sind durch sogenannte IgE-Antikörper (Immunglobulin E) vermittelte allergische Reaktionen. Bei Kontakt mit dem Allergen bildet der Körper spezifische IgE-Antikörper, die sich an bestimmte Zellen des Immunsystems binden. Daraufhin werden Entzündungsbotenstoffe freigesetzt. Es entstehen akute Entzündungsreaktionen, die sich in den typischen Symptomen der Allergie äußern.

Allergien vom Typ IV (T-Zell-vermittelter, verzögerter Typ; Spättyp) nehmen unter den allergischen Reaktionen eine Sonderstellung ein. Anders als bei anderen Allergieformen wird dieser Typ nicht durch Antikörper vermittelt und ist daher nicht im Blut nachweisbar.

Häufigkeit

Etwa 2,5 Prozent der Säuglinge zeigen im ersten Lebensjahr eine allergische Reaktion auf Kuhmilch, wenn sie frühen Kontakt dazu hatten.

Bei etwa 80 Prozent der betroffenen Kinder kommt es bis zum Schulalter zu einer Spontanheilung.

70 bis 90 Prozent der Kuhmilchallergiker reagieren außerdem allergisch auf Ziegenmilch, daher stellt diese keine Alternative in der Ernährung dar.

Besonders junge Kuhmilchallergiker, die auf β-Laktoglobulin reagieren, entwickeln häufiger eine Persistenz, das heißt die Kuhmilchallergie bleibt bestehen und klingt nicht ab.

Eine Milcheiweißallergie ist bei Erwachsenen seltener als eine Laktoseintoleranz, also eine Milchzuckerunverträglichkeit. Bei Babys und Kindern kommt die Kuhmilchallergie wesentlich häufiger vor. Allerdings ist es oft schwer, beides voneinander abzugrenzen.

Milcheiweißallergie bei Babys und Kindern: Ursachen

Es ist nicht vollständig geklärt, was alles Ursache für eine Milcheiweißallergie (Kuhmilchallergie) sein kann. Sicher ist jedoch, dass zu früher Kontakt zu Milch und zu frühe Beikost bei allergiegefährdeten Kindern eine Milcheiweißallergie auslösen kann.

Sowohl das Immunsystem als auch der Magen-Darm-Trakt von Säuglingen sind noch nicht vollständig entwickelt. Daher besteht kein 100-prozentiger Schutz vor Allergenen, also den Stoffen, die Allergien auslösen können. Säuglinge sind also besonders gefährdet, je jünger sie sind – das gilt besonders für Kinder, die ein erhöhtes Allergierisiko haben, etwa weil ein Elternteil an Allergien leidet.

Seltener kann die Allergie durch die Ernährung der Mutter beim Stillen über die Muttermilch ausgelöst werden. In der Regel gilt Stillen im Säuglingsalter als die beste Vorsorge gegen Allergien.

Milch ist versteckt in vielen Produkten enthalten, beispielsweise als Bindemittel für Soßen. Schon kleinste Mengen an Milchbestandteilen können eine allergische Reaktion hervorrufen.

Weiterlesen: Milcheiweißallergie bei Babys und Kindern: Symptome

Das könnte Sie auch interessieren

Allergie

Allergie

Allergien sind weit verbreitet – Tendenz steigend. Doch man kann eine Menge tun, um die lästigen Symptome zu lindern! mehr ...

Weitere Themen:

Am häufigsten gelesen

Sudoku

Sudoku

Sudoku spielen fördert das logische Denken und die Konzentrationsfähigkeit und hilft Ihnen, Ihr Gedächtnis spielerisch zu trainieren. mehr ...

Weitere Themen:

PartnerangeboteAnzeige

Disclaimer:

© 2012 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.