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Forenexperte: Dr. med. Christoph Wachter
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MigräneMigräne: UrsachenStand: 15. September 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz Die genauen Migräne-Ursachen sind noch nicht endgültig geklärt. Genetische Faktoren scheinen dabei eine Rolle zu spielen, da oft mehrere Mitglieder einer Familie von dieser Krankheit betroffen sind. Es wird vermutet, dass bestimmte Genveränderungen einen Einfluss auf die Nervenerregbarkeit haben. Eine Theorie der mangelhaften Durchblutung (Ischämie) des Gehirns gilt inzwischen als widerlegt. SerotoninDer Neurotransmitter Serotonin spielt eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Migräne. Ein Neurotransmitter ist ein Botenstoff, mit dem Nervenzellen Signale übermitteln. Nervenzellen speichern den Neurotransmitter und setzen ihn bei Aktivierung frei. Dadurch gelangt der Neurotransmitter aus einer Nervenzelle über den sogenannten synaptischen Spalt – der Spalt zwischen den Nervenzellen – in die dahinter liegende Nervenzelle und löst dort einen bestimmten Effekt aus: Ein Neurotransmitter kann sowohl hemmen als auch aktivieren, abhängig von der Art des Neurotransmitters. Diese Wirkung an der Nervenzelle setzt sich dann auch auf die von der jeweiligen Nervenzelle versorgten Organe fort, zum Beispiel Blutgefäße, Muskeln, Herz oder den Magen-Darm-Trakt. Als Schlüsselursache der Migräne wird eine Störung des Serotonin-Gleichgewichts angenommen, also eine gestörte Nervenerregbarkeit. Migräne, und vor allem die Symptome einer Aura, haben ihre Ursachen wahrscheinlich darin, dass die Nervenfasern in der Hirnrinde (kortikale Neuronen) weniger erregbar sind, weil bestimmte Botenstoffe vermehrt freigesetzt werden. Ausgangspunkt ist dabei der Gesichtsnerv (Trigeminusnerv). Die mangelnde Nervenerregbarkeit breitet sich anschließend auch über andere Bereiche der Hirnrinde aus (sog. "spreading depression"). Verschiedene "Trigger" (Auslöser) – zum Beispiel Stress oder hormonelle Faktoren – rufen hervor, dass die verantwortlichen Botenstoffe ausgeschüttet werden. Migräne-Kopfschmerz entsteht durch die Wirkung des Serotonins auf die Blutgefäße. Durch Serotonin werden die Gefäßwände durchlässiger (erhöhte Gefäßpermeabilität). An den Blutgefäßen entstehen dadurch schmerzhafte Entzündungen. Da die Botenstoffe auch auf den Magen-Darm-Trakt wirken, sind sie möglicherweise auch für die Begleitsymptome der Migräne die Ursachen, zum Beispiel Übelkeit und Erbrechen. Genetische FaktorenFür Migräne sind außerdem genetische Faktoren als Ursachen bekannt – so tritt sie in einigen Familien gehäuft auf. Dies ist ein Hinweis dafür, dass Migräne vererbbar ist. Bisher ließen sich in Familien, in denen mehrere Personen an Migräne mit Aura leiden, bei den Betroffenen verschiedene Gen-Veränderungen nachgewiesen. Zumindest eine davon ist vermutlich für die Störung der Nervenerregbarkeit verantwortlich. Weitere Studien stehen jedoch derzeit noch aus. Weiterlesen: Migräne: Ursachen – Triggerfaktoren Das könnte Sie auch interessieren
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