MERS (Middle East Respiratory Syndrome)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (13. Juli 2015)

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MERS (Middle East Respiratory Syndrome) ist eine schwere Atemwegserkrankung, die bisher hauptsächlich in Ländern der Arabischen Halbinsel oder deren Nachbarstaaten auftritt. Ursache der Erkrankung ist ein neues Virus: das MERS-Coronavirus (MERS-CoV).

Als ursprüngliche Ansteckungsquelle für MERS gelten Kamele, da das Virus in mehreren Ländern der Arabischen Halbinsel bei ihnen nachgewiesen werden konnte. Die ersten Krankheitsfälle entstanden wahrscheinlich durch den engen Kontakt zu den Tieren.

Das MERS-Virus ist auch von Mensch zu Mensch übertragbar, hierfür muss jedoch ein enger Kontakt zum Erkrankten bestehen (z.B. bei der Pflege) – und auch dann kommt es nicht immer zu einer Erkrankung. Wie die Infektion im Detail erfolgt, ist noch nicht bekannt und bedarf weiterer Forschung.

Wenn man sich mit MERS infiziert hat, dauert es im Durchschnitt 2 bis 14 Tage, bis sich die ersten Symptome zeigen. Typischerweise kommt es anfangs zu grippeähnlichen Beschwerden wie

Teilweise berichten Betroffene auch von Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen.

In vielen Fällen nimmt MERS einen schweren Verlauf, der mit lebensbedrohlichen Komplikationen wie Lungenentzündung, Organversagen und Blutvergiftung einhergehen kann. In solchen schweren Fällen ist eine intensivmedizinische Betreuung erforderlich.

Personen mit einem geschwächten Immunsystem oder mit Vorerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus, chronische Atemwegserkrankungen) haben wahrscheinlich ein höheres Risiko für eine MERS-Infektion und auch für einen schweren Krankheitsverlauf.

MERS kann jedoch auch mild verlaufen und eher einer Erkältung ähneln oder sogar ganz ohne Beschwerden auftreten. In solchen Fällen heilt die Erkrankung wahrscheinlich problemlos aus.

Zurzeit gibt es keine Medikamente, die das MERS-Virus direkt bekämpfen können, sodass die Therapie vor allem darin besteht, die Symptome zu lindern.

Für die von MERS betroffenen Länder bestehen bislang keine Reisewarnungen. Reisenden wird jedoch geraten, verstärkt auf einfache Hygienemaßnahmen wie Händewaschen zu achten und den Kontakt zu Personen mit Atemwegserkrankungen möglichst zu meiden. Auch im Umgang mit Kamelen (insbesondere mit kranken Tieren) sollte man eher vorsichtig sein beziehungsweise von diesen fernbleiben.

MERS-Ausbrüche

Arabische Halbinsel: Die ersten MERS-Erkrankungen traten im März 2012 in Ländern der Arabischen Halbinsel (vor allem in Saudi-Arabien) auf. Bis Anfang 2013 erkrankten hier pro Monat nur etwa 5 Personen an MERS, dann steigerte sich die Zahl auf 10 bis 20 Fälle pro Monat. Im Jahr 2014 und im ersten Halbjahr 2015 kam es dann zu mehreren kleineren Erkrankungswellen, bei denen wöchentlich circa hundert Personen an MERS erkrankten.

Südkorea: Im Mai 2015 ereignete sich zudem ein MERS-Ausbruch in Südkorea, in deren Verlauf bisher mehr als 183 Personen erkrankten, wovon 33 verstarben. Auslöser der Krankheitswelle war ein Reisender, der mehrere Länder der Arabischen Halbinsel besucht hatte und sich dort mit dem MERS-Coronavirus infiziert hatte. Nach seiner Heimkehr nach Südkorea entwickelte er Symptome einer Atemwegsinfektion, in deren Verlauf er ins Krankenhaus eingewiesen wurde. Da man nicht sofort an MERS dachte, wurden anfangs keine entsprechenden Schutzmaßnahmen ergriffen. So konnten sich in der Folge weitere Personen mit MERS infizieren – unter den Betroffenen waren anfangs vor allem Pflegepersonal, Mitpatienten aus demselben Krankenzimmer und Familienmitglieder. Diese steckten wiederum andere Menschen an.

Weltweit gab es bis Mitte Juni 2015 insgesamt 1.354 MERS-Erkrankungen, von denen 520 Fälle einen tödlichen Verlauf nahmen.


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