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Meniskusriss (Meniskusläsion): Typische Sportverletzung

Veröffentlicht von: Till von Bracht (30. Juni 2016)

© Getty Images

Ein Meniskusriss ist eine häufige Ursache für Knieschmerzen und Schwellungen im Knie. Der Grund: Menisken dienen als eine Art "Stoßdämper" im Kniegelenk. Sind die Menisken verletzt, können sie ihre Funktion als Puffer nicht mehr erfüllen, wodurch die Gelenke einer höheren Belastung ausgesetzt sind. 

Als Meniskus bezeichnen Mediziner die halbmond- und keilförmigen Knorpelscheiben im Kniegelenk. In jedem Knie befinden sich jeweils ein Innen- und ein Außenmeniskus. Bei einem Meniskusriss – auch Meniskusschaden, Meniskusläsion oder Meniskusruptur genannt – ist dieser Knorpel an einer bestimmten Stelle entweder eingerissen oder vollständig durchtrennt. Männer sind doppelt so häufig von einem Meniskusschaden betroffen wie Frauen.

Für einen Meniskusriss kommen unterschiedliche Ursachen infrage – zum Beispiel

Vor allem bei Sportarten, bei denen es oft zu plötzlichen Drehbewegungen mit fixiertem Unterschenkel kommt (z.B. Skifahren und Fußballspielen mit Stollenschuhen), liegt ein erhöhtes Verletzungsrisiko vor. Auch durch regelmäßiges Arbeiten in der Hocke kann sich über Jahre hinweg das Knorpelgewebe abnutzen, was wiederum einen Meniskusriss begünstigt. 

Entsteht der Meniskusschaden durch eine falsche Bewegung beim Sport, kommt es direkt nach dem Unfall zu einem stechenden Schmerz im Kniegelenk – meist auf der Innenseite. In einigen Fällen schwillt das Knie außerdem nach kurzer Zeit an. 

Sind normale Alterungsprozesse oder Überlastungen im Alltag für die Meniskusläsionen verantwortlich, nehmen die Knieschmerzen erst mit der Zeit zu und treten vor allem unter Belastung auf. Teilweise sind bei einem Meniskusriss auch Symptome wie schnappende und knacksende Geräusche zu hören. In einigen Fällen ist das Gelenk sogar komplett blockiert. 

Das Bild zeigt eine anatomische Darstellung des Innen- und Außenmeniskusses sowie einen Meniskusriss.

Auch wenn man häufig nur von "dem Meniskus" im Kniegelenk spricht: Anatomisch gesehen unterscheidet man zwischen dem Innen- und dem Außenmeniskus. Von einem Meniskusriss ist häufiger der innere Meniskus betroffen. (Quelle: Wikimedia Commons, BruceBlaus, CC BY-SA 4.0)

Knieschmerzen können jedoch viele verschiedene Ursachen. Einen Hinweis auf einen Meniskusschaden wie einen Meniskusriss erhält der Arzt durch die Beschwerden und die Vorgeschichte des Betroffenen, etwa Unfälle oder Gelenkerkrankungen wie eine Gelenkentzündung (Arthritis). Zusätzliche Untersuchungen, welche die Diagnose bei einem Meniskusriss unterstützen, sind zum Beispiel


Wie sieht die Behandlung aus?

Grundsätzlich kommen bei einem Meniskusriss beziehungsweise einer Meniskusläsion zwei verschiedene Therapiemöglichkeiten infrage:

  • die konservative Behandlung (ohne Operation) 
  • und die operative Behandlung.

Bei einem leichten Meniskusschaden und wenn degenerative Veränderungen für den Schaden verantwortlich sind, können Krankengymnastik und Unterarmgestützen bereits ausreichen, um die Knieschmerzen vorübergehend zu lindern. In den meisten Fällen ist bei einem Meniskusriss allerdings eine Operation notwendig. 

Zu den operativen Therapiemöglichkeiten beim Meniskusriss zählen

  • die Meniskusteilentfernung
  • und die Meniskusnaht.

Beide Behandlungen kann der Arzt im Rahmen einer Gelenkspiegelung durchführen – für die Operation sind dann nur wenige Millimeter kleine Hautschnitte erforderlich. Eine offene Operation ist bei einem Meniskusriss in der Regel nur noch dann nötig, wenn weitere Verletzungen an den Knochen oder Bändern vorliegen.

Im Allgemeinen ist es bei der Behandlung wichtig, dass möglichst viel Knorpelgewebe erhalten bleibt, damit der Meniskus seine Funktion als Puffer zwischen Oberschenkelknochen und den Unterschenkelknochen weiterhin so gut wie möglich erfüllen kann. Muss der Meniskus komplett entfernt werden, steigt das Risiko für einen vorzeitigen Gelenkverschleiß (Arthrose). In solchen Fällen – insbesondere bei jungen Patienten – kann es sinnvoll sein, den beschädigten Meniskus durch ein Implantat zu ersetzen. 

Was ist der Innenmeniskus und wie entsteht ein Innenmeniskusriss? Unser Video veranschaulicht es Ihnen und zeigt, wie ein Meniskusriss behandelt wird!

Einem Meniskusriss beziehungsweise einer Meniskusläsion oder einem Meniskusschaden können Sie nur bedingt vorbeugen. Achten Sie bei Sportarten mit höherem Verletzungsrisiko immer darauf, sich ausreichend aufzuwärmen. Generell ist es ratsam, durch eine gut ausgebildete Oberschenkelmuskulatur und starke Bänder im Kniegelenk das Verletzungsrisiko zu minimieren.

Außerdem sollten Sie beim Sport entsprechende Protektoren tragen (z.B. Knieschoner), um einen Meniskusriss zu vermeiden. Bevorzugen Sie gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren und achten Sie darauf, kniebelastende Tätigkeiten (in der Hocke oder auf den Knien) zu vermeiden. 



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