Meniskusriss (Meniskusläsion): Konservative Behandlung oder Operation?

Veröffentlicht von: Till von Bracht (30. Juni 2016)

Bei einem Meniskusriss (Meniskusläsion) zielt die Therapie darauf ab, die Schmerzen zu lindern oder vollständig zu beseitigen. Außerdem soll die Behandlung die Beweglichkeit und Funktion des Kniegelenks wiederherstellen.

Grundsätzlich stehen den Ärzten dazu zwei unterschiedliche Vorgehensweisen zur Verfügung:

  • die konservative Behandlung ohne Operation
  • und die operative Behandlung.

Welche Behandlung bei einem Meniskusriss zum Einsatz kommt, hängt vor allem von dem Ausmaß der Verletzung und dem Alter des Patienten ab.

Kleinere und stabile Meniskusrisse können konservativ (z.B. mit Physiotherapie und Medikamenten) behandelt werden. Bei der Mehrzahl der Meniskusschäden ist jedoch eine Operation notwendig. Wegen der wichtigen Funktion als Stütze und Puffer versuchen Ärzte bei der Behandlung möglichst viel Knorpelgewebe zu erhalten. 

Das Bild zeigt verschiedene Formen einer Meniskusläsion. Ein Meniskus kann zum Beispiel lediglich eingerissen oder aber auch komplett abgerissen sein. © iStock

Meniskusriss ist nicht gleich Meniskusriss: Je nachdem, wie das Gewebe genau eingerissen ist, unterschieden Ärzte verschiedene Arten der Meniskusläsion – zum Beispiel einen Korbhenkelriss, einen Horizontalriss oder einen Radiärriss.

Konservative Therapie

Behandelt der Arzt einen Patienten mit Meniskusriss konservativ, wird er ihn zunächst über den natürlichen Verlauf der Erkrankung aufklären. Dabei erklärt der Arzt auch, wie gelenkschonendes Verhalten im Alltag den Verlauf beeinflusst (z.B. Vermeidung einer tiefen Hocke und Sportarten mit raschem Richtungswechsel).

Durch regelmäßige Krankengymnastik können die Betroffenen eine schwache Muskulatur kräftigen – vor allem die Stärkung Oberschenkelmuskulatur spielt bei einem Meniskusriss eine wichtige Rolle. Eine Elektrotherapie kann diese Behandlung unterstützen. Gleichzeitig sollten die Betroffenen das Kniegelenk mithilfe von Unterarmgehstützen in der Heilungsphase teilweise oder komplett entlasten.

Liegt gleichzeitig zum Meniskusriss eine Gelenkentzündung vor, hilft das Kühlen des Gelenks gegen Schmerzen. Gegen Schmerzen und Entzündungen können außerdem bestimmte Medikamente helfen. Dazu bieten sich zum Beispiel Entzündungshemmer ohne Kortison (nichtsteroidale Antirheumatika, NSAR) an. In Einzelfällen spritzt der Arzt bei starken Beschwerden örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) und entzündungshemmende Wirkstoffe (z.B. Kortison) direkt in das Kniegelenk.

Operative Behandlung: Meniskus-OP

Während Chirurgen und Orthopäden einen Meniskusriss früher offen operieren mussten, kann die Meniskus-OP heute in den meisten Fällen mittels einer Kniegelenkspiegelung (Arthroskopie) unter Teil- oder Vollnarkose erfolgen. Die Meniskus-OP ist teilweise ambulant möglich, in bestimmten Fällen ist bei einem Meniskusschaden aber auch eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus notwendig. Der Krankenhausaufenthalt dauert selten länger als eine Woche. Eine offene Meniskus-OP ist in der Regel nur noch erforderlich, wenn zusätzlich zum Meniskusriss auch Knochen oder Bänder verletzt sind.

Es gibt zwei Formen der Meniskus-OP

  • die Meniskusteilentfernung 
  • und die Meniskusnaht.

Bei der Meniskusteilentfernung entnimmt der Chirurg alle zerstörten und beweglichen Meniskusanteile. Bei einer Beinachsenfehlstellung oder einem instabilen Kniegelenk kann der Operateur auch künstliche Bänder einsetzen oder den Knochen chirurgisch korrigieren (Osteotomie). Da vor allem bei jüngeren Betroffenen nach fast vollständiger Entfernung des Meniskus ein frühzeitiger Gelenkverschleiß (Arthrose) droht, kann in Einzelfällen bei einer Meniskus-OP auch ein Meniskusteilimplantat aus Kollagen, Polyurethan und von einem menschlichen Spender zum Einsatz kommen.

Mithilfe der Meniskusnaht soll der Meniskus wiederhergestellt und das Knorpelgewebe möglichst vollständig erhalten bleiben. Der Arzt glättet zunächst die Ränder um den Riss und bringt dann den Meniskus mit einer Naht in seine ursprüngliche Form zurück. Diese Form der Meniskus-OP eignet sich bevorzugt für jüngere Patienten, deren Meniskus noch wenig abgenutzt ist.

In vielen Fällen kommen bei einem Meniskusriss beide Meniskus-OP-Verfahren (Meniskusteilentfernung und Meniskusnaht) kombiniert zum Einsatz, um möglichst viel gesundes Knorpelgewebe zu erhalten.