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Forenexperte: Prof. Dr. Peter Wust
Forum Krebserkrankungen
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Stand: 22. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Ein Medulloblastom ist ein bösartiger Tumor (WHO-Grad IV), der vor allem im Kindesalter auftritt. Der Tumor entwickelt sich im Bereich des Hinterkopfs vom Kleinhirn (Cerebellum) aus und wächst zumeist in eine angrenzende Hirnkammer, auch vierter Ventrikel genannt. Ventrikel sind Hohlräume im Gehirn, die mit Nervenwasser (Liquor) gefüllt sind. Von dort aus kann sich das Medulloblastom schnell in das umgebende gesunde Gewebe, häufig auch in den sogenannten Hirnstamm (Truncus cerebri), ausbreiten. Weil das Medulloblastom durch seine Lage schnell Krebszellen in das Nervenwasser abgeben kann, bildet es Tochtergeschwulste (Metastasen) in den Bereichen, die eng mit Nervenwasser (Liquor) in Kontakt stehen. Zu diesen sogenannten Liquorräumen gehören neben den Hirnkammern auch die Hirnhäute, die Gehirn und Rückenmark umhüllen.
Im Kindesalter sind – verglichen mit anderen Tumorerkrankungen – Hirntumoren recht häufig. Das Medulloblastom ist dabei der häufigste bösartige Hirntumor bei Kindern. Medulloblastome treten in den meisten Fällen vor dem 15. Lebensjahr auf und werden oft bei Kindern im Vor- oder Grundschulalter entdeckt. Jungen sind häufiger von einem Medulloblastom betroffen als Mädchen.
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