Medulloblastom: Bei Kindern häufigster bösartiger Hirntumor

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. Januar 2016)

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Ein Medulloblastom ist ein bösartiger Hirntumor, der bei rechtzeitiger gute Heilungschancen hat. Das Medulloblastom tritt typischerweise im Kindesalter auf und entsteht oft im Bereich des Hinterkopfs. Es entwickelt sich aus sogenannten embryonalen, unreifen Zellen. Die genauen Ursachen für ein Medulloblastom sind noch weitgehend ungeklärt.

Das Medulloblastom betrifft oft Kinder im Alter zwischen fünf und sieben Jahren – es ist der häufigste bösartige Gehirntumor im Kindesalter. Jungen erkranken insgesamt etwas häufiger als Mädchen an einem Medulloblastom. Je nach Lage und Ausbreitung des Tumors ergeben sich verschiedene Beschwerden, so zum Beispiel:

Das Medulloblastom kann sich vom Gehirn aus über das Nervenwasser (auch Hirnwasser oder Liquor genannt) weiter ausbreiten, indem es Krebszellen in diese Flüssigkeit abgibt. Diese Krebszellen können sich dann zum Beispiel im Rückenmark ansiedeln und zu Tochtergeschwulsten (Metastasen) heranwachsen.

Bei einem Medulloblastom sind bei der Diagnose – wie bei allen Hirntumoren – neben der ärztlichen Untersuchung die bildgebenden Verfahren wichtig. Vor allem die Magnetresonanztomographie (MRT) hat große Bedeutung.

Da sich im Hirnwasser auch bösartige Zellen befinden können, muss der Arzt ergänzend eine Lumbalpunktion vornehmen – auch wenn beim MRT keine sichtbaren Absiedlungen erkennbar sind. Die dabei gewonnene Probe des Nervenwassers lässt er im Labor auf Krebszellen untersuchen.

Trotz der Bösartigkeit des Medulloblastoms sind die Aussichten auf Heilung bei konsequenter Therapie gut. Im Vordergrund stehen bei einer Behandlung die möglichst komplette Entfernung des Tumors durch Operation, Chemotherapie und – je nach Alter des Kindes – eine Strahlentherapie.

In den ersten Jahren nach der Behandlung kann ein Medulloblastom erneut auftreten. Ein solches Wiederkehren des Tumors nennt man Rezidiv. Daher sind eine gute Nachsorge und Kontrolle, wie bei vielen anderen Krebserkrankungen auch, wichtig, um Rezidive früh zu erkennen und entsprechend schnell zu behandeln.


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