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Medikamenten- induzierter Kopfschmerz (Kopfschmerzen durch Schmerzmittel- übergebrauch)

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Medikamenteninduzierter Kopfschmerz (Kopfschmerzen durch Schmerzmittelübergebrauch)

Stand: 29. August 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Wenn Kopfschmerzen trotz dauernd im Übermaß eingenommener Schmerzmittel nicht verschwinden, sondern sich eher verstärken und zunehmend öfter auftreten, kann ein medikamenteninduzierter Kopfschmerz (Kopfschmerzen durch Schmerzmittelübergebrauch) dahinterstecken:

Frau, die sich an den Kopf fasst.

Medikamenteninduzierte Kopfschmerzen sind sogenannte sekundäre Kopfschmerzen – Voraussetzung für ihre Entstehung ist, dass vorher schon primäre Kopfschmerzen bestehen (i.d.R. Migräne und/oder Spannungskopfschmerzen): Ein medikamenteninduzierter Kopfschmerz kann entstehen, wenn man über drei Monate oder länger an mehr als 10 bis 15 Tagen pro Monat schmerzstillende Mittel gegen diese primären Kopfschmerzen einnimmt. Von Kopfschmerzen durch Schmerzmittelübergebrauch spricht man in einem solchen Fall, wenn dann mindestens 15 Tage pro Monat chronische Kopfschmerzen auftreten.

Medikamenteninduzierter oder schmerzmittelinduzierter Kopfschmerz stellt eine zunehmend häufigere Form von Dauerkopfschmerzen dar, wobei Frauen fünfmal häufiger betroffen sind als Männer. Auslöser sind bestimmte Medikamente: Migränemittel (z.B. Triptane) und Schmerzmittel (Analgetika). Gegen Rheuma oder nach einem Schlaganfall eingenommene Schmerzmittel kommen für Kopfschmerzen durch Schmerzmittelübergebrauch nicht als Ursachen infrage.

Bei Medikamentenübergebrauchskopfschmerz handelt es sich um dumpf-drückende bis stechende Kopfschmerzen, die den ganzen Tag anhalten. Typischerweise tritt ein medikamenteninduzierter Kopfschmerz in beiden Hälften des Kopfs auf: entweder abwechselnd als linksseitiger und rechtsseitiger Kopfschmerz oder links und rechts gleichzeitig.

Die Therapie bei Kopfschmerzen durch Schmerzmittelübergebrauch besteht darin, die ursächlichen Medikamente abzusetzen. Bei diesem Entzug können sich die Schmerzen durch den Verzicht auf die Schmerzmittel zunächst verstärken (sog. Rebound-Phänomen). Gegen diese Entzugskopfschmerzen, die einige Tage bis drei Wochen anhalten können, helfen kontrolliert eingesetzte Medikamente wie Doxepin oder Naproxen. Nach erfolgreichem Entzug bleibt die Mehrheit der Betroffenen frei von Dauerkopfschmerzen. Damit ein medikamenteninduzierter Kopfschmerz gar nicht erst entsteht, ist es ratsam, bei Kopfschmerzen nicht mehr als zehn Tage pro Monat und maximal drei Tage hintereinander Schmerz- beziehungsweise Migränemittel einzunehmen.

Weiterlesen: Medikamenteninduzierter Kopfschmerz (Kopfschmerzen durch Schmerzmittelübergebrauch): Definition

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