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Medikamenten­induzierter Kopfschmerz (Kopfschmerzen durch Schmerzmittel­übergebrauch)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. Januar 2016)

© Jupiterimages/Wavebreak Media

So paradox es klingt – wer zu oft Mittel gegen Kopfschmerzen einnimmt, riskiert, dass zusätzlich ein chronischer medikamenteninduzierter Kopfschmerz entsteht. Ständige Kopfschmerzen durch Schmerzmittelübergebrauch treten aber nur unter bestimmten Umständen auf.

So ist bei Menschen, die Schmerzmittel gegen Rheuma oder nach einem Schlaganfall einnehmen, kein medikamenteninduzierter Kopfschmerz zu erwarten. Kopfschmerzen durch Schmerzmittelübergebrauch entstehen nur durch Kopfschmerzmittel – wie:

Bei kurzfristiger Einnahme von Kopfschmerzmitteln droht aber kein medikamenteninduzierter Kopfschmerz. Nur wenn die Mittel im Übermaß (d.h. mindestens drei Monate an mindestens 10 bis 15 Tagen pro Monat) zum Einsatz kommen, können sich daraus chronische (d.h. mindestens 15 Tage pro Monat anhaltende) Kopfschmerzen durch Schmerzmittelübergebrauch entwickeln.

Eine weitere Voraussetzung dafür, dass ein medikamenteninduzierter Kopfschmerz auftreten kann, ist eine bestehende primäre Kopfschmerzerkrankung (i.d.R. Migräne und/oder Spannungskopfschmerzen): Nur wer primäre Kopfschmerzen hat, kann durch Schmerzmittelübergebrauch zusätzliche Dauerkopfschmerzen bekommen. Medikamenteninduzierte Kopfschmerzen sind also sogenannte sekundäre Kopfschmerzen.

Kopfschmerzen durch Schmerzmittelübergebrauch sind dumpf-drückende bis stechende Kopfschmerzen, die den ganzen Tag anhalten. Typischerweise tritt ein schmerzmittelinduzierter Kopfschmerz in beiden Hälften des Kopfs auf: entweder abwechselnd als linksseitiger und rechtsseitiger Kopfschmerz oder links und rechts gleichzeitig.

Kopfschmerzen durch Schmerzmittel: Man sieht eine Hand mit Tabletten und ein Glas Wasser. © Jupiterimages/Polka Dot Images

Schmerzmittel können bei Schmerzen Abhilfe bringen – bei übermäßigem Gebrauch können sie aber auch Kopfschmerzen auslösen.

Die Therapie von Kopfschmerzen durch Schmerzmittelübergebrauch besteht darin, die ursächlichen Medikamente abzusetzen. Durch diesen Verzicht auf die Schmerzmittel kann sich ein medikamenteninduzierter Kopfschmerz zunächst für ein paar Tage verstärken (sog. Rebound-Phänomen) und weitere Entzugssymptome (wie Übelkeit) auftreten. Dagegen helfen aber kontrolliert eingesetzte Medikamente.

Nach erfolgreichem Entzug verschwindet ein medikamenteninduzierter Kopfschmerz bei der Mehrheit der Betroffenen auf Dauer. Damit es gar nicht erst zu Kopfschmerzen durch Schmerzmittelübergebrauch kommt, ist es ratsam, Kopfschmerzmittel nicht mehr als zehn Tage pro Monat und maximal drei Tage hintereinander einzunehmen.



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