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Maul- und Klauenseuche (MKS)

Ausbrüche der Maul- und Klauenseuche

Stand: 22. Februar 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die Maul- und Klauenseuche (MKS) ist den Landwirten seit langem als bedrohliche Tierseuche bekannt. Früher waren die Ausbrüche der Maul- und Klauenseuche aber meist örtlich begrenzt, da Mensch und Tier weniger beweglich waren: Sowohl der private Reiseverkehr als auch Im- und Exporte von Tieren waren seltener. Außerdem gingen die Menschen damals mit der Maul- und Klauenseuche anders um: Im 18. Jahrhundert sorgten Bauern bei Ausbruch der Seuche dafür, dass sich alle Tiere so schnell wie möglich gleichzeitig ansteckten. Auf diese Weise erreichten sie eine zeitliche Begrenzung der Seuche. Das Sterben der Tiere nahmen sie in Kauf, da dies immer noch besser war als eine sehr lang andauernde schleichende Seuche, an deren Ende ebenso hohe Tierverluste zu beklagen waren.

Der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in einer extrem globalen und mobilen Welt hat jedoch verheerende Folgen:

Bundesrepublik Deutschland

In der Bundesrepublik Deutschland gab es in den Jahren 1950 bis 1988 immer wieder Ausbrüche der Maul- und Klauenseuche (MKS). Erst seit 1989 gilt die Bundesrepublik Deutschland als MKS-frei. Die schwersten Ausbrüche der Seuche fanden in den Jahren 1951, 1952, 1962 sowie im Jahr 1965 statt. Bei diesen Ausbrüchen waren jeweils 154.404, 64.372, 11.265 und zuletzt 19.942 Gehöfte betroffen. Mit jährlichen flächendeckenden Impfungen gefährdeter Tiere gelang es, die Seuche europaweit in den Griff zu bekommen. Im Jahr 1991 wurde die Europäische Union für MKS-frei erklärt und das Impfprogramm gestoppt.

MKS
Anzahl der Gehöfte mit Fällen von MKS

Großbritannien

Mehrere verheerende Ausbrüche der Maul- und Klauenseuche (MKS) gab es auch in Großbritannien: Auf dem Höhepunkt des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in den Jahren 1966/67 erkrankten täglich bis zu 80 Tiere. Dabei waren insgesamt 2.346 Höfe mit 433.990 Rindern, Schafen, Ziegen und Schweinen betroffen, deren ausnahmslose Tötung erforderlich war.

Die Maul- und Klauenseuche brach in Großbritannien Anfang 2001 erneut aus und breitete sich rasch über das ganze Land aus. Wochenlange Quarantäne in vielen Teilen des Landes waren die Folge. Besonders deprimierend waren zahlreiche Scheiterhaufen, auf denen man mehrere 100.000 Tiere verbrannte. MKS breitete sich weiter nach Irland, Frankreich und bis in die Niederlande aus. Die Bundesrepublik Deutschland blieb aus unerklärlichen Gründen verschont. Anfang Mai verebbte die Maul- und Klauenseuche und verschwand damit auch aus der Berichterstattung der Medien.

Taiwan

Die Maul- und Klauenseuche (MKS) breitete sich in Taiwan im Jahr 1997 innerhalb weniger Tage geradezu explosionsartig über die Insel aus. Insgesamt waren 6.134 Tierbestände mit über 4,5 Millionen Schweinen, von denen 1 Million erkrankten, betroffen. Seit dieser Zeit ist der gesamte Handel mit Schweinen in Taiwan nahezu vollständig zusammengebrochen. Die wirtschaftlichen Folgen sind bis jetzt immens.

Weiterlesen: Maul- und Klauenseuche (MKS): Ursachen

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