Mastopathie: Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (12. Mai 2015)

Bei Verdacht auf eine Mastopathie besteht der erste Schritt zur Diagnose darin, eine ausführliche Krankengeschichte zu erheben (sog. Anamnese) und die Brüste sorgfältig abzutasten. Ein Verdacht ergibt sich aus den typischen Brustveränderungen, die bei der Mastopathie meist beidseitig auftreten: So können ein Spannungsgefühl, Schmerzen und Knoten in der Brust auf die gutartige Veränderung des Brustdrüsengewebes hinweisen – vor allem, wenn sich diese Symptome vor der Menstruation verstärken und mit dem Einsetzen der Regelblutung abklingen.

Bei einer Mastopathie kann der Arzt meist unregelmäßige, verschiebliche Veränderungen am Drüsenkörper ertasten. Die Knoten in der Brust sind meist gut zu ertasten, vor der Menstruation meist deutlicher als danach. Um die knotigen Veränderungen bei der Mastopathie genauer beurteilen zu können, untersucht der Arzt die Brust meist zusätzlich mit Ultraschall (Sonographie).

Zur weiteren Abklärung ist auch eine Mammographie hilfreich, da sie näheren Aufschluss über die ertasteten Auffälligkeiten geben kann. Kleinste Verkalkungsherde, sogenannte Mikroverkalkungen, sind häufig in der Mammographie zu erkennen. Wenn sich verstreute oder grüppchenweise angeordnete Mikroverkalkungen finden, ist es wichtig, diese zu entfernen, da sie typisch für entartete Gewebezellen sind. Das entfernte Gewebe kann man dann mikroskopisch untersuchen. Liegen vereinzelte Zysten in der Brust vor, kann der Arzt diese punktieren und ihren Inhalt – das sogenannte Punktat – anschließend auf Zellveränderungen untersuchen.

Tritt bei der Mastopathie auch Flüssigkeit aus der Brustwarze aus, folgen weitere Untersuchungen: Zunächst kann der Arzt das aus der Brustwarze austretende Sekret – ebenso wie das Punktat aus Zysten – auf seine Bestandteile untersuchen. In seltenen Fällen kann zum Beispiel eine aufplatzende Zyste in der Brust, die sich ins Milchgangsystem entleert hat, solch einen Ausfluss verursachen. Mithilfe der sogenannten Galaktographie kann der Arzt danach die Milchgänge darstellen: Hierzu spritzt er ein Kontrastmittel über die Brustwarze in die Milchgänge. Diese Flüssigkeit enthält Stoffe, die im Röntgenbild sichtbar sind und so eine Beurteilung des Milchgangsystems ermöglichen.

Einteilung

Bei einer Mastopathie kann der Arzt zur Diagnose eine Gewebeprobe entnehmen und anschließend feingeweblich untersuchen (sog. Biopsie): Nur so ist eine Einteilung der Brustdrüsengewebeveränderung in verschiedene Schweregrade möglich. Der Schweregrad ergibt sich aus dem mikroskopischen Befund von:

  • Milchgangepithel (der sehr feinen Gewebsschicht, die die Milchgänge nach innen auskleidet)
  • Endstücken der Milchdrüsen
  • umgebendem Gewebe

Durch diese Einteilung kann der Arzt abschätzen, ob von der Mastopathie ein erhöhtes Brustkrebsrisiko ausgeht.

Mastopathie Grad I

Liegt eine einfache Mastopathie vor, bei der die Untersuchung keine Veränderungen im auskleidenden Gewebe der Milchgänge (Epithelien) ergibt, handelt es sich um Grad I. Bei den Veränderungen des Drüsengewebes der Brust kann es sich dann um vermehrtes Bindegewebe (fibröse Mastopathie), ein umgebautes Brustdrüsenläppchen-System und erweiterte Milchgänge handeln. Die Diagnose fibrozystische Mastopathie bedeutet, dass die Milchgänge bis zu einem blasenartigen Aufbau (den sog. Zysten) erweitert sind.

Mastopathie Grad II

Zeigt die Biopsie eine Wucherung des Milchgangepithels, wobei die Zellen trotz des stärkeren Wachstums weitgehend normal aussehen, erfolgt eine Einteilung der Mastopathie in Grad II.

Stellt der Arzt eine Auswucherung innerhalb einzelner beziehungsweise mehrerer Brustdrüsenläppchen-Grenzen fest, bei der genau betrachtet die Drüsenendstücke und die kleinen Ausführungsgänge betroffen sind, liegt eine sklerosierende Adenose vor. Dies ist eine Sonderform der Mastopathie Grad II, die unter Umständen zu tastbaren Knötchen führen kann. Die Mastopathie Grad II ist dabei in jedem Fall ein gutartiger Tumor. Ohne Biopsie kann es bei der Diagnose jedoch schwierig sein, die Mastopathie Grad II von einem bösartigen Brustkrebs (Mammakarzinom) zu unterscheiden.

Mastopathie Grad III

Bei der Mastopathie führt die Diagnose zu einer Einteilung in Grad III (= atypische fortschreitende Mastopathie), wenn der Arzt neben der Wucherung der Milchgang-Epithelien ein untypisches Aussehen der Zellformen und Zellkerne feststellt. Bei diesem Schweregrad teilen sich die Zellkerne zudem ungewöhnlich häufig. Diese Veränderungen der Zellen und Zellkerne sind ein Schritt in Richtung einer Wucherung, die später möglicherweise die Grundlage für einen bösartigen (malignen) Tumor bilden kann.

Unabhängig von der Einteilung in verschiedene Schweregrade entsteht aus dieser gutartigen Umbildung des Brustdrüsenkörpers fast nie Krebs. Allerdings ist es für Frauen mit einer Mastopathie Grad II oder III empfehlenswert, sich regelmäßig untersuchen zu lassen, um alle Brustveränderungen mit erhöhtem Risiko frühzeitig zu bemerken.

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