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Forenexperte: Dirk Glöckner
Forum Gynäkologie
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Stand: 18. Februar 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Eine einfache Mastopathie oder Mastopathie Grad I liegt per Definition vor, wenn die sehr feinen Gewebsschichen, die die Milchgänge nach innen auskleiden (Epithelien), nicht verändert sind. Die vorliegenden Veränderungen des Drüsengewebes der Brust können durch ein vermehrtes Bindegewebe (fibröse Mastopathie), durch ein umgebautes Brustdrüsenläppchensystem und durch erweiterte Milchgänge entstanden sein. Die Erweiterung der Milchgänge kann dabei bis zu einem blasenartigen Aufbau (sog. Zysten) fortschreiten – es entsteht eine sogenannte fibrozystische Mastopathie.
Eine gering fortschreitende Mastopathie oder Mastopathie Grad II ist per Definition eine Wucherung des Milchgangepithels. Die Zellen des Milchgangepithels sehen aber trotz des stärkeren Wachstums weitgehend normal aus.
Eine Sonderform der Mastopathie Grad II stellt die sklerosierende Adenose dar. Dies ist eine Auswucherung innerhalb einzelner beziehungsweise mehrerer Brustdrüsenläppchengrenzen. Genau betrachtet findet sich hierbei eine überschießende Wucherung der Drüsenendstücke und der kleinen Ausführungsgänge. Unter Umständen kann dies zu tastbaren Knötchen führen. Die fortschreitende Mastopathie ist jedoch in all ihren Erscheinungsformen ein gutartiger Tumor. Allerdings kann die Unterscheidung zwischen der Mastopathie Grad II und einem bösartigen Brustkrebs (Mammakarzinom) sehr schwierig sein.
Die Mastopathie Grad III oder auch atypische fortschreitende Mastopathie bezeichnet per Definition eine Wucherung der Epithelien des Milchgangsystems. Der entscheidende Unterschied zur Mastopathie Grad II besteht jedoch darin, dass die Zellformen und Zellkerne untypisch aussehen. Zudem teilen sich die Zellkerne ungewöhnlich häufig. Diese Veränderungen der Zellen und Zellkerne sind ein Schritt in Richtung einer Wucherung, die später Grundlage für einen bösartigen (malignen) Tumor sein kann.
Dennoch gilt keine Form der Mastopathie als Vorstufe von Brustkrebs: Aus dieser gutartigen Umbildung des Drüsenkörpers der Brust entsteht fast nie Krebs. Allerdings ist es für Frauen mit einer Mastopathie Grad II oder III empfehlenswert, sich regelmäßig untersuchen zu lassen, damit die Chance besteht, jegliche Veränderungen der Brust, die ein größeres Risiko bedeuten, frühzeitig zu erkennen.
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