Mastopathie: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (12. Mai 2015)

Der Begriff Mastopathie (auch Mammadysplasie genannt) bezeichnet eine gutartige Veränderung des Drüsenkörpers der Brust. Die Mastopathie tritt bei ungefähr jeder zweiten Frau auf und ist somit die häufigste Brustdrüsenerkrankung der Frau. Die betroffenen Frauen sind meist 35 bis 55 Jahre alt – bei Frauen unter 25 Jahren oder in den Wechseljahren tritt eine Mastopathie selten auf.

Je nachdem, wie sich das Drüsengewebe der Brust verändert, lassen sich verschiedene Formen der Mastopathie unterscheiden:

  • Fibröse Mastopathie (Mastopathia fibrosa): Bei dieser Form ersetzt glasartiges Bindegewebe zunehmend die feine Gewebsschicht, die die Drüsengänge nach innen auskleidet (Epithel).
  • Fibrozystische Mastopathie (Mastopathia fibrosa cystica): Bei dieser Form vermehrt sich das Bindegewebe und die Drüsengänge erweitern sich in Form von Zysten.
  • Fibroadenomatöse Mastopathie (Mastopathia fibroadenomatosa): Typisch für diese Form ist eine geschwulstartige Vermehrung von Drüsengewebszellen (sog. adenomatöse Hyperplasie) in den Drüsengängen, die mit Blut, Eiter oder Sekret gefüllt sein können.

Bei der Mastopathie ist außerdem eine Einteilung in drei Gruppen nach Prechtel üblich, deren Einteilung sich nach dem Schweregrad der Veränderung des Brustdrüsengewebes richtet. Mit dem Schweregrad können Ärzte das von den Brustveränderungen ausgehende Brustkrebsrisiko einschätzen.

Im Vergleich zu Frauen ohne Mastopathie oder mit einer Grad-I-Mastopathie haben Frauen mit einer Mastopathie von Grad II oder III ein leicht erhöhtes Risiko für Brustkrebs.

Mastopathie Grad I

Eine einfache Mastopathie (Grad I) liegt vor, wenn die sehr feinen Gewebsschichten, die die Milchgänge nach innen auskleiden (sog. Epithelien), nicht verändert sind. Die vorliegenden Veränderungen des Brustdrüsengewebes können durch ein vermehrtes Bindegewebe (fibröse Mastopathie), durch ein umgebautes Brustdrüsenläppchen-System und durch erweiterte Milchgänge entstanden sein. Die Erweiterung der Milchgänge kann dabei bis zu einem blasenartigen Aufbau (sog. Zysten) fortschreiten – es entsteht eine sogenannte fibrozystische Mastopathie. In sieben von zehn Fällen handelt es sich um solch geringe Veränderungen.

Schematische Darstellung der weiblichen Brust. © LifeART image/2001/ Lippncott Williams & Wilkins all rights rese

Anatomie der weiblichen Brust

Mastopathie Grad II

Bei einer gering fortschreitenden Mastopathie (Grad II) besteht eine Wucherung des Gewebes, das die Milchgänge auskleidet. Die Zellen dieses Milchgangepithels sehen aber trotz des stärkeren Wachstums weitgehend normal aus.

Eine Sonderform der Mastopathie Grad II stellt die sklerosierende Adenose dar: Das ist eine Auswucherung innerhalb einzelner beziehungsweise mehrerer Brustdrüsenläppchen-Grenzen. Genau betrachtet findet sich hierbei eine überschießende Wucherung der Drüsenendstücke und der kleinen Ausführungsgänge. Unter Umständen kann dies zu tastbaren Knötchen führen. Die fortschreitende Mastopathie ist in all ihren Erscheinungsformen ein gutartiger Tumor. Allerdings kann die Unterscheidung zwischen der Mastopathie Grad II und einem bösartigen Brustkrebs (Mammakarzinom) sehr schwierig sein. Diese Art der Veränderungen lässt sich bei zwei von zehn Frauen mit einer Mastopathie feststellen.

Mastopathie Grad III

Die atypische fortschreitende Mastopathie (Grad III) bezeichnet ebenfalls eine Wucherung der Epithelien des Milchgangsystems. Der entscheidende Unterschied zur Mastopathie Grad II besteht jedoch darin, dass die Zellformen und Zellkerne untypisch aussehen. Hinzu kommt, dass sich die Zellkerne ungewöhnlich häufig teilen. Diese Veränderungen der Zellen und Zellkerne liegen bei einem von zehn Mastopathie-Fällen vor und sind ein Schritt in Richtung einer Wucherung, die später Grundlage für einen bösartigen (malignen) Tumor sein kann.

Dennoch entsteht aus dieser gutartigen Umbildung des Drüsenkörpers der Brust fast nie Krebs. Für Frauen mit einer Mastopathie Grad II oder III gilt jedoch weiterhin die Empfehlung, sich regelmäßig untersuchen zu lassen. So kann der Arzt jegliche Veränderungen der Brust, die ein größeres Risiko bedeuten, frühzeitig erkennen und behandeln.


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