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Masern: Verlauf

(Stand: 1. September 2009)

Komplikationen

Mögliche Komplikationen bei Masern treten verhältnismäßig häufig auf, vor allem bei Kindern unter 5 und Erwachsenen über 20 Jahren. Unterschieden werden muss dabei zwischen Komplikationen aufgrund des Virus selbst und solchen, die durch zusätzliche bakterielle Infektionen hervorgerufen werden.

Komplikationen durch das Masernvirus

Von Komplikationen, die direkt durch die Masern selbst verursacht werden, können insbesondere die Atemwege und das Gehirn betroffen sein. An den Atemwegen kann es zur Ausbildung einer Bronchitis sowie einer Lungenentzündung kommen, die in Entwicklungsländern für bis zu 25 Prozent der Todesfälle verantwortlich ist. Dies macht deutlich, wie wichtig eine vorbeugende Impfung ist.

Eine besonders gefürchtete Komplikation ist die durch Masern ausgelöste Gehirnentzündung, die Masernenzephalitis. Sie entwickelt sich etwa vier bis sieben Tage nach Auftreten des Hautausschlags (Exanthem) und tritt bei rund 0,1 Prozent aller Masernkranken auf. Die Gehirnentzündung verursacht Bewusstseinsstörungen, Krämpfe, epileptische Anfälle sowie Lähmungen. In vielen Fällen heilt die Masernenzephalitis wieder vollständig aus. Bei 20 bis 30 Prozent der Betroffenen bleiben jedoch dauerhaft Hirnschäden wie Persönlichkeitsveränderungen oder Lähmungen zurück. Etwa 10 bis 20 von 100 Erkrankten sterben. Eine äußerst seltene Komplikation der Masern führt zum schrittweisen Abbau des Gehirngewebes und des Rückenmarks. Diese sogenannte subakute sklerosierende Panenzephalitis tritt pro eine Million Erkrankte cirka ein- bis fünfmal auf. Trotz intensiver Forschung ist diese Erkrankung nicht heilbar und endet tödlich.

Komplikationen durch bakterielle Superinfektion

Eine bakterielle Superinfektion entsteht, wenn es neben der Infektion mit dem Masernvirus zu einer zusätzlichen Infektion mit Bakterien kommt. In den meisten Fällen sind das Zahnfleisch mit einer geschwürigen Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis ulcerosa), das Auge mit einer Hornhautentzündung (Keratitis), die zur Erblindung führen kann, sowie das Ohr mit einer Mittelohrentzündung betroffen. Je nach Art der Bakterien können diese Komplikationen gezielt mit Antibiotika behandelt werden. Ein Hinweis auf eine bakterielle Superinfektion besteht, wenn während des Hauptstadiums (Stadium des Hautausschlagss) das Fieber nicht absinkt beziehungsweise das Fieber mit einem dritten Gipfel erneut ansteigt.

Komplikationen durch Schwächung der Immunabwehr

Eine Maserninfektion schwächt vorübergehend die Immunabwehr. Neben zusätzlichen Infektionen mit Bakterien können auch weitere Komplikationen auftreten, die insbesondere in Entwicklungsländern eine wichtige Rolle spielen. Zum Beispiel führt die Schwächung der Immunabwehr bei Personen, die bereits an anderen Erkrankungen wie Infektionen mit Parasiten oder Tuberkulose leiden, zu einer Verschlechterung dieser Erkrankungen.

Weiterlesen: Masern: Vorbeugen

Autor: Onmeda Redaktion

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

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