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Marburg-Virus-Infektion

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. Januar 2016)

© Jupiterimages/Keith Levit Photography

Die Marburg-Virus-Infektion ist eine schwere Infektionskrankheit. Die fieberhafte Erkrankung löst starke Blutungen (Hämorrhagien) der Organe aus und wird deshalb auch hämorrhagisches Fieber genannt.

Eine Infektion mit dem Marburg-Virus (MARV) zählt zu den Tropenkrankheiten, wurde aber zum ersten Mal 1967 in Deutschland und Jugoslawien nachgewiesen. Die damals erkrankten Personen hatten sich bei infizierten Affen aus Afrika angesteckt.

Das Marburg-Virus kommt vor allem in Afrika vor. Es kann – wie bei den ersten bekannten Fällen, bei denen das Virus identifiziert wurde – durch exportierte Affen aus betroffenen Gegenden auch in andere Länder eingeschleppt werden. Vor Ort in den afrikanischen Endemiegebieten (Gebiete, in denen die Erkrankung gehäuft vorkommt) können sich medizinisches Personal, Ärzte und Helfer mit dem Marburg-Virus anstecken, wenn sie mit infizierten Patienten in Kontakt kommen.

Das Marburg-Virus gehört zu den Filoviren. Zur gleichen Virusfamilie gehört auch das Ebola-Virus, weshalb sich diese beiden Viren in vielen Eigenschaften ähneln – zum Beispiel hinsichtlich der Inkubationszeit (Zeit von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome), der Symptome und der hauptsächlich befallenen Organe.

Marburg-Virus-Infektion: Man sieht eine elektronenmikroskopische Aufnahme des Lake Victoria Marburg-Virus. © RKI

Das Marburg-Virus: Aufnahme mit dem Elektronenmikroskop.

Die Ansteckung mit dem Marburg-Virus erfolgt durch direkten, engen Kontakt zu infizierten Tieren und Menschen. Die Marburg-Virus-Infektion beginnt mit allgemeinen Symptomen wie hohem Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und kann einen schweren Verlauf mit Blutungen in verschiedenen Organen nehmen. Hinzu kommen Wassereinlagerungen (Ödeme) und eine Gelbsucht (Ikterus).

Trotz intensiver Forschung lassen sich bislang nur die Symptome der Marburg-Virus-Infektion behandeln, gegen das Virus selbst gibt es keine wirksamen Medikamente. Erkrankte sollten unbedingt isoliert werden und das klinische Personal muss Schutzkleidung und Atemmasken tragen. Erfolgt eine intensive Behandlung rechtzeitig, überleben bis zu 75 Prozent der Erkrankten.



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