Mandelentzündung (Tonsillitis, Angina tonsillaris)

Mandelentzündung (Tonsillitis, Angina tonsillaris)

Mandelentzündung (Tonsillitis, Angina tonsillaris): Therapie

Stand: 23. September 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Bei einer Mandelentzündung (Tonsillitis, Angina tonsillaris) hängt die Therapie vom Verlauf und den Beschwerden ab.

Akute Mandelentzündung

Im Falle einer akuten Mandelentzündung (Tonsillitis acuta) besteht die Therapie zunächst aus dem Einsatz schmerz- und fiebersenkender Medikamente

Wenn Sie an einer Mandelentzündung erkrankt sind, nehmen Sie nur Nahrung auf, die weich und nicht stark gewürzt ist. Kalte Getränke oder Eis lindern die Schluckbeschwerden. Trinken Sie möglichst viel und verzichten Sie dabei auf Fruchtsäfte, da ihre Säuren die entzündeten Mandeln zusätzlich reizen und im Hals brennen. Auch Milch sollten Sie meiden. Empfehlenswert sind etwa Wasser mit sehr wenig oder ohne Kohlensäure und Kräutertees.

Da Rauchen die Symptome einer Mandelentzündung verschlechtert, sollten Sie hierauf verzichten. Es dauert etwa ein bis zwei Wochen, bis eine akute Mandelentzündung vollständig ausgeheilt ist.

Bei akuter oder gehäuft auftretender Mandelentzündung verschreibt der Arzt zur Therapie ein Antibiotikum, in der Regel Penicillin. Das Antibiotikum beschleunigt den Heilungsverlauf, kann aber nicht immer verhindern, dass sich die Beschwerden verschlimmern und sich eventuell eine Eiteransammlung (Abszess) bildet. Dieser Fall kann auftreten, wenn die Therapie zu spät eingesetzt wird oder das Antibiotikum gegen diese Art der Bakterien nicht geeignet ist. Eine rechtzeitige Antibiotikaeinnahme führt dazu, dass sich mögliche Folgeerkrankungen etwa an Herz oder Nieren seltener ausbilden.

Bei Komplikationen sowie im Falle von mehrfach wiederkehrenden Mandelentzündungen kann ein HNO-Arzt die Mandeln operativ entfernen (Mandeloperation, Tonsillektomie).

Hausmittel bei akuter Mandelentzündung

Bei einer Mandelentzündung helfen als Hausmittel oftmals entzündungshemmende und desinfizierende Gurgellösungen mit Salbei oder Kamille. Solche Lösungen eignen sich bei einer Mandelentzündung für die Therapie der begleitenden Symptome, wie zum Beispiel Halsschmerzen. Ebenso unterstützen sie den eigentlichen Heilungsprozess. . Auch Wadenwickel haben sich als Hausmittel zur Fiebersenkung bewährt. Bei einer Mandelentzündung schwächen schmerzstillende Lutschtabletten die Schluckbeschwerden kurzzeitig ab; Hausmittel wie warme oder trockene Halswickel können Ihnen darüber hinaus gut tun. Zwar verkürzen solche Behandlungen selten die Dauer einer Mandelentzündung, doch sind Hausmittel häufig sinnvoll, um die Symptome zu lindern.

Chronische Mandelentzündung

Im Falle der chronischen Mandelentzündung (Tonsillitis chronica) besteht die erfolgversprechendste Therapie darin, die Mandeln operativ zu entfernen (sog. Tonsillektomie). So haben Betroffene nicht mehr mit andauernder Krankheit und weiteren Mandelentzündungen zu kämpfen- Wird die Ausgangsstelle der Infektion (sog. Infektionsherd) entfernt, kann dies das Risiko für Streptokokken-Folgeerkrankungen anderer Organe stark senken.

Weiterlesen: Mandelentzündung (Tonsillitis, Angina tonsillaris): Verlauf

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