Altersbedingte Makuladegeneration (altersabhängige Makuladegeneration, AMD): Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Juni 2015)

Gegen die altersbedingte Makuladegeneration (altersabhängige Makuladegeneration, AMD) stehen verschiedene Möglichkeiten der Therapie zur Verfügung. Welche am besten geeignet sind, hängt vor allem davon ab, ob es sich um eine trockene oder eine feuchte altersbedingte Makuladegeneration handelt. Die Behandlung zielt darauf ab, das Fortschreiten der Netzhauterkrankung zu verlangsamen oder sogar aufzuhalten. Allerdings ist keine vollständige Heilung der altersbedingten Makuladegeneration möglich.

Lasertherapie

Liegt die altersbedingte Makuladegeneration in der selteneren feuchten Form vor, kann zur Behandlung im Frühstadium die herkömmliche Laserkoagulation zum Einsatz kommen. Bei dieser Form Makuladegeneration wachsen neue, poröse Blutgefäße in der Netzhaut. Diese neu gebildeten Gefäße verödet der Arzt gezielt mit einem Laser. Ob die Laserbehandlung infrage kommt, hängt von der Lage der Gefäßneubildungen ab: Nur in sechs Prozent der Fälle ist die Lasertherapie möglich.

Die Lasertherapie verhindert aber keine weiteren Gefäßneubildungen: Innerhalb eines Jahres nach der Therapie wachsen in jedem zweiten Fall neue Gefäße, die oft nicht mit dem Laser zugänglich sind, weil sie direkt unter dem Bereich der Stelle des schärfsten Sehens in der Mitte der Makula (sog. Fovea centralis) liegen. Durch die herkömmliche Laserbehandlung wäre dann die Sehschärfe auf maximal zehn Prozent begrenzt.

Photodynamische Therapie (PDT)

Wenn die altersbedingte Makuladegeneration mit Gefäßneubildungen unterhalb der Stelle des schärfsten Sehens in der Mitte der Netzhaut (sog. Fovea centralis) einhergeht, steht als Alternative zur herkömmlichen Lasertherapie die sogenannte photodynamische Therapie (PDT) zur Verfügung.

Bei der photodynamischen Therapie spritzt der Arzt einen speziellen Farbstoff in die Armvene, der sich fast ausschließlich in der inneren Schicht der neu gebildeten Gefäße anreichert. Dies ermöglicht es, bei der anschließenden Behandlung mit einem speziellen Laser nur diese Gefäße zu verschließen und umliegendes Netzhautgewebe zu schonen. Auch diese Behandlung ist nur für ganz bestimmte Fälle der Makuladegeneration geeignet: Ob die photodynamische Therapie infrage kommt, hängt von der Art der Gefäßneubildung ab.

Medikamente

Gegen die feuchte altersbedingte Makuladegeneration können auch Medikamente helfen. Ein entscheidender ursächlicher Faktor für die feuchte Makuladegeneration ist der Botenstoff VEGF (= engl. vascular endothelial growth factor). Dieser regt das krankheitstypische Wachstum neuer Gefäße an. Wirkstoffe wie Ranibizumab, Aflibercept und Pegaptanib sowie Bevacizumab können VGEF hemmen. Der Wirkstoff Bevacizumab kommt allerdings eigentlich zur Behandlung von Darm- und Brustkrebs zum Einsatz und ist bislang in Deutschland nicht zur Behandlung der AMD zugelassen.

Der Arzt spritzt die Medikamente mit einer feinen Nadel in den Glaskörper des Auges (sog. intravitreale Injektion). Diese Injektionen muss man regelmäßig wiederholen, da die Wirkung nur eine bestimmte Zeit anhält.

Bei einer trockenen altersabhängigen Makuladegeneration können unter Umständen Medikamente sinnvoll sein, die Vitamine in einer bestimmten Kombination und Dosierung enthalten: Wer täglich

kann dadurch – jedoch nur bei ganz bestimmten Formen der trockenen AMD – das Spätstadium der Netzhauterkrankung womöglich etwas hinauszögern.

Für Raucher, die eine altersbedingte Makuladegeneration haben, ist eine Behandlung mit dieser Vitaminkombination allerdings grundsätzlich NICHT geeignet, da die Einnahme von Betacarotin bei ihnen das Lungenkrebsrisiko erhöhen kann.

Neuere Ansätze

Gegen die altersbedingte Makuladegeneration gibt es auch neuere Ansätze zur Behandlung. Hierzu gehört die sogenannte Makularotation, ein chirurgischer Eingriff am Auge. Dabei löst der Operateur die Makula mit der gesamten Netzhaut vom Untergrund ab und verlagert sie auf funktionsfähiges Gewebe. Diese Operationstechnik ist verhältnismäßig aufwendig – außerdem ist anschließend eine zusätzliche komplizierte Augenmuskeloperation erforderlich, damit es nicht zu Doppelbildern kommt.

Die altersbedingte Makuladegeneration führt zu einem fortschreitenden Verlust der Sehschärfe. Mit der sogenannten Membrandifferentialfiltration ("Blutwäsche") lassen sich Eiweiße aus dem Blut entfernen. Das verbessert die Fließeigenschaften des Bluts, was wiederum die Sehschärfe verbessern kann. Auch hieraus ergeben sich neuere Therapie-Ansätze, allerdings müssen weiterführende Untersuchungen den Wert der Methode erst noch belegen.

Vergrößernde Sehhilfen

Wenn die altersbedingte Makuladegeneration durch keine Therapie hinreichend behandelbar ist, kann eine vergrößernde Sehhilfe helfen: In bis zu 80 Prozent der AMD-Fälle gelingt es durch vergrößernde Sehhilfen zumindest vorübergehend, die bei Makuladegeneration zunehmend beeinträchtigte Lesefähigkeit wiederzuerlangen. Es stehen je nach Bedürfnis Lupen, Lupenbrillen, Fernrohr- und Prismenlupenbrillen sowie elektronische Sehhilfen – wie Bildschirmlesegeräte – zur Verfügung. Die Fahrtauglichkeit lässt sich mit diesen Sehhilfen bei altersbedingter Makuladegeneration jedoch nicht wiederherstellen.


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