Magersucht (Anorexie): Therapie

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (23. April 2015)

Bei Magersucht (Anorexie) kann die Therapie grundsätzlich auf drei Arten erfolgen: Die Betroffenen können sich für längere Zeit in eine Klinik begeben, sich in einer Tagesklinik oder ambulant behandeln lassen. In der Regel zieht sich die Behandlung der Essstörung über viele Monate (teils auch Jahre) hin, wobei sich auch alle drei Behandlungsvarianten abwechseln können. Die Magersucht zunächst in einer Klinik zu behandeln, ist vor allem dann ratsam, wenn:

  • das Körpergewicht unter 75 Prozent des Normalgewichts liegt,
  • die körperliche Verfassung lebensbedrohlich ist oder
  • aufgrund einer Depression Selbstmordgefahr besteht.

Zunächst dient die gegen Magersucht eingesetzte Therapie vor allem den Zweck, das Gewicht zu erhöhen und so den körperlichen Folgeschäden der Essstörung entgegenzuwirken. Da die meisten Magersüchtigen im Hinblick auf die Schwere ihrer Essstörung wenig einsichtig sind, ist es bei Lebensgefahr oft zunächst erforderlich, ihnen Nährstoffe über Infusionen zuzuführen. Es ist jedoch wichtig, dass Menschen mit Anorexie möglichst bald die Verantwortung für ihre Gewichtszunahme selbst übernehmen.

Langfristig kann sich bei Anorexie das Gewicht nur normalisieren, wenn die Behandlung auch auf die Ursachen der Essstörung abzielt. Da viele unterschiedliche Faktoren an der Entstehung von Magersucht beteiligt sind, setzt sich die Therapie aus verschiedenen Komponenten zusammen. Eine wesentliche Hilfe bei Magersucht bietet die Psychotherapie: Vor allem bei erwachsenen Frauen mit nicht allzu stark ausgeprägter Essstörung verspricht auch eine alleinige ambulante psychotherapeutische Behandlung gute Erfolge.

Eine Familientherapie kann bei Magersucht ebenfalls eine große Hilfe sein, da Angehörige hier lernen können, angemessen auf die Essstörung einzugehen. Weitere sinnvolle Bestandteile der Anorexie-Behandlung sind zum Beispiel die hausärztliche Betreuung und eine Ernährungsberatung. Bei magersüchtigen Kindern und Jugendlichen ist es wichtig, dass auch die Eltern in die Behandlung einbezogen sind.

Bei Magersucht soll die Therapie helfen, das Essverhalten zu normalisieren und psychische Probleme zu bewältigen. Ziel ist es, dass die Betroffenen eine realistische Vorstellung von ihrem Gewicht bekommen und ein normales Selbstwertgefühl aufbauen. Die meisten Menschen mit Anorexie haben verlernt, auf die Signale des Körpers (wie z.B. Hunger) zu hören und angemessen darauf zu reagieren.


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