Magersucht (Anorexie): Gewichtsverlust

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (23. April 2015)

Eines der bei Magersucht (Anorexie) auffälligsten Symptome ist der extreme Gewichtsverlust: Durchschnittlich verlieren Magersüchtige 45 bis 50 Prozent ihres Ausgangsgewichts. Ist das Körpergewicht um mehr als 15 Prozent niedriger als das Normalgewicht (dieses Untergewicht entspricht bei Erwachsenen einem Body-Mass-Index von weniger als 17,5), gilt dies als sicheres Magersucht-Anzeichen.

Welche Maßnahmen bei Magersucht zum Einsatz kommen, um den Gewichtsverlust zu erreichen, ist in der Regel altersabhängig: Wenn die ersten Magersucht-Symptome bei Kindern oder Jugendlichen auftreten, ist der Gewichtsverlust praktisch immer nur auf ein gezügeltes Essverhalten und / oder mehr körperliche Bewegung zurückzuführen. Wer die Anorexie später entwickelt, setzt neben einer strengen Diät und übertriebenen körperlichen Aktivität oft zusätzlich Appetitzügler oder Abführmittel ein, um abzunehmen.

Körperliche Veränderungen

Der Gewichtsverlust und die bei Magersucht (Anorexie) herrschende Mangelernährung verursachen vielfältige Symptome für körperliche Schädigungen. Diese Veränderungen können lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Dabei gilt allgemein:

Eine in früher Kindheit beginnende Magersucht hat meist schwerwiegendere körperliche Folgen als eine erst im Erwachsenen- oder Jugendalter einsetzende Magersucht, weil Kinder eine vergleichsweise deutlich geringere Fettmasse haben.

Der Körper stuft die Gewichtsabnahme als Notsituation ein. Darum unterlässt er alles, was einen zusätzlichen, unnötigen Energieverlust bedeutet. Beginnt eine Magersucht bei Kindern vor der Pubertät oder der ersten Regelblutung, ist die körperliche Entwicklung meist stark verzögert. Weitere mögliche körperliche Veränderungen infolge einer Anorexie bei Kindern und Jugendlichen sind außerdem:

  • verringerte Knochendichte
  • vermindertes Längenwachstum
  • gestörte Hirnreifung

Aber auch eine später einsetzende Magersucht hat schwerwiegende körperliche Veränderungen zur Folge: So kann der Körper bei Anorexie die Bedingungen für eine Schwangerschaft nicht mehr erfüllen, weshalb er alle Aktivitäten in dieser Richtung einstellt. Symptome hierfür sind hormonelle Veränderungen, durch die auch die Menstruation ausbleibt.

Zudem können durch die Magersucht die Herzschlagfrequenz, der Blutdruck und die Körpertemperatur sinken. Weitere mögliche körperliche Veränderungen infolge der Magersucht sind Hautprobleme, flaumartige Behaarung des Rückens, Muskelschwäche, Haarausfall und Wassereinlagerung im Gewebe. Letzteres liegt an dem verringerten Eiweißgehalt im Blut: Diese Eiweiße binden gewöhnlich Wasser – fehlen sie, kann das Wasser wieder aus den Blutgefäßen ins Gewebe strömen. Auch der Mineralstoffhaushalt ist in der Regel bei einer Anorexie gestört. All diese körperlichen Magersucht-Symptome entstehen durch die Mangelernährung und verschwinden meist vollständig, wenn sich das Essverhalten langfristig normalisiert hat.

Psychische Veränderungen

Eine Magersucht (Anorexie) äußert sich nicht nur durch körperliche Symptome – oft zeigen sich auch psychische Veränderungen: Wer magersüchtig ist, strebt beharrlich danach, dünner zu werden. Gleichzeitig haben Magersüchtige extreme Angst davor, an Gewicht zuzunehmen. Schon wenn sie nur ein paar Gramm zunehmen (was aufgrund ihres gesenkten Energieverbrauchs bereits durch eine geringe Nahrungszufuhr passieren kann), löst dies Anzeichen von Angst und Panik aus. Die Betroffenen versuchen nachfolgend, ihr Essverhalten noch strenger zu kontrollieren – sie geraten in einen Teufelskreis. Häufig zeigen Magersüchtige auch depressive Symptome und sind stark reizbar.


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