Magersucht (Anorexie): Definition

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (23. April 2015)

Der Begriff Magersucht (Anorexie) bezeichnet eine krankhafte Essstörung, die gekennzeichnet ist durch einen starken selbst verursachten Gewichtsverlust und gleichzeitig durch eine große Angst vor einer Gewichtszunahme.

Die Bezeichnung Anorexie für Magersucht leitet sich von dem lateinischen Begriff Anorexia nervosa ab:

  • Anorexia bedeutet Appetitverlust oder Appetitverminderung, was irreführend ist, da bei der Magersucht nicht der Appetit, sondern in erster Linie das Essverhalten gestört ist.
  • Der Zusatz nervosa weist auf die psychischen Auslöser der Magersucht hin.

Die Magersucht ist mit der Ess-Brech-Sucht (Bulimie) verwandt. Im Vordergrund der Magersucht steht der starke Wille, das Körpergewicht dauerhaft stark zu vermindern. Am häufigsten ist die Anorexie bei 14-jährigen Mädchen zu beobachten; bei Jungen ist diese Essstörung selten.

Das Krankheitsbild der Magersucht wurde erstmals 1873 beschrieben. Aber erst seit den 1970er Jahren stellen Ärzte die Diagnose häufiger – ob dies daran liegt, dass die Magersucht vermehrt auftritt oder dass man dem Thema mehr Aufmerksamkeit schenkt als früher, ist unklar. Mit Ausnahme der Depression findet kaum eine andere psychische Störung so häufig in der Presse Erwähnung wie die Anorexie.

Häufigkeit

Die Magersucht (Anorexie) zeigt in ihrer Häufigkeit je nach Bevölkerungsgruppen große Unterschiede:

So sind die Geschlechter unterschiedlich stark von Anorexie betroffen: Insgesamt tritt die Magersucht bei Frauen 10-mal häufiger auf als bei Männern. Etwa 0,4 bis 1,5 Prozent aller Frauen im Alter von 14 bis 35 Jahren sind magersüchtig. Vereinzelt können zwar schon Kinder magersüchtig werden, meist entwickelt sich die Magersucht jedoch etwa zu Beginn der Pubertät: Bei den 14-Jährigen ist die Häufigkeit dieser Essstörung am größten.

Bei Mädchen im späteren Abschnitt des Jugendalters ist die Anorexie die dritthäufigste chronische Erkrankung überhaupt. Doch auch wenn Frauen weitaus öfter Magersucht haben, sind mit zunehmender Häufigkeit auch Jungen und Männer betroffen.

Auch in bestimmten Berufsgruppen tritt die Magersucht mit überdurchschnittlicher Häufigkeit auf: So sind Menschen, die eine ästhetisch geprägte Sportart (wie Ballett, Tanz oder Gymnastik) betreiben, öfter magersüchtig. Aber auch bei Ausdauersportlern (wie Langstreckenläufern) und Sportlern, bei denen die Gewichtsklasse eine Rolle spielt (z.B. Boxer oder Ringer), gilt das Risiko für die Entwicklung einer Anorexie als erhöht.


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