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Forenexperte: Prof. Dr. Peter Wust
Forum Krebserkrankungen
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Stand: 29. März 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Eine spezielle Ernährung beziehungsweise Ernährungsunterstützung durch Ärzte und andere Fachleute ist bei Magenkrebs (Magenkarzinom) sinnvoll. Durch den Sitz des Tumors kommt es zu einem starken Gewichtsverlust, außerdem ist nach einer Operation der Verdauungstrakt verkürzt, sodass Verdauungsprobleme auftreten. Die Nahrung gelangt aufgrund der verkürzten Magenpassage zu schnell in den Darm, was Übelkeit, Schluckauf, Blässe und Erbrechen zur Folge haben kann (Dumping-Syndrom).
Bei Magenkrebs ist es wichtig, die Nahrung langsam aufzunehmen. Vorteilhaft sind viele kleine Portionen über den Tag verteilt. Wichtig ist auch, dass man die Nahrung nicht durch Getränke zusätzlich verdünnt. Hier empfiehlt es sich, besonders zwischen den Mahlzeiten viel zu trinken, um ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Ruhe nach dem Essen kann die Verdauung unterstützen.
Magenkrebs-Patienten haben außerdem häufig Probleme mit der Fettverdauung, was sich in Blähungen und Durchfall äußern kann. Daher sollte die Ernährung zwar kalorienreich, jedoch möglichst fettarm sein. Oft sind Nahrungsergänzungsmittel (sog. Verdauungsenzyme) nötig.
Durch die verkürzte Magenpassage bei Magenkrebs kann es außerdem zu einem Vitamin-B12- sowie einem Vitamin-D-Mangel kommen. Wichtig ist, dass Betroffene diesen Mangel nur unter ärztlicher Aufsicht und nicht in Selbstmedikation ausgleichen. Vitamin D kann man mit der Nahrung zuführen. Vitamin B12 wird in Abständen von drei Monaten als Spritze verabreicht.
Ist die Nahrungspassage von der Speiseröhre in den Darm bei Magenkrebs mit anderen Mitteln nicht zu gewährleisten, kann eine Ernährungsfistel notwendig sein (PEG, perkutane endoskopische Gastrostomie). Dabei wird durch die Bauchhaut ein künstlicher Verbindungsweg (Fistel) von außen in den Magen oder den Dünndarm erzeugt. Über diesen Weg gelangt flüssige Nahrung direkt in den Dünndarm – die Ernährung ist gesichert. Das äußere Ende der Ernährungsfistel schaut ähnlich einem Infusionsschlauch aus der Bauchhaut heraus. Wenn es nicht benötigt wird, kann es der Betroffene mit einem Stöpsel verschließen und unter einem Verband für die Umwelt unsichtbar unter der Kleidung tragen. Vorteile sind, dass der Schlauch die Beweglichkeit nicht einschränkt und der Betroffene die flüssige Nahrung (sog. "Astronautenkost") selbstständig zu Hause ohne fremde Hilfe aufnehmen kann.
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