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Magenkrebs (Magenkarzinom): Therapie

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (12. November 2015)

Bei Magenkrebs (Magenkarzinom) richtet sich die Therapie in erster Linie danach, wie weit die Erkrankung schon fortgeschritten ist, ob Metastasen vorliegen und wie aggressiv der Tumor wächst.

Zu Behandlungsmethoden, die für die Therapie von Magenkrebs infrage kommen, zählen insbesondere

Ist es nicht möglich, den Krebs vollständig zu entfernen, ist es das Ziel, die Beschwerden des Patienten so gut es geht zu lindern – zum Beispiel mit entsprechenden Schmerzmitteln – und ihm eine hohe Lebensqualität zu ermöglichen.

Operation

Eine Operation kommt bei Magenkrebs vor allem dann infrage, wenn der Tumor vollständig entfernt werden kann und noch keine Metastasen vorliegen (sog. R0-Resektion). Das Ausmaß der Operation hängt dabei von der Tumorgröße und dem Tumortyp ab. Mit einem Sicherheitsabstand von einigen Zentimetern schneidet der Operateur das Magenkarzinom heraus. Dabei entfernt er außerdem umgebendes Bindegewebe und Lymphknoten.

Durchwächst der Magenkrebs die Magenwand, ist oft eine erweiterte Magenentfernung notwendig. Bei Tumoren im Eingangsbereich des Magens muss der Arzt außerdem den unteren Speiseröhrenabschnitt und die Milz entfernen. Nach teilweiser Entfernung des Magens wird der Restmagen mit dem Dünndarm unterhalb des Zwölffingerdarms verbunden (Gastrojejunostomie).

War es notwendig, den Magen im Rahmen der Magenkrebs-Therapie vollständig zu entfernen, verbindet der Operateur die Speiseröhre einen Teil des Magens mit dem Dünndarm unterhalb des Zwölffingerdarms oder er näht zwischen Speiseröhre und Zwölffingerdarm eine Dünndarmschlinge ein. Der Arzt verbindet die Speiseröhre nicht direkt mit dem Zwölffingerdarm, denn hier münden Gallen- und Bauchspeicheldrüsengang. Wäre die Speiseröhre direkt mit dem Zwölffingerdarm verbunden, könnte Gallen- und Bauchspeicheldrüsensekret in die Speiseröhre zurücklaufen. Um dies zu vermeiden, näht der Arzt die Speiseröhre also an einen Abschnitt des Dünndarms. Oft wird durch mehrere seitlich aneinander genähte Darmschlingen ein Reservoir im Sinne eines Ersatzmagens geschaffen. Dies soll die Größe der aufnehmbaren einzelnen Nahrungsportionen vergrößern.

Ein Arzt im Operationssaal – eine Operation kommt bei Magenkrebs infrage, wenn der Tumor noch nicht gestreut hat. © Jupiterimages/iStockphoto

Eine Operation kommt bei Magenkrebs vor allem zum Einsatz, wenn der Tumor noch nicht gestreut hat und vollständig entfernt werden kann.

Nach der Operation können bei einigen Patienten Beschwerden auftreten, so zum Beispiel Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Bauchschmerzen, Sodbrennen oder das sogenannte Dumping-Syndrom. Dabei entleert sich der Mageninhalt sehr rasch in den Dünndarm. Aufgrund der Beschwerden kann es nötig sein, eine Diät zu halten, Medikamente zu nehmen und sich an bestimmte Ernährungsvorgaben zu halten. In vielen Fällen vergehen die Beschwerden mit der Zeit wieder.

Wurde der Magen entfernt, spritzt der Arzt seinem Patienten lebenslang in regelmäßigen Abständen Vitamin B12 – denn das lebenswichtige Vitamin kann der Körper nicht mehr aus der Nahrung aufnehmen.

Nicht immer ist es jedoch möglich, Magenkrebs durch eine Operation zu heilen, insbesondere, wenn die Erkrankung schon fortgeschritten ist und sich Metastasen gebildet haben. In diesem Fall ist eine Chemotherapie sinnvoll. Eine Operation kann unter Umständen dennoch infrage kommen, wenn Komplikationen auftreten (palliativer Eingriff). Dabei entfernt der Operateur beispielsweise den durch Tumorwachstum eingeengten oder verschlossenen Anteil des Magens oder den gesamten Magen und stellt die Passage wieder her.

Chemotherapie

Die Medikamente, die bei einer Chemotherapie zur Behandlung einer Krebserkrankung wie Magenkrebs zum Einsatz kommen, nennt man Zytostatika. Dies sind Zellgifte, die – vereinfacht gesagt – eher Krebszellen angreifen als gesunde Zellen.

Beim Magenkarzinom spielt die Operation die wichtigste Rolle in der Therapie, sofern der Tumor damit vollständig entfernt werden kann. Die Patienten erhalten aber oft unterstützend zusätzlich eine Chemotherapie. Wenn der Magenkrebs schon Tochtergeschwülste in anderen Organen gebildet hat, dient die Chemotherapie vorwiegend dazu, das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen (sog. palliative Chemotherapie). Häufige unerwünschte Nebenwirkungen der Chemotherapie sind unter anderem die vorübergehende Schädigung der Darmschleimhaut mit Darmentzündungen und Durchfall sowie Übelkeit und Haarausfall.

Chemotherapie vor der Operation

Bei sehr großen Tumoren ohne Tochtergeschwülste (Metastasen) kann man vor der Operation versuchen, den Magenkrebs (Magenkarzinom) mit einer Chemotherapie zu verkleinern, um ihn dann leichter beziehungsweise überhaupt entfernen zu können. Dieses Vorgehen bezeichnen Mediziner dann als neoadjuvante Chemotherapie. Zum Vergleich: Eine adjuvante Chemotherapie, wie sie zum Beispiel bei Brustkrebs Teil des Behandlungsplans sein kann, erfolgt erst nach der Operation.

Beim Magenkarzinom ist auch die sogenannte perioperative Chemotherapie in manchen Fällen sinnvoll. Der Patient erhält dann vor und nach dem OP-Termin Zytostatika.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie kommt bei der Magenkrebs-Therapie meist in Betracht, wenn der Tumor nicht operiert werden kann und / oder auf eine Chemotherapie nicht anspricht. Ziel ist dabei in der Regel, den Tumor oder Metastasen durch Strahlung zu verkleinern, um die Beschwerden zu lindern.

Antikörper

In Verbindung mit einer Chemotherapie kann bei Magenkrebs im fortgeschrittenen Stadium, welcher bereits Metastasen gebildet hat, der Antikörper Trastuzumab zum Einsatz kommen. Trastuzumab kann bei Patienten sinnvoll sein, welche über viele sogenannte HER2-Rezeptoren verfügen. Der Antikörper Trastuzumab hemmt die Rezeptoren.

HER2-Rezeptoren befinden sich auf der Zelloberfläche von Tumorzellen und beeinflussen deren Wachstum. Je mehr HER2-Rezeptoren vorhanden sind, desto schneller wachsen die Zellen in der Regel. Bei circa jedem vierten Magenkrebs sind vermehrt HER2-Rezeptoren zu finden.

Unterstützende Therapieansätze

Die sogenannte supportive (= unterstützende) Therapie dient dazu, unangenehme Begleiterscheinungen bei Magenkrebs zu lindern, so zum Beispiel Nebenwirkungen nach einer Chemotherapie, Verengungen des Magens, starke Erschöpfung (Fatigue) oder Schmerzen.

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Wenn Magenkrebs zum Beispiel die Nahrungswege verengt (Stenose), kann der Arzt ein Kunststoffröhrchen (Tubus) oder ein röhrenförmiges Drahtgeflecht (Stent) einsetzen, das den Weg für die Nahrung offen hält. Dies geschieht mithilfe eines Endoskops.

Gegen Schmerzen stehen eine Reihe verschiedener Schmerzmittel zur Verfügung und bei chronischer Erschöpfung kann ein Bewegungstraining zum Einsatz kommen.

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