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Magenkrebs (Magenkarzinom): Staging

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (12. November 2015)

Nachdem der Arzt die Diagnose Magenkrebs gestellt hat, ist es wichtig, herauszufinden, welches Tumorstadium (Staging) vorliegt. Nach dem Stadium richten sich die Therapie und die Prognose. Wichtige Kriterien sind dabei:

  • T = die Größe des Tumors,
  • N = ob Nachbarorgane befallen sind und
  • M = ob Metastasen in Lymphknoten und in entfernten Organen vorhanden sind.

Aus diesen drei Kriterien ergibt sich die sogenannte TNM-Klassifikation.

TNM-Klassifikation

Nach der internationalen TNM-Klassifikation ergibt sich folgende Einteilung für das Tumorstadium:

T: Primärtumor (zuerst aufgetretene Krebsgeschwulst)

StadiumBefund
T is Carcinoma in situ, d.h. der Krebs ist auf die Schleimhautoberfläche beschränkt. In diesem Stadium haben sich noch keine Metastasen gebildet.
T1 Frühkarzinom: Als "early cancer" (Frühkarzinom) bezeichnet man ein Magenkarzinom, welches nur oberflächennah in Schleimhaut (Mukosa) und die Bindegewebsschicht unter der Schleimhaut (Submukosa) einwächst und die tieferen Schichten noch nicht erreicht hat. Wächst der Tumor bereits in die tieferen Wandschichten ein, spricht man von einem "advanced cancer" (fortgeschrittenes Karzinom).
T2 Tumorinvasion bis in die Muskularis, d.h., der Tumor wächst in die Muskelschicht des Magens ein.
T3 Tumorinvasion bis in das Bauchfell (Serosa) ohne benachbarte Organe und Strukturen
T4 Der Tumor wächst in angrenzende Strukturen (z.B. Milz, Dickdarm, Leber, Zwerchfell, Bauchspeicheldrüse, Bauchwand, Niere, Nebenniere, Dünndarm) hinein.

N: Lymphknotenbefall

StadiumBefund
N0 Keine Lymphknoten befallen
N1 Befall von 1 bis 2 benachbarten (regionären) Lymphknoten
N2 Befall von 3 bis 6 benachbarten (regionären) Lymphknoten
N3 Befall von 7 bis 15 benachbarten (regionären) Lymphknoten (N3a) oder mehr als 15 benachbarten Lymphknoten (N3b)

M: Fernmetastasen

StadiumBefund
M0 Keine Fernmetastasen
M1 Fernmetastasen vorhanden

Laurén-Klassifikation

Die sogenannte Laurén-Klassifikation hat besondere Bedeutung für das Ausmaß einer Operation. Anhand der Laurén-Klassifikation unterscheiden Ärzte verschiedene Wachstumsformen von Magenkrebs:

  • Intestinaler Typ: Der Krebs wächst pilzförmig (polypös) in den Magen vor und ist gut begrenzt. Dieser Typ hat eine gute Prognose.
  • Diffuser Typ: Der Krebs wächst in der Magenwand und ist schlecht begrenzt. Die Prognose ist wegen früher Metastasierung ungünstig.
  • Mischtyp: Der Krebs wächst sowohl in Richtung Magenschleimhautoberfläche als auch seitwärts in die Magenwand vor.

Grading (Differenzierungsgrad)

Durch das sogenannte Grading (engl. to grade = einstufen, einteilen) bekommt der Arzt Hinweise darauf, wie aggressiv der Magenkrebs ist. Dabei untersucht der Mediziner anhand einer Probe, wie das Krebsgewebe beschaffen ist. Man unterscheidet zwischen den Stufen:

  • G1 = hoch (hohe Ähnlichkeit mit gesunden Körperzellen)
  • G2 = mittel
  • G3 = gering
  • G4 = undifferenziert (keine Ähnlichkeit mit ausgereiften gesunden Körperzellen)

Es gilt: Je niedriger die Grading-Stufe, desto langsamer und weniger aggressiv ist das Wachstum des Tumors.

Metastasierung

Metastasen sind Absiedelungen (Tochtergeschwülste) von bösartigen Tumoren, so etwa in Form von:

  • Lymphknotenmetastasen: Zum Zeitpunkt der Erstdiagnose haben etwa 70 Prozent der Magenkrebs-Patienten Lymphknotenmetastasen. Bei Magenkrebs ist besonders ein Lymphknoten in der linken Schlüsselbeingrube (Virchow-Lymphknoten) häufig befallen.
  • Fernmetastasen: Wenn einzelne Krebszellen über die Blutbahn in andere Körperbereiche gelangen, sind vor allem die Leber, dann Lunge, Knochen und Gehirn betroffen.
  • Einwachsen in Nachbarorgane: Wächst der Magenkrebs in die Nachbarorgane Speiseröhre, Zwölffingerdarm, Dickdarm und Bauchspeicheldrüse ein, können weitere Absiedlungen entstehen.
  • Abtropfmetastasen: Wenn sich Tumorzellen an der Außenseite der Magenwand ablösen, kann sich Magenkrebs auf das Bauchfell ausbreiten (sog. Peritonealkarzinose). Dabei gerät Flüssigkeit in die Bauchhöhle. Außerdem können sich sogenannte Abtropfmetastasen im Eierstock oder im Douglas-Raum (tiefste Stelle im Becken) bilden.

MALT-Lymphom

Eine Sonderstellung bei Magenkrebs nehmen die sogenannten malignen Lymphome ein, die Mediziner auch als MALT-Lymphome bezeichnen. Dabei handelt es sich um bösartig entartetes Lymphgewebe und nicht, wie bei den meisten anderen Tumoren, um bösartige Drüsenzellen der Magenschleimhaut.



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