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Forenexperte: Prof. Dr. Peter Wust
Forum Krebserkrankungen
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Stand: 29. März 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Außer der Magenspiegelung (Gastroskopie) und dem Hämoccult-Test auf verstecktes Blut im Stuhl dienen die umfangreichen Untersuchungen bei Magenkrebs (Magenkarzinom) dazu, das Tumorstadium (Staging) festzustellen. Nach dem Stadium richten sich die Therapie und die Prognose. Wichtige Kriterien sind dabei die Größe des Tumors, ob Nachbarorgane befallen sind und ob Tochtergeschwulste in Lymphknoten und in entfernten Organen vorhanden sind.
Nach der internationalen TNM-Klassifikation ergibt sich folgende Einteilung für das Tumorstadium:
| T: Primärtumor (zuerst aufgetretene Krebsgeschwulst) | |
|---|---|
| T is | Carcinoma in situ, d.h. der Krebs ist auf die Schleimhautoberfläche beschränkt. Dieses Stadium metastasiert noch nicht. |
| T1 | Frühkarzinom: Als "early cancer" (Frühkarzinom) bezeichnet man ein Magenkarzinom, welches nur oberflächennah in Schleimhaut (Mukosa) und die Bindegewebsschicht unter der Schleimhaut (Submukosa) einwächst und die tieferen Schichten noch nicht erreicht hat. Wächst der Tumor bereits in die tieferen Wandschichten ein, spricht man von einem "advanced cancer" (fortgeschrittenes Karzinom). |
| T2 | Tumorinvasion bis in die Muskularis, d.h. der Tumor wächst in die Muskelschicht des Magens ein. |
| T3 | Tumorinvasion bis in das Bauchfell (Serosa) ohne benachbarte Organe und Strukturen. |
| T4 | Der Tumor wächst in angrenzende Strukturen (z.B. Milz, Dickdarm, Leber, Zwerchfell, Bauchspeicheldrüse, Bauchwand, Niere, Nebenniere, Dünndarm) hinein. |
| N: Lymphknotenbefall | |
|---|---|
| N0 | Keine Lymphknoten befallen. |
| N1 | Befall von 1 bis 2 benachbarten (regionären) Lymphknoten. |
| N2 | Befall von 3 bis 6 benachbarten (regionären) Lymphknoten. |
| N3 | Befall von 7 bis 15 benachbarten (regionären) Lymphknoten (N3a) oder mehr als 15 benachbarten Lymphknoten (N3b). |
| M: Fernmetastasen | |
|---|---|
| M0 | Keine Fernmetastasen. |
| M1 | Fernmetastasen vorhanden. |
Außer der TNM-Klassifikation wendet man bei Magenkrebs die Laurén-Klassifikation an, die besondere Bedeutung für das Ausmaß einer Operation hat. Sie unterscheidet nach der Wachstumsform:
Die sogenannte histologische Einteilung des Tumors erfolgt nach dem mikroskopischen Bild der Tumorzellen gemäß dem internationalen Schema der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in:
Zusätzlich wird die Reife (Differenzierungsgrad) der Tumorzellen eingeteilt von
Je höher der Differenzierungsgrad seiner Zellen (also je niedriger die Grading-Stufe), desto langsamer und weniger aggressiv ist das Wachstum des Tumors.
Metastasen sind Absiedelungen (Tochtergeschwulste) von bösartigen Tumoren. Bei Magenkrebs kann es zu folgenden Metastasierungen kommen:
Eine Sonderstellung bei Magenkrebs nehmen die sogenannten malignen Lymphome, auch als MALT-Lymphome bezeichnet, ein. Dabei handelt es sich um bösartig entartetes Lymphgewebe und nicht, wie bei den anderen Tumoren, um bösartiges Magenschleimhautgewebe.
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