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Magenkrebs (Magenkarzinom)

Staging

Stand: 29. März 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Außer der Magenspiegelung (Gastroskopie) und dem Hämoccult-Test auf verstecktes Blut im Stuhl dienen die umfangreichen Untersuchungen bei Magenkrebs (Magenkarzinom) dazu, das Tumorstadium (Staging) festzustellen. Nach dem Stadium richten sich die Therapie und die Prognose. Wichtige Kriterien sind dabei die Größe des Tumors, ob Nachbarorgane befallen sind und ob Tochtergeschwulste in Lymphknoten und in entfernten Organen vorhanden sind.

TNM-Klassifikation

Nach der internationalen TNM-Klassifikation ergibt sich folgende Einteilung für das Tumorstadium:

T: Primärtumor (zuerst aufgetretene Krebsgeschwulst)
T is Carcinoma in situ, d.h. der Krebs ist auf die Schleimhautoberfläche beschränkt. Dieses Stadium metastasiert noch nicht.
T1 Frühkarzinom: Als "early cancer" (Frühkarzinom) bezeichnet man ein Magenkarzinom, welches nur oberflächennah in Schleimhaut (Mukosa) und die Bindegewebsschicht unter der Schleimhaut (Submukosa) einwächst und die tieferen Schichten noch nicht erreicht hat. Wächst der Tumor bereits in die tieferen Wandschichten ein, spricht man von einem "advanced cancer" (fortgeschrittenes Karzinom).
T2 Tumorinvasion bis in die Muskularis, d.h. der Tumor wächst in die Muskelschicht des Magens ein.
T3 Tumorinvasion bis in das Bauchfell (Serosa) ohne benachbarte Organe und Strukturen.
T4 Der Tumor wächst in angrenzende Strukturen (z.B. Milz, Dickdarm, Leber, Zwerchfell, Bauchspeicheldrüse, Bauchwand, Niere, Nebenniere, Dünndarm) hinein.
N: Lymphknotenbefall
N0 Keine Lymphknoten befallen.
N1 Befall von 1 bis 2 benachbarten (regionären) Lymphknoten.
N2 Befall von 3 bis 6 benachbarten (regionären) Lymphknoten.
N3 Befall von 7 bis 15 benachbarten (regionären) Lymphknoten (N3a) oder mehr als 15 benachbarten Lymphknoten (N3b).
M: Fernmetastasen
M0 Keine Fernmetastasen.
M1 Fernmetastasen vorhanden.

Laurén-Klassifikation

Außer der TNM-Klassifikation wendet man bei Magenkrebs die Laurén-Klassifikation an, die besondere Bedeutung für das Ausmaß einer Operation hat. Sie unterscheidet nach der Wachstumsform:

  • Interstinaler Typ: Der Krebs wächst pilzförmig (polypös) in den Magen vor und ist gut begrenzt. Dieser Typ hat eine gute Prognose.
  • Diffuser Typ: Der Krebs wächst in der Magenwand und ist schlecht begrenzt. Die Prognose ist wegen früher Metastasierung ungünstig.
  • Mischtyp: Der Krebs wächst sowohl in Richtung Magenlumen als auch seitwärts in der Magenwand vor.

Histologische Einteilung

Die sogenannte histologische Einteilung des Tumors erfolgt nach dem mikroskopischen Bild der Tumorzellen gemäß dem internationalen Schema der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in:

  • Papilläres Adenokarzinom
  • Tubuläres Adenokarzinom
  • Muzinöses Adenokarzinom
  • Siegelringzellkarzinom
  • Adenosquamöses Karzinom
  • Kleinzelliges Karzinom
  • Undifferenziertes Karzinom

Grading (Differenzierungsgrad)

Zusätzlich wird die Reife (Differenzierungsgrad) der Tumorzellen eingeteilt von

  • G1 = hoch (hohe Ähnlichkeit mit gesunden Körperzellen)
  • G2 = mittel
  • G3 = gering
  • G4 = undifferenziert (keine Ähnlichkeit mit ausgereiften gesunden Körperzellen)

Je höher der Differenzierungsgrad seiner Zellen (also je niedriger die Grading-Stufe), desto langsamer und weniger aggressiv ist das Wachstum des Tumors.

Metastasierung

Metastasen sind Absiedelungen (Tochtergeschwulste) von bösartigen Tumoren. Bei Magenkrebs kann es zu folgenden Metastasierungen kommen:

  • Lymphknotenmetastasen: Zum Zeitpunkt der Erstdiagnose haben etwa 70 Prozent der Magenkrebs-Patienten Lymphknotenmetastasen. Bei Magenkrebs ist besonders ein Lymphknoten in der linken Schlüsselbeingrube (Virchow-Lymphknoten) häufig befallen.
  • Fernmetastasen: Die Ausbreitung der Magenkrebszellen mit Absiedlung von Tochtergeschwulsten über die Blutbahn (hämatogene Metastasierung) befällt vor allem die Leber, dann Lunge, Knochen und Gehirn.
  • Per continuitatem: Wächst der Magenkrebs in die Nachbarorgane Speiseröhre, Zwölffingerdarm, Dickdarm und Bauchspeicheldrüse ein, können weitere Absiedlungen entstehen.
  • Abtropfmetastasen: Wenn sich Tumorzellen an der Außenseite der Magenwand ablösen, kann sich der Magenkrebs auf das Bauchfell (Peritonealkarzinose) ausbreiten. Dabei sondert sich Flüssigkeit in die Bauchhöhle (Aszites) ab. Außerdem können sich sogenannte Abtropfmetastasen im Eierstock oder im Douglas-Raum (tiefste Stelle im Becken) bilden.

MALT-Lymphom

Eine Sonderstellung bei Magenkrebs nehmen die sogenannten malignen Lymphome, auch als MALT-Lymphome bezeichnet, ein. Dabei handelt es sich um bösartig entartetes Lymphgewebe und nicht, wie bei den anderen Tumoren, um bösartiges Magenschleimhautgewebe.

Weiterlesen: Magenkrebs (Magenkarzinom): Therapie

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