Magenkrebs (Magenkarzinom): Was ist das?

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (12. November 2015)

Magenkrebs (Magenkarzinom) entsteht, wenn Zellen des Magens "entarten" und sich unkontrolliert vermehren, sodass sich bösartige Tumoren entwickeln.

Meist bildet sich ein Magenkarzinom aus Drüsengewebe in der Magenschleimhaut. Ärzte bezeichnen Tumoren aus Drüsengewebe auch als Adenokarzinom. Nur selten entsteht ein Magenkarzinom aus Zellen der Magenmuskulatur oder aus Gewebe des Lymphsystems im Magen.

Der Magen

Der Magen dient als Zwischenspeicher für die aufgenommene Nahrung und bereitet diese für die eigentliche Verdauung im Darm vor: Die Nahrung vermischt sich mit Magensäure und verschiedenen Verdauungssekreten. Der so erzeugte Speisebrei wird eine Zeit lang im Magen gespeichert und dann portionsweise in den Zwölffingerdarm weitergeleitet. Ein Muskel am Magenausgang, der Pförtner, steuert die Abgabe des Speisebreis an den Darm. Der Pförtner kann den Magenausgang verschließen und beeinflussen, wann die Nahrung in den Darm gelangt.

Die Anatomie des Magens © LifeART image/2001/ Lippncott Williams & Wilkins all rights rese

Der Eingang des Magens am Ende der Speiseröhre nennt sich Kardia. Am Ausgang befindet sich der sogenannte Pförtner, der den Magen gegen den Zwölffingerdarm abdichtet.

Der Magen lässt sich in fünf Abschnitte unterteilen:

  • Kardia: Speiseröhreneinmündung
  • Fundus: Magengewölbe unterhalb des linken Zwerchfells
  • Korpus: Körper, größter Magenabschnitt
  • Antrum: Abschnitt vor dem Magenausgang
  • Pylorus: Pförtner am Magenausgang zum Zwölffingerdarm

Die Magenwand besteht aus vier Schichten. Von innen nach außen bezeichnet man sie als

  • Schleimhaut (Mukosa),
  • Gefäß- und Verschiebeschicht (Submukosa),
  • Muskelschicht (Muskularis) und
  • Bauchfell (Serosa).

In der Magenschleimhaut befinden sich zahlreiche Drüsen, welche Magensäure, Verdauungssäfte, aber auch Magenschleim produzieren. Der Schleim schützt davor, dass die Magensäure und Verdauungssekrete die Magenoberfläche angreifen. Meist entwickelt sich Magenkrebs in den Drüsenzellen der Magenschleimhaut.

Häufigkeit

Seit mehr als 30 Jahren erkranken in Deutschland immer weniger Menschen an einem Magenkarzinom. Das Robert Koch-Institut schätzt, dass 2014 rund 15.000 Personen an Magenkrebs erkrankt sind, darunter 9.100 Männer.

Wissenschaftler vermuten, dass die sinkenden Erkrankungszahlen auf veränderte Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen sind – denn die Ernährung spielt bei der Entstehung von Magenkrebs eine große Rolle.

Trotz des Erkrankungsrückgangs zählt Magenkrebs zu den häufigsten Todesursachen, die durch einen bösartigen Tumor ausgelöst werden. Dies liegt vor allem daran, dass die Symptome oft uncharakteristisch sind – sodass ein Magenkarzinom häufig erst spät erkannt wird.

Im Durchschnitt sind Menschen, die die Diagnose Magenkrebs bekommen, älter als 70 Jahre. Menschen mittleren Alters erkranken deutlich seltener, und bei Kindern und jungen Erwachsenen ist ein Magenkarzinom eine Rarität.


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