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Magengeschwür (Ulcus ventriculi): Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (31. Juli 2015)

Ein Magengeschwür (Ulcus ventriculi) kann verschiedene Ursachen haben. Allen Entstehungsmechanismen gemeinsam ist ein gestörtes Gleichgewicht zwischen aggressiven und schützenden Mechanismen der Magenschleimhaut.

Die Magenschleimhaut, die den gesamten Mageninnenraum auskleidet, produziert den Magensaft. Die Zellen der Magendrüsen bilden die für den Verdauungsprozess nötigen Sekrete und Enzyme (Eiweiße, die biochemische Prozesse unterstützen) sowie die Magensäure. Ein weiteres Produkt der Magenschleimhaut ist der von den sogenannten Nebenzellen gebildete alkalische Schleim, der den Magen vor der aggressiven Magensäure schützt: Er bindet die Salzsäure des Magensafts und hindert den Magen so an einer Selbstverdauung. Sowohl körpereigene als auch äußere Faktoren können dieses Gleichgewicht stören und zu einem Magengeschwür führen.

Körpereigene Faktoren

Übermäßige Bildung von Magensäure

Menschen, die ein Magengeschwür beziehungsweise Ulcus ventriculi im Bereich des Magenausgangs (Pylorus, sog. Pförtner) haben oder bei denen gleichzeitig ein Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür vorliegt, produzieren häufig zu viel Magensäure.

Störungen der Magenbewegungen

Gestörte Bewegungsabläufe im Magen (sog. Peristaltikstörungen) werden zunehmend als wesentliche Magengeschwür-Ursachen diskutiert. Eine besondere Rolle spielt dabei die Bewegungskoordination zwischen dem Bereich vor dem Magenausgang (dem sog. Antrum) und dem Zwölffingerdarm, der sich unmittelbar an den Magen anschließt.

Bei Betroffenen mit solch einem gestörten Bewegungsablauf entleeren sich feste Speisen nur verzögert aus dem Magen. Gleichzeitig fließt vermehrt bereits mit Gallenflüssigkeit vermischte Nahrung aus dem Zwölffingerdarm in den Magen zurück. Dadurch ist die Magenschleimhaut den Gallensäuren ausgesetzt – ein Magengeschwür kann entstehen.

Epidermaler Wachstumsfaktor-Mangel

Einige Menschen mit Magengeschwür produzieren weniger epidermalen Wachstumsfaktor. Hierbei handelt es sich um ein bestimmtes Eiweiß, das die Reparatur von Schäden an der Magenschleimhaut fördert und die Säureproduktion des Magens hemmt. Fehlt dieser Wachstumsfaktor, entstehen häufiger Magengeschwüre.

Zollinger-Ellison-Syndrom und Nebenschilddrüsen-Überfunktion

Zu den seltenen körpereigenen Faktoren, die ein Magengeschwür verursachen können, gehören das Zollinger-Ellison-Syndrom und die Nebenschilddrüsen-Überfunktion.

Beim Zollinger-Ellison-Syndrom produziert ein Tumor in der Bauchspeicheldrüse oder im Zwölffingerdarm das Hormon Gastrin im Überschuss. Gastrin wiederum fördert eine übermäßige Säureproduktion im Magen und ein Ulcus ventriculi kann entstehen.

Bei einer Nebenschilddrüsen-Überfunktion (Hyperparathyreoidismus) kommt es zu einem Überangebot an Calcium. Calcium stimuliert unter anderem ebenfalls Zellen, die Gastrin produzieren. Dadurch erhöht eine Nebenschilddrüsen-Überfunktion letztendlich auch die Säureproduktion im Magen, was dazu führen kann, dass ein Ulcus ventriculi auftritt.

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